IXS Goldenrace Schleitheim – 27.06.2010

IXS Goldenrace Schleitheim 90km/2600Hm

Bei besten Wetteraussichten geht’s am späten Samstagnachmittag mit Hans-Urs nach Schleitheim und wiederum logieren wir im gemütlichen Landgasthof Post.

Aus Dani`s Sicht:

Tagwache spät um 07.00 Uhr, wäre auch früher aufgestanden, hat doch einer die ganze Nacht singeltrails frei gesägt……ein Blick aus dem Fenster verspricht Kaiserwetter und die letzten Tage war es trocken, somit sollte es kaum noch schlammige Passagen im Wald haben.

08.00 Uhr einfahren, das Körpergefühl ist nicht wirklich gut, ein verspannter Rücken und Beine wie Ballone, ich kann nur hoffen das sich das im Rennen löst. Bereits früh gegen 08.20 Uhr einstehen im Startblock 3- dieses Jahr will ich nicht zuhinterst einstehen müssen.

Dann um 08.48 Uhr der Startschuss und sofort Blick nach vorne- der Organismus dreht hoch, die Beine drehen, die Rückenverspannung wie weggeblasen – also los, an der Spitze dran bleiben.
Die ersten 20km kann ich gut mithalten, dann wird der Abstand sukzessive grösser und schon bald fahre ich einsam mein Rennen. Auf der Siblinger Höhe dann Verpflegung durch meine Family, noch schnell einen letzten Schluck aus dem Bidon und ein neues von Fabio entgegennehmen. Es ist brutal heiss und trinken immens wichtig- Info durch Pia: Schatz, du bist 1.30 Min. hinter der Spitze, dran bleiben.
Die Waldtrails sind heuer perfekt zu fahren, machen echt Spass. Die schnellen Abfahrten machen mir etwas mehr Mühe, geht mir doch dreimal die Kurve aus….nichts passiert, nur der Bauer wird sich ärgern über die Reifenspuren im Maisfeld.
Das stetige auf und ab in der glühenden Hitze setzt mir doch mehr zu als mir lieb ist, aber das wird den meisten so gehen, also weiter treten und trinken und nochmals trinken.

Auf den letzten 15km schliesse ich dann zu einem Fahrer auf und so kommen wir beide endlich mal zu Windschatten. Mental bereite ich mich nun auf die zwei letzten kurzen aber harten Anstiege kurz vor dem Ziel ein. Nochmals hoch über einen Rebberg mit steilen Wiesentrails, nun tut’s wirklich weh, aber ich kann noch mehrere Fahrer überholen, wieder runter und mit dem letzten Gegenanstieg und einer kurzen Abfahrt rein ins Ziel.

In 3.57 Std. Rang 3 Herren Fun 2-Overall Rang 16

Fazit: super Streckenverhältnisse und tolle Verpflegung durch Pia und Jungs bei bestem Wetter, dazu der erste Podestplatz der Saison, was will ich mehr.
Mein Schwachpunkt bezüglich Stehvermögen wurde auch heute wieder klar aufgezeigt- aber der Abstand zur Kategorien-Spitze wird kontinuierlich kleiner – ich bin auf dem richtigen Weg.

Gratulation auch an mein Team-Gschpänli Hans-Urs-tolle Leistung-never give up

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Dani bei der Verpflegung

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Dani vor dem „Zielsprung“

Aus Hans-Urs’s Sicht:

Ich kann oder darf Positives aus dem hohen Norden der Schweiz berichten, aber schön der Reihe nach……….

Am späteren Samstagnachmittag geht’s zügig in Richtung Nordschweiz los. In Rheinfelden verpassen wir beim „Schnorren“ den grossen und markanten Abzweiger in Richtung EKS Goldenrace nach Schleitheim! Dank Handy-Navi finden dann doch noch den Weg in die Hallauer-Berge. Im beschaulichen und gemütlichen Hotel Post einchecken, anschliessend zügig die Startnummer abholen und am SPONSOR-Stand noch eine „Geheimwaffe“ posten?!

Nach einer ausserordentlichen erholsamen Nacht (Sorry Dani für’s Schnar…..) ist erst um 07.00 Uhr Tagwache, so schön gemütlich geht’s (leider) nur in Schleitheim zu. Ein kurzes aber feines Frühstück und schon ab auf’s Bike zum einrollen.

