Iron Bike Race Einsiedeln,27.09.09

Iron Bike Race Einsiedeln,101km/3600Hm

Aus Dani`s Sicht:
Der für die Saison 2009 letzte Marathon steht bereits wieder an und auch dieses Jahr ist bestes Herbstwetter prognostiziert. Dass ich Titelverteidiger bei den Herren Fun 3 auf der langen Distanz bin beunruhigt mich überhaupt nicht-ich fühle mich gut-nur das zählt!
Anreise wie gewohnt am Samstag, diesmal mit Hans-Urs, der erstmals am IBR teilnimmt und die 77km Strecke unter die Räder nehmen wird. Nach einem leichten Mittagessen geht’s aufs Bike um die ersten 20km des Marathons abzufahren, die im Rennen dann unbedingt möglichst weit vorne platziert gefahren werden sollen, da die anfangs schmalen und steilen Single-Trails im Pulk nur schlecht zu befahren sind.

Tagwache um 06.45 Uhr und ein gewaltig schönes Frühstücksbuffet erwartet uns, doch ist heute einfach der falsche Anlass um dieses nur Ansatzweise geniessen zu können-schade, aber heute haben wir andere Prioritäten.
08.00 Uhr bei angenehmen Temperaturen einfahren zusammen mit Hans-Urs, einstehen im zugewiesenen IXS Startblock, Biker Segnung durch den Pater von Einsiedeln und schon geht’s für über 300 Biker auf der langen Distanz los. Die Taktik für heute ist klar definiert, die Startphase nicht verschlafen-dran bleiben und hinten raus zusetzen. Die ersten 8km bis zur Teufelsbrücke sind die gefährlichsten-Biker im Pulk bei bis zu 50km/h sind unberechenbar- und tatsächlich kracht’s dann leider unmittelbar neben mir gewaltig- ein Massensturz und einem herrenlosen Bike kann ich gerade noch ausweichen…dann die erste Steigung, das Feld wird gesplittet und meine Position in den ersten 30 Fahrer Realität. Ich fühle mich gut und den Sichtkontakt zu meinen direkten Konkurrenten kann ich bisher halten. In Willerzell gibt’s wieder Family-power durch Fabio und Pia-„super Schatz, dr Bärti und dr Gerber sind knapp vor dier- blieb dra“. Weiter geht’s über die Sattelegg und Büel ins Eutal wo mich bereits wieder Pia und Fabio erwarten- und weiter über Wisstannen nach Oberstuden in die Flachpassage, wo wir in einer Fünfer-Gruppe bis Oberiberg ein Zügli formieren können. Da ist dann fertig mit Windschatten fahren -Rampen bis 20% hoch zum Adlerhorst lassen mich nun erstmals richtig leiden-der Rücken schmerzt- da ging es mir letztes Jahr viel einfacher-aber vor mir in Reichweite sehe ich Bärti- und ihm wird es nicht besser gehen..über die Fuederegg hinauf zum Bergpreis Spirstock bin ich dann an ihm dran und überhole- er meint ihm sei der Stecker gezogen worden- kein Kommentar von mir, ich sehe 200m weiter vorne Gerber HJ, den letzten verbliebenen Konkurrenten…in der Laufpassage hoch zum Spierstock sind es immer noch die 200m und in der Folge bleibt dieser Abstand auch über die technisch anspruchsvollen Abfahrten über die Holzegg nach Brunni bestehen. Also werden die letzten 16km und die beiden Anstiege über Bogenfang und Strichen entscheiden wer von uns als erster die Ziellinie überquert. Immer wieder schaut Hans-Jürg nun zurück wo ich bin, mein Fokus aber ist nach vorne zu ihm gerichtet, im ersten Anstieg zum Bogenfang komme ich ihm leicht näher-in der Fläche zum letzten Anstieg Strichen versuche ich erst gar nicht den Rückstand zu verkleinern, der Aufwand wäre zu gross, der letzte Hügel muss die Entscheidung bringen..dann die rechts Kurve und rein in die letzten 170Hm auf 3.3 km. Sein Vorsprung schmilzt kontinuierlich, er schließt zu einem anderen Fahrer auf- hoffentlich pushen sie sich nun nicht gegenseitig- nein, beide sind müde und treten keine hohen Kadenzen mehr, ich komme näher und näher und dann entscheide ich mich für volle Attacke-drei Gänge rauf schalten, im Wiegetritt und mit brennenden Beinen ziehe ich zwischen den beiden durch und getraue mich erst nach unsäglich langen Sekunden zurück zu schauen-und- da ist niemand mehr zu sehen…nun kann mich nichts mehr aufhalten-voll mit Adrenalin und Vorfreude kann ich nun erst recht nochmals alles mobilisieren und knalle voll konzentriert in die letzte Abfahrt, über die Fläche rein nach Einsiedeln und sprinte über den Klosterplatz rauf ins Ziel-Yes ich habe es geschafft-in 4.58.50 im Ziel, Rang 1 Herren Fun 3/ Overall Rang 18 und in der IXS Gesamtwertung auf Rang 5 aller Fun Fahrer

