Mt.Generoso IXS Marathon, Mendriso 07.06.09

Bereits am Samstagvormittag machten Hans-Urs und ich uns auf den Weg gen Süden..die Wetterprognosen jedoch konnten mich nicht wirklich motivieren an einem der härtesten und technisch anspruchsvollsten Marathon teilzunehmen. Bis Mendrisio durchfuhren wir auch immer wieder heftigste Regenfälle-in Mendrisio selber herrschte eine Föhnlage mit starkem Wind, trocken und recht sonnig, das stimmte mich doch wieder etwas zuversichtlicher für den Sonntag. Dann die Startnummer und das Startgeschenk, eine Standpumpe, abholen und ab ins Hotel Svizzero in Capolago. Gegen Abend setzte dann doch noch heftiger Regen ein.
Tagwache um 05.45, ein Blick aus dem Fenster, Wolken überall aber trocken. Um 07.00 Uhr treffe ich mich mit Bucher Bärti zum gemeinsamen einfahren, dann einreihen im Starblock-ein hallo und salü hier und dort-noch schnell eine Banane verdrücken und 07.30 Uhr geht’s los auf die grosse Strecke.
Die ersten 12km sind Asphalt, dementsprechend wird vorne durch die Elite mächtig Gas gegeben und nach den ersten kleineren Anstiegen ist das Feld auf ca.50 Fahrer dezimiert. Mir läuft’s wirklich sehr gut, bleibe schön hinten dran-dann ab Km 13 bei Cabbio geht’s dann endlich ins Gelände hoch zur Alpe Bonello. Aus meiner Kategorie sind wir zu viert ganz vorne dabei-ja es läuft gut. Dann die erste Verpflegung bei der Alpe Bonello sogleich weiter hoch nach Prabello-kurzer downhill und wieder auf einem Wiesentrail hoch- vorne fühlt es sich auf einmal so schwammig an… der Pneu verliert Luft-Patrone raus und nachpumpen-die Milch müsste das Loch nun versiegeln-weit gefehlt, nach keinen 200 Meter ist die Luft bereits wieder draussen-Scheisse-nochmals nachpumpen und wo ist das Leck? Da-die linke Flanke ist vom Felgenrand bis zur Schulter aufgeschnitten-das war`s dann. Erstmals muss ich also an einem Rennen aufgeben, dies bereits nach 18km- ich drehe um und laufe frustriert wieder runter- weiter unten sind 2 Streckenposten- ich frage diese nach dem Weg nach Mendrisio oder hat es eine stazione di servizio in der nähe? Si-si uno Kilometro sopra- ich packe mein Bike und renne den Kilometer hoch zum Rep.Posten während dem mich Fahrer um Fahrer überholt, endlich da bekomme ich einen neuen Pneu mit Schlauch für 40.- montiert und nach unendlicher langer Zeit geht’s mit Vollgas doch noch weiter. Fahrer um Fahrer schnappe ich mir-doch wieder ganz nach vorne wird’s wohl nicht mehr reichen- egal ich bin wieder im Rennen. Verpflegung in Bisbino bei Km 28, 2 Biker vor mir beim fahrenden Verpflegen ich setze an zum Überholen, in der linken Hand den Gel bereit zum einnehmen, da macht der hintere Fahrer einen Schwenker zu mir hin-ich weiche aus-das Hinterrad rutscht auf einer Kannte, unsichtbar verborgen in einer riesigen Pfütze ab und in Sekundenbruchteilen mache ich einen highsider und knalle voll auf die rechte Schulter-Brustkorb-jetzt reicht’s- ich schreie den ganzen Frust und stechenden Schmerz raus-den Gel immer noch in der linken Hand. Weit unten im Hang liegt mein Bike-ist da noch alles ganz? Ich springe die Mauer runter, checke das Bike-linkes Hörnchen schaut nach unten-Gestrüpp im Kettenkranz-raus damit und wieder hoch auf den trail und einfach weiter- das Bike funktioniert noch. Die rechte Seite vom Ellenbogen bis Hüfte schmerzt heftig, das atmen fällt etwas schwer-mit dem Wasserbidon schnell notdürftig etwas Blut und Dreck vom Ellenbogen spritzen.

Ja, das alles bis Kilometer 28 und das Rennen geht über 94 km und 3500Hm- was kommt jetzt noch ?

Dänu-positiv bleiben und jetzt einfach konzentriert die anspruchsvollen down-hills fahren sage ich mir immer wieder-und irgendwie geht’s (vermutlich dank eines Schock Zustandes und Unmengen von Adrenalin) weiter über den Mt.Generoso den höchsten Punkt des Rennens mit trage-und schiebe Passagen, endlosen Säumerpfaden ,dem letzten Aufstieg im Wald zum Dosso dell`Ora und schliesslich tatsächlich ohne weitere Zwischenfälle ins Ziel.
In 5.51 Std. Platz 6 Herren Fun 3- Overall Rang 39

Fazit:
Für die Saison 2009 habe ich nun wirklich alles Negative gleich auf einen Schlag, beim ersten Rennen eingezogen-nun kommen nur noch Highlights 🙂
Als Positives Highlight nehme ich vom Mt.Generoso sicherlich die Erkenntnis mit, dass ich konditionell vorne mithalten kann.

Beinahe eine Woche konnte ich mich dann kaum bewegen, schlafen war nur auf dem Rücken möglich- vom Biken reden wir erst gar nicht-die Rippenprellung war doch ziemlich heftig.Für den Blackforest Ultra Marathon in einer Woche werde ich aber wieder top fit sein.
Dani
geht dies bereits unter Eigenblut Doping ??

Mt.Generoso IXS Marathon, Mendriso 07.06.09

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