Pünktlich um 08.45 Uhr geht’s im Startblock 3 von 3 zügig los, kleinere Positionskämpfe hie und da, aber alles kein Problem. Die Strecke kann man in 2 Teile teilen, im ersten Teil hat es drei lange Anstiege und im zweiten Teil (Deutschland) ist es nur noch ein stetes auf und ab!

Huuuiiii, heute läuft es aber prächtig. Als ich mal wieder auf den Puls schaue → 170! Jetzt aber ein wenig „Gas“ rausnehmen. Aber alles halb so schlimm, meine Mitstreiter drosseln ebenfalls ein wenig das Tempo. Die schnelle Startphase fordert seinen Tribut.

Sooooooo, die erste Hälfte ist absolviert, die Anstiege und Abfahrten sind bei diesen Verhältnissen „fast“ problemlos zu befahren. Ein paar nasse und sumpfige Stellen hat es zwar noch, aber wie hat es hier vor einer Woche ausgesehen → unfahrbar?!

Ab jetzt macht mir plötzlich die Vorderradbremse ein wenig Kummer, ein Kolben sitzt fest und daher ist die Bremsleitung auf 25 % zusammengefallen. In den nun folgenden Schotterabfahrten kann ich nur die Hinterradbremse richtig einsetzen. Dies ist zwar fürs Tempo schlecht, aber kommischerweise bringt das mich nicht gross aus der Ruhe. In der Gruppe führe ich in den Steigungen, in den Abfahrten lasse ich mich nach hinten „fallen“ und muss zwar in den Flachstücken zuerst immer den Rückstand aufholen. Aber dies ist heute für mich kein (mentales) Problem, es motiviert fast ein wenig!

Jetzt ist es Zeit für meine „Geheimwaffe“ → SPONSOR-Activator (eine schwarze Glasfläschen) ist ein Koffein-Bombe mit Grüntee! Scheusslich im Geschmack, aber für die „Schlussoffensive“ und Motivation genau das Richtige. Kein Angst meine lieben Leute, dieses Mittelchen steht nicht auf der Doping-Liste.

Mit immer noch starken Beinen lasse ich alle Mitstreiter nach und nach hinter mir und „fliege“ dem Ziel entgegen. Aber da kommen ja noch 2 fiese Anstiege mit kleinen giftigen Rampen.

Auch da kann ich voll durchziehen und noch ein paar Plätze gutmachen, heute läuft es wirklich prächtig – warum nicht immer so?!

Mit 4:39:24 schiesse ich durchs Ziel – Wahnsinn, dies ist eine super Zeit für mich. Hey, da bin ich aber extrem zufrieden. Auf Daniel (herzliche Gratulation zum 3. Rang) nur knapp 40 Minuten verloren, das ist wirklich „saugut“!

Fazit:

– Sehr gelungenes (familiäres) Event
– Strecke vor allem in der ersten Hälfte top Level
– Verpflegung und Organisation sehr gut
– Top-Leistung meinerseits (knapp im 1/3 meiner Kategorie) – was will ich mehr!

Sooooo, nach einem so erfreulichen Rennen kann ich getrost in die „Sommerpause„ abtauchen.

In einer Woche geht’s mit Stefan Fankhauser + Werni Portmann mit den Mountainbike für 7 Tage ins Unterwallis , über die Berner Alpen und retour in die Innerschweiz. Dass wird sicherlich „äh gfreuti Sach“, hoffentlich erwarten uns viele, viele schöne Singletrails……….

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Hans-Urs bei der „Christen-Verpflegung“

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Hans-Urs im Zielsprint

IXS Goldenrace Schleitheim – 27.06.2010

Black Forest Ultra Bike Marathon, 20.06.2010

Der Schwarzwald Klassiker 116km/3150Hm

Dani:
Wie letztes Jahr fahren wir am Freitagnachmittag, und wieder bei heftigem Regen, mit Sack und Pack zum Campingplatz Kirchzarten und können das Zelt tatsächlich bei Sonnenschein aufstellen.
Anschliessend zur Akkreditierung um die Jungs und Götti-Bueb Nico für das Kid`s Race vom Samstag nachmelden und ab zum Nachtessen draussen in der Gartenbeiz, mit Blick auf die Zielkurve des City-Race. Nachtruhe nach 22.00 Uhr und schon bald fallen die ersten Tropfen….

