Eiger Bike Challenge,16.08.2009

Eiger Bike Challenge 88km/3900 Hm

Wie gewohnt bin sind wir bereits am Samstag nach Grindelwald ins Mountain Hostel angereist, diesmal mit Portmann Werni, er wird die 55km Streck in Angriff nehmen.

Da das Rennen die Beschreibung „Challenge“ beinhaltet, wollte ich vorgängig einen Teil der Strecke Richtung Kleine Scheidegg befahren, zumal auch die Wettervorhersage ein heisses Wochenende prognostiziert hat. Pia und Fabio werden am Sonntag wieder an der Strecke stehen und Verpflegen.

Sonntagmorgen früh um 05.00 Uhr ist bereits Tagwache und ab zum nicht gerade üppigen Frühstücksbuffet.. die Aussentemperatur ist bereits sehr angenehm und der Himmel wolkenlos.

06.10 Uhr gehe ich mich einfahren, zwischendurch small-talk mit anderen Fahrern und einstehen im zugewiesenen Startblock. Dann pünktlich um 07.00 Uhr erfolgt der Startschuss und sofort an die Elite heranspurten um solange wie möglich den Anschluss Richtung Grosse Scheidegg halten zu können. Die Lehren aus dem SBM tragen Früchte, die Beine drehen willig, der Rhythmus ist da- genial. Im Fokus habe ich den Leader der Fun Wertung, an Ihm will ich diesmal solange wie möglich dranbleiben.
Bis zur Grossen Scheidegg und weiter zum First habe ich die Gruppe immer im Blickfeld- dann die lange ruppige Abfahrt vom First Richtung Bort über Steinplatten und Treppen und anschliessend in eine brutal steile Abfahrt-teilweise auch auf Asphalt und innert Sekunden sind die Bremsen über dem Limit- nichts geht mehr- die Bremshebel sind bündig am Lenker und das Strässchen wird immer steiler- die eine Kurve erwische ich gerade noch so aber die nächste werde ich unmöglich ohne Crash durchfahren können- verdammt, was soll ich tun, abspringen ? –ich habe echt eine Scheiss Angst- da, eine Alphütte und der Zaun in die ebenfalls steile Wiese ist offen. Hinter mir ruft einer „he-he was machsch“ keine Zeit zum Antworten- raus aus den Klicks, runter aufs Oberrohr und beide Füsse in die Wiese stemmen und bitte bitte einfach anhalten. Nach unendlichen scheinenden Metern komme ich dann zum Stillstand und dies ohne Sturz – Danke!!
Ein Blick auf die Bremsbeläge und Scheiben- alles scheint noch dran zu sein. Schnell zurück auf die Strecke, mit einem mulmigen Gefühl und mehrmaligen Bremstests geht’s weiter…die Bremsen scheinen sich erholt zu haben.
Nun geht’s immer steiler werdend rauf nach Alp Feld und weiter zur Bussalp-Oberläger, gefolgt von technischen Abfahrten und dann das Dessert, die brutale Rampe hoch zum Restaurant Bort.-2 km und 450 Hm!! Pia und Fabio verpflegen mich da oben, reden mag ich nicht viel, der Puls ist nahe bei der ANS- nun weiss ich wieso der Marathon „Challenge“ beinhaltet…Rampen, eine nach der anderen.
Die Abfahrt nach Grindelwald ist abwechslungsreich und verläuft reibungslos, die Bremsen halten.
Inzwischen ist es unglaublich heiss geworden, der Schweiss tropft nicht, er fliesst und trinken ist nun extrem wichtig.
Im Grund dann die Abzweigung für den letzten Anstieg über 1000Hm hoch zur Kleinen Scheidegg…eine Cola überreicht durch Fabio und die aktuelle Platzierungsinfo durch Pia“ Schatz du bisch drittä-super“ Also dran bleiben, aber die vielen steilen Rampen haben ihre Spuren hinterlassen, meine Beine fühlen sich leer an und zu allem übel taucht plötzlich ein Astana Dress weiter unten auf- Furrer Peter, ein direkter Konkurrent und ich kann nicht zusetzen , schon überholt er mich „ä herti sach hä“ meint er während dem, ich kann nur bestätigen.. aber wenn ich mein Ziel, eine Podestplatzierung, umsetzen will muss ich mich ihm anhängen, egal wie-reine Kopfsache.…über Alpiglen und Mettla , teilweise entlang dem Bahntrassé bis oben zur Kleinen Scheidegg klebe ich wie eine Klette mit maximal 10 Meter Abstand an seinem Hinterrad, immer wieder kleine Schlücke aus der Cola-Zucker tut jetzt gut- endlich oben angekommen höre ich den Speaker sagen „ Fahrer 325 und 312 erreichen den Kulminationspunkt, ich wünsche gute und sichere Abfahrt“
Jetzt oder nie, ich attackiere umgehend in die Abfahrt hinein, die kleinen Gegenanstiege im Itramenwald drücke ich voll durch, die Beine rebellieren mit leichten Krämpfen aber die werden jetzt ignoriert, das Ziel und die Podestplatzierung vor Augen ist Motivation genug, die steile Abfahrt auf Schotter und Asphalt ist anspruchsvoll und schon treibt es mich aus der Kurve, Glück gehabt- ein Blick zurück, die 325 sehe ich nicht aber die 320 aus Kategorie 1 hat aufgeschlossen, zusammen knallen wir hinunter ins Tal und hinauf zum Ziel- Geschafft ; sprichwörtlich.
Zeit 5.25 Std. Rang 3 Herren Fun 3/ Overall Rang 25

Fazit: die Beschreibung Eiger Bike Challenge ist nicht übertrieben- für mich war dies bis dato der härteste Marathon den ich je gefahren bin. Die unzähligen langen Rampen mit bis 25% Steigungsprozente sind für meine Gewichtsklasse als auch für mein Material grenzwertig.
Landschaftlich aber eine Wucht.
Der Wasser und Kohlenhydrat Verbrauch war hoch. Gesamthaft habe ich sechs 0.75dl Bidon und div. Becher Flüssigkeit sowie gegen 8 Tuben Kohlenhydrate zu mir genommen.
EndspurtSiegerehrung EBC 2009 Fun3da bremste es noch...

Eiger Bike Challenge,16.08.2009

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