Fazit: Im Bewusstsein, dass ich konditionell in hervorragender Form bin, wollte ich diesmal nach dem Start unbedingt den Anschluss halten und mehr als gewohnt pushen-das hat sich gelohnt, auch wenn ich dann für diesen Effort im Anstieg zum Adlerhorst / Spirstock bezahlen musste und im Vergleich zum letzen Jahr beinahe 2 Minuten verloren habe. Ein super Abschluss für eine tolle Marathonsaison-Danke

P.S. Vor der Siegerehrung habe ich mich noch mit Gerber Hans-Jürg unterhalten. Er ist dann in der letzten Abfahrt noch über eine Kurve hinaus gefahren und heftig gestürzt-glücklicherweise ist ihm nichts Ernsthaftes passiert.
Team sixty-sixerswir sehen uns hoffentlich 2010 wieder

77km/2300Hm

Aus Hans-Urs Sicht:

Am Samstag fahren Dani und ich frohen Mutes in Richtung Sattel ab, die Wetterprognosen sind ja sehr positiv ausgefallen. Wann hat es eigentlich zum letzen Mal so richtig geschüttet?!
Dass muss uns aber dieses Wochenende nicht kümmern, dass allerletzte Rennen der Saison steht an: IRON BIKE RACE in Einsiedeln.

Als „Hamburger“ oder „Erstmelker“ an diesem Rennen zeigt mir Dani am Samstag beim Einfahren auf den ersten 20 km die Schlüsselstellen.

Anschliessend mit Odilo und den Töchtern ein paar Wort gewechselt und bei den 2010’Bikes auf der Expo noch ein wenig geträumt……………
Schon geht’s zum Pasta-Essen und diversen Kaffee’s in Richtung „Bettenhausen“.

Beim Frühstückbuffet am Sonntagmorgen – das grosse Staunen: So viele verschiedene Brote und so schön arrangiert habe ich bis jetzt noch nie gesehen (P.S Hotel Bären, aber die Zimmer sind wirklich nur „Pilgerzimmer“, da verpasst man nichts).

Um 09.10 Uhr erfolgt der Start, ich stehe diesmal ganz weit vorne im Startfeld 2. Mit einem Höllentempo geht’s zu den ersten beiden Schlüsselstellen – problemlos passiert und in der ersten wirklichen Steigung splittert das Feld sich stark auseinander. Es läuft prächtig, der Rhythmus ist schnell gefunden, dementsprechend geht’s zügig vorwärts.

In den ersten Stunden geht’s wirklich ausgezeichnet vorwärts, auch die Abfahrten sind eine wahre Freude und Genuss. Aber ab Kilometer 60 machen sich jetzt die ersten Ermüdungserscheinungen bemerkbar, die Tritte auf den Flachstücken mit z.T. Gegenwind werden zur Qual (leider kann ich bei niemanden Windlutscher spielen). Als nächstes stellen sich erste Krämpfe ein – ich, der noch nie Krämpfe gehabt habe – ich fahre also voll am Limit oder schon darüber?! Eine Fahrerin vom Stöckli-Renn-Team hat vor lauter Krämpfen sogar Tränen in den Augen und Zahnweh, dass kann ja heiter werden……

