Black Forest Ultra Bike Marthon

Bereits steht der Schwarzwald Klassiker wieder auf dem Programm-116km/3150Hm

Aus Dani`s Sicht:

Bereits am Freitagnachmittag, trotz heftigem Regen, fahren wir mit Sack und Pack Richtung Campingplatz Kirchzarten und können das Zelt tatsächlich im trockenen aufstellen. Die Jungs gehen sich zwischenzeitlich für das Kid`s Race vom Samstag nachmelden.
Am Samstagmorgen bei bestem Wetter ist dann grosse Premiere für die Jungs -in den Kategorien U11 und U13 starten sie auf einem sensationellen, mit allen technischen Elementen ausgestatteten Bike-Rundkurs. Für beide eine super Erfahrung bezüglich Kondition und Fahrtechnik und die Rangierungen wirklich Toll-Gratulation.

Sonntagmorgen Tagwache um 06.00 Uhr bei kühlen 12°-mühsam etwas Butterzopf mit Nutella runterwürgen, rein in die Bike Klamotten, aber nicht ohne wärmende Salbe auf Rücken und Knien zu schmieren. 07.00 Uhr kurz einfahren mit Hans-Urs und einstellen im Startblock 3.
07.34 fällt der Startschuss und los geht`s. Den ganzen Startblock 3 im Schlepptau lege ich los, fühle mich gut- aber niemand will führen…also fahre ich mein Rennen. Nach Km8 im ersten längeren Anstieg dann ein Zischen- und du ahnst was kommt- ja, ich habe hinten ein Loch eingefangen. Absteigen, nachpumpen, weiterfahren- scheisse die Luft geht gar schnell wieder raus- wieder nachpumpen- Latex spritzt aus dem Loch und dichtet dann doch noch ab. Ein de ja vue zum Mt.Generoso ?? bitte nicht. Es geht weiter und in Hinterzarten steht meine Family bereit mit Verpflegung und Luftpatronen-Schatz es läuft gut. Entlang dem Titisee kommt mir Burch Renato entgegen- hinten Reifenpanne- das war’s dann leider für ihn. Mein Rhythmus ist sehr gut, laufend überhole ich Fahrer der vorderen Startblöcke oder wir fahren in kleinen Gruppen, bis dann die unzähligen Anstiege Fahrer um Fahrer abreissen lassen. Bei den weiteren Verpflegungsposten stehen bereits meine Jungs wieder bereit mit Magnesium und Wasserbidon- danke Jungs.
Der steile Aufstieg beim Aftersteg „the Wall“ genannt wird mir in Erinnerung bleiben- der Speaker motiviert alle Fahrer mit Musik und lautstarken Anfeuerungsrufen alles zu geben- und tatsächlich bekomme ich wie einen zweiten Schub und kann bis ins Ziel ohne Schwächeperioden durchziehen.Eine positive Überraschung dann noch in Hofsgrund vor dem letzten Singeltrailanstieg-plötzlich werde ich angefeuert-hop-hop. Burch Renato mit Freundin feuern mich lautstark an, übergeben mir ein Bidon Sponser Long Energie und informieren mich über die aktuelle Rangierung-das hat mich wirklich sehr gefreut.
Ein spannendes Rennen, auch wenn dann im Schlussprint noch die Kette abspringt und in der Hektik einfach nicht mehr auf den Kranz will.
In schnellen 4.58 Std. erreiche ich das Ziel. Ultra Senioren 2 im Rang 5-Overall Rang 20

Fazit: auch der Platten gleich zu beginn des Rennens konnte mich nicht aus der Ruhe bringen und konditionell bin ich für die harten Schweizer Marathons auf dem richtigen Weg.

Fliegende Verpflegung durch Ramon
Dani

Aus Hans-Urs Sicht:

Endlich, kann ich auch ins Renngeschehen „eingreifen“……..
Mit gemischten Gefühlen stehe ich am Morgen im Startblock 3, meine Vorbereitung seit unserer Trainingswoche in der Toskana war suboptimal.
Start frei und los, mit ein wenig Übermut dem Pulk mit Dani als Pacemaker angehängt. Tolles Gefühl an der Spitze ein sixty-sixers zu erleben und ich quasi als Aufpasser am Ende des Pulks.
Das kann aber nicht lange gut gehen, im ersten Anstieg musste ich wohl oder übel abreisen lassen. Die Form im Kopf stimmt mit den Beinen leider in keiner Weise überein, ab jetzt heisst es auf „ankommen“ fahren. Tempo rausnehmen und die Konkurrenten schiessen an mir vorbei und ich kann nicht reagieren  Frust lass nach!
Also, anstatt Rennen halt ein rennmässiges Training und schon ist die Motivation einigermassen wieder im Lot. Der Rest ist schnell erzählt, ohne technische Probleme konnte ich den Marathon in der Zeit von 6:12 Stunden beenden. Sooooooooo, langsam war ich bis jetzt noch nie, aber es ist schlicht und einfach nicht mehr drin gelegen.
Als einziger Trost oder Lichtblick ist die Rangierung als 325 von 802 platzierten Fahrer(innen). Zum Glück immer noch in der vorderen Hälfte des Teilnehmerfeldes, so muss ich wenigstens im nächsten Jahr nicht zuhinterst starten.