Also, Hirn oder besser die Krampf-Gedanken ausblenden und bereits geht’s in die letzte Abfahrt über Stock und Wiesen. In einer Spitzkehre noch ein Fully-Fahrer ausgebremst, spontaner Beifall vom Streckenposten und schon geht’s rein ins Dorf Einsiedeln. Letzter Sprint über den Klosterplatz, Rampe hoch und rein ins Ziel. Wo ich freudig von Anita begrüsst werde – Uffffffffff, dassssssss war ein Chrampf………

Mit meiner Zeit von 4:13 Minuten bin ich im ersten Fünftel der Rangriste, da bin ich wirklich sehr zufrieden.
Soooooooo, die Rennsaison 2009 ist definitiv beendet, nach einem eher harzigen Start im Frühling folgte der sehr versöhnliche Abschluss in Einsiedeln.

Klosterplatz
Zielsprint über den Klosterplatz

Iron Bike Race Einsiedeln,27.09.09

O-Tour bike Obwalden, 13.09.2009

88km/3300Hm

Aus Dani`s Sicht:

Heimvorteil, ein Marathon direkt vor der Haustüre ohne lange Anreise und Hotelübernachtung.
Leider schlief ich dann doch nicht viel besser als im Hotel- mein Magen/Darm meldete sich die halbe Nacht…und diesmal schnarchte nicht Hans-Urs….sondern meine liebe aber erkältete Pia.
Tagwache dann kurz vor 06.00 Uhr und schon rief die Toilette, der Magen rumorte gehörig.
Abfahrt nach Alpnach und anschliessendes Einfahren, die Beine fühlen sich gut an, der Magen nach wie vor nicht und schon muss ich mich umgehend nach einer öffentlichen Toilette umschauen.

Einstehen im Startblock und 07.45 Uhr geht’s los- so schnell wie möglich nach vorne um den Anstieg zur Lütholdsmatt nicht im Pulk fahren zu müssen. Zügig geht’s vorwärts, die Beine drehen, der Magen blubbert- muss ich ins Gebüsch oder nicht- eine ganz neue Erfahrung…Nur nicht zuviel darüber nachdenken- fahren und dran bleiben. Oben im Langis ist es kalt und der Nebel macht die anschliessenden Abfahrten anspruchsvoll, da zeitweise keine 10m Sicht vorhanden war. Kurz nach dem Pass zum nächsten Anstieg verpflegen mich die Jungs und Pia informiert die aktuelle Platzierung- Schatz; 4 Fahrer Herren 3 sind vor dir…
Zu diesem Zeitpunkt fuhren Ester Süess und ich zusammen, sie hielt sich in den Abfahrten immer hinter mir, sie dachte wohl ein Nidwaldner müsste die Strecke kennen..Sie dachte leider falsch- Hans-Urs und ich sind die Strecke nur teilweise mal abgefahren- also mit Vernunft fahren war angesagt. Trotzdem musste ich dann in einem verblockten Waldtrail infolge Unkonzentriertheit alles Glück auf einmal einziehen um nicht mit dem Boden Bekanntschaft zu machen- sehr viel Glück gehabt!!! Wieder in Alpnach angelangt geht’s nun für uns auf der langen Distanz auf die gegenüberliegende Seite des Tales Richtung Ächerli, der Magen belässt es glücklicherweise beim rumoren…

Im Aufstieg nach St.Niklausen- Schwandi- Ächerli erwartet mich bereits wieder meine Family –Bidon Übergabe durch Fabio, Magnesium erhalte ich von Ramon und die aktuelle Rangierung teilt mir Pia mit- alles unverändert, nach wie vor sind 4 Fahrer aus meiner Kategorie vor mir, einer als mein Motivator bereits in Sichtweite. Also heisst es kurbeln was die Beine hergeben und nach den steilen Asphalt Rampen im Schwandi, wo mich völlig überraschend Gerber Res anfeuerte- vielen Dank nochmals- hoch zu den letzten 400 Hm zum Ächerli bin ich endlich dran, ziehe vorbei und sage zu ihm: Heya Peter-ä zächi Sach hä. Er sagt: Ä lueg da, dr Dani, wiä länger wiä besser. Ja tatsächlich, die langen Distanzen liegen mir gut und in der Folge überhole ich bis zum Ächerli noch mehrere Fahrer, leider keine direkten Konkurrenten. Der anschliessende Downhill, teilweise über wunderbare Singeltrails runter nach Feltschi- Cholerbodä und Ifängli forderte vollste Konzentration und schon geht’s zum letzten Anstieg Muoterschwandenberg und da, ich kann’s kaum fassen, bin ich auf einmal an der Nr.301 Gerber HP dran, dem Leader der IXS Fun Wertung. Hey, da liegt der dritte Platz drin- das beflügelt ungemein und lässt mich nochmals alles geben- ran fahren, überholen und nun aber voll durchziehen, kein Blick zurück und über die Kuppe rein in die letzten Singeltrails runter zum Flugplatz Alpnach und über eine Zusatzschlaufe rauf ins Ziel beim Schulhaus.
Geschafft- in 4.26 Std Rang 3 Herren Fun 3 – Overal Rang 18

Fazit: Anfangs hat mich das körperliche Unbehagen doch ziemlich irritiert, doch nach dem Motto das unvermeidliche zu akzeptieren und sich wieder auf das zu fokussieren was beeinflusst werden kann, lief`s dann doch erstaunlich gut.
Einmal mehr zeigen die Abschnittszeiten klar auf, dass ich im Rennen hinten raus zusetzen kann, jedoch in der Startphase des Rennes zuviel Zeit verliere – mal schauen wie ich das für die nächste Saison optimieren kann.

Dani
Nebel und Kälte auf dem GlaubenbergSiegerehrung Herren Fun3

43km/1590 Hm

Aus Hans-Urs Sicht:

Zuerst mal herzliche Gratulation an Daniel(e), es ist eine grosse Freude seinen Teampartner auf dem „Träppli“ zu sehen. Von solchen Heldentaten kann ich nicht erzählen, aber schön der Reihe nach……….

Mit meinem auf 8.44 kg abgemagerten Hardtail (neue, wunderbar leichte DT-Gabel – in der Velobörse gekauft) geht’s ganz locker um 07.00 Uhr nach Alpnach. Trotz Wildessen am Vorabend im ALPINA-Wolfenschiessen macht mein Magen im Gegensatz zu Daniel(e) überhaupt keinen Sorgen.

Nach dem Start wechsle ich ein paar Worte mit Werni P. in der ersten Steigung, plötzlich ruft mich eine bekannte Stimme „Hans-Urs, was machst du den da?!“. Ich schaue mich um, es ist Toni F. – welch freudige Überraschung. Kurzer Wortwechsel und Glückwünsche – Hei Gfeller dass ist hier keine „Kaffikränzli“. Also, Kette in Richtung rechts und mit flottem Tempo geht’s in Richtung Lütholtsmatt/Schrottenegg. Ich kann eigentlich auf der gesamten Strecke immer Leute überholen, für die Moral wirklich „Doping“. Im Langis sehe ich vor lauter Nebel zum Teil die Konkurrenten wie auch die Strecke nicht mehr, also Tempo anpassen. In der Abfahrt wird meine DT-Gabel bockig, mein Gabel-Setup ohne vorheriges Testen war nicht das Gelbe vom Ei!
Unter Murren muss ich ein paar Fahrer vorbeiziehen lassen, mit Glück lande auch ich nicht im steilen Waldtrail (nass + stark verblockt) im Graben. Im unteren Teil der Strecke mit Schotter – und Wiesenpassagen kann ich wieder Terrain gut machen. Schon geht das Rennen nach 2:28 Std. für mich zu Ende, hätte mich doch für die lange Strecke anmelden sollen?!

Heute ist es wirklich prächtig gelaufen und die Strecke hat auch viel mehr hergegeben, als Daniel + ich gedacht haben.

So, jetzt geht’s gegen Ende September noch zum „Abschlussrennen“ nach Einsiedeln. Mal schauen was mich „Hamburger“ da erwarten wird……

O-Tour bike Obwalden, 13.09.2009