Hans-Urs

Black Forest Ultra Bike Marthon

Mt.Generoso IXS Marathon, Mendriso 07.06.09

Bereits am Samstagvormittag machten Hans-Urs und ich uns auf den Weg gen Süden..die Wetterprognosen jedoch konnten mich nicht wirklich motivieren an einem der härtesten und technisch anspruchsvollsten Marathon teilzunehmen. Bis Mendrisio durchfuhren wir auch immer wieder heftigste Regenfälle-in Mendrisio selber herrschte eine Föhnlage mit starkem Wind, trocken und recht sonnig, das stimmte mich doch wieder etwas zuversichtlicher für den Sonntag. Dann die Startnummer und das Startgeschenk, eine Standpumpe, abholen und ab ins Hotel Svizzero in Capolago. Gegen Abend setzte dann doch noch heftiger Regen ein.
Tagwache um 05.45, ein Blick aus dem Fenster, Wolken überall aber trocken. Um 07.00 Uhr treffe ich mich mit Bucher Bärti zum gemeinsamen einfahren, dann einreihen im Starblock-ein hallo und salü hier und dort-noch schnell eine Banane verdrücken und 07.30 Uhr geht’s los auf die grosse Strecke.
Die ersten 12km sind Asphalt, dementsprechend wird vorne durch die Elite mächtig Gas gegeben und nach den ersten kleineren Anstiegen ist das Feld auf ca.50 Fahrer dezimiert. Mir läuft’s wirklich sehr gut, bleibe schön hinten dran-dann ab Km 13 bei Cabbio geht’s dann endlich ins Gelände hoch zur Alpe Bonello. Aus meiner Kategorie sind wir zu viert ganz vorne dabei-ja es läuft gut. Dann die erste Verpflegung bei der Alpe Bonello sogleich weiter hoch nach Prabello-kurzer downhill und wieder auf einem Wiesentrail hoch- vorne fühlt es sich auf einmal so schwammig an… der Pneu verliert Luft-Patrone raus und nachpumpen-die Milch müsste das Loch nun versiegeln-weit gefehlt, nach keinen 200 Meter ist die Luft bereits wieder draussen-Scheisse-nochmals nachpumpen und wo ist das Leck? Da-die linke Flanke ist vom Felgenrand bis zur Schulter aufgeschnitten-das war`s dann. Erstmals muss ich also an einem Rennen aufgeben, dies bereits nach 18km- ich drehe um und laufe frustriert wieder runter- weiter unten sind 2 Streckenposten- ich frage diese nach dem Weg nach Mendrisio oder hat es eine stazione di servizio in der nähe? Si-si uno Kilometro sopra- ich packe mein Bike und renne den Kilometer hoch zum Rep.Posten während dem mich Fahrer um Fahrer überholt, endlich da bekomme ich einen neuen Pneu mit Schlauch für 40.- montiert und nach unendlicher langer Zeit geht’s mit Vollgas doch noch weiter. Fahrer um Fahrer schnappe ich mir-doch wieder ganz nach vorne wird’s wohl nicht mehr reichen- egal ich bin wieder im Rennen. Verpflegung in Bisbino bei Km 28, 2 Biker vor mir beim fahrenden Verpflegen ich setze an zum Überholen, in der linken Hand den Gel bereit zum einnehmen, da macht der hintere Fahrer einen Schwenker zu mir hin-ich weiche aus-das Hinterrad rutscht auf einer Kannte, unsichtbar verborgen in einer riesigen Pfütze ab und in Sekundenbruchteilen mache ich einen highsider und knalle voll auf die rechte Schulter-Brustkorb-jetzt reicht’s- ich schreie den ganzen Frust und stechenden Schmerz raus-den Gel immer noch in der linken Hand. Weit unten im Hang liegt mein Bike-ist da noch alles ganz? Ich springe die Mauer runter, checke das Bike-linkes Hörnchen schaut nach unten-Gestrüpp im Kettenkranz-raus damit und wieder hoch auf den trail und einfach weiter- das Bike funktioniert noch. Die rechte Seite vom Ellenbogen bis Hüfte schmerzt heftig, das atmen fällt etwas schwer-mit dem Wasserbidon schnell notdürftig etwas Blut und Dreck vom Ellenbogen spritzen.

Ja, das alles bis Kilometer 28 und das Rennen geht über 94 km und 3500Hm- was kommt jetzt noch ?

Dänu-positiv bleiben und jetzt einfach konzentriert die anspruchsvollen down-hills fahren sage ich mir immer wieder-und irgendwie geht’s (vermutlich dank eines Schock Zustandes und Unmengen von Adrenalin) weiter über den Mt.Generoso den höchsten Punkt des Rennens mit trage-und schiebe Passagen, endlosen Säumerpfaden ,dem letzten Aufstieg im Wald zum Dosso dell`Ora und schliesslich tatsächlich ohne weitere Zwischenfälle ins Ziel.
In 5.51 Std. Platz 6 Herren Fun 3- Overall Rang 39

Fazit:
Für die Saison 2009 habe ich nun wirklich alles Negative gleich auf einen Schlag, beim ersten Rennen eingezogen-nun kommen nur noch Highlights 🙂
Als Positives Highlight nehme ich vom Mt.Generoso sicherlich die Erkenntnis mit, dass ich konditionell vorne mithalten kann.

Beinahe eine Woche konnte ich mich dann kaum bewegen, schlafen war nur auf dem Rücken möglich- vom Biken reden wir erst gar nicht-die Rippenprellung war doch ziemlich heftig.Für den Blackforest Ultra Marathon in einer Woche werde ich aber wieder top fit sein.
Dani
geht dies bereits unter Eigenblut Doping ??

Mt.Generoso IXS Marathon, Mendriso 07.06.09