Am Samstagmorgen um 06.00 Uhr verspüre ich den Drang auf die Toilette gehen zu müssen, will mich anziehen, was sehe ich da spiegeln auf dem Plastik im Zelt zwischen den Schlafkabinen? O Mann, überall Wasser und meine Sporttasche mit den Ersatzkleidern mitten drin- grosse Sch….
Na, dann ist halt bereits jetzt Tagwache, verbunden mit viel Putz Arbeit-Danke Pia.

Ab 10.00 Uhr bei Dauerregen sind dann die Jungs im Einsatz -in den Kategorien U11/ U13 und U15 starten sie auf einem sensationellen, mit allen technischen Elementen ausgestatteten Bike-Rundkurs. Für alle wiederum eine tolle Erfahrung bezüglich Kondition, Fahrtechnik und neu mit Outdoor Einfluss (Schlamm bis hinter die Ohren) Gratuliere Jungs- alles ohne Jammern- Hut ab.

Sonntagmorgen Tagwache um 05.45 Uhr bei kühlen 8°, aber ohne Regen. Ein Stück Butter Zopf mit Honig, einen heissen starken Kaffee und eine Banane, mehr bringe ich nicht runter.
Rein in die Bike Klamotten, Beine und Rücken mit Dul-X einschmieren, Ärmlinge montieren, Gilet?

07.00 Uhr kurz einfahren mit Hans-Urs und einstellen im Startblock 2. Die Einteilung der Startblöcke sollte nach den Fahrzeiten der Vorjahre erfolgen, sollte, doch halten sich nicht alle daran und so wird vom Funktionär kurzerhand die Block-Nummer auf der Starnummer mit Klebeband abgedeckt- Hallo, wo sind wir den hier ?? Ein anderer Fahrer hinter mir war anscheinend so nervös, dass er andauernd mit dem Lenker meinen Rücken malträtierte bis mir dann doch der Kragen platzte und ich ihn auf gut Schweizerdeutsch mal kurz stauchen musste.

07.32 fällt der Startschuss und los geht`s auf die nassen, Kräfte raubenden Trails.
Im Gegensatz zu letztem Jahr will heuer jeder führen, doch bald schon ist mir das Tempo zu langsam und so forciere ich vor dem ersten Anstieg und fahre meinen Rhythmus, trotz massiven Schaltproblemen, die Gänge springen wie verrückt rauf und runter- also am Schaltkabel drehen bis ein Kompromiss gefunden ist. Dann im ersten längeren Anstieg plötzlich ein kurzes Zwicken in der rechten Wade, die Kälte setzt mir anscheinend doch zu, also kurz einwenig Druck von der Pedale nehmen und vorsichtig weiter treten- dann nach kurzer Zeit nochmals ein Zwicken, löst sich aber schnell wieder und kommt glücklicherweise nicht wieder.
Nach dem ersten längeren Anstieg im Wald sind wir nur noch etwa 10 Fahrer aus Startblock 2, das Tempo bleibt hoch und schon sind wir in Hinterzarten, da steht meine Family bereit mit Verpflegung- Schatz- mir geht’s bestens.
Der Speed bleibt trotz schwerem Boden hoch und so dezimiert sich die Gruppe in den vielen kleineren Anstiegen kontinuierlich. In Richtung Bärental ist es dann auch um mich geschehen und muss die Spitze ziehen lassen, jetzt nur nicht hängen lassen und immer Druck auf die Pedalen geben. Verpflegung bei Altglashütte durch Pia, Nico und die Jungs, doch bei der Kälte ist mein Bidon noch fast voll. So geht’s über die steile Schotter Rampe bei Menzenschwand, dann stetig auf und ab bis Todtnau und hin zur Asphalt Rampe mit 20% bei Aftersteg „ The Wall“ wo die Fahrer wie jedes Jahr frenetisch von den Zuschauern angefeuert werden- eine wirklich tolle Atmosphäre.
Im Aufstieg zum Knöpflesbrunn werde ich vom Leader der Powertrack 88km Strecke eingeholt, ich packe mir sein Hinterrad und kann beinahe bis zum letzten steileren Wiesentrail Richtung Hofsgrund dran bleiben, dann muss ich abreissen lassen und sehe wie sich der knapp vor mir fahrende Konkurrent nun ihm anhängt – Schade, denn im Ziel sollte sich herausstellen, dass ich zu diesem Zeitpunkt um einen Podestplatz gefahren bin.
Nun noch konzentriert die letzten schnellen Abfahrten und kurzen Gegenstiege sauber fahren und runter nach Kirchzarten, durch den Camping über die letzten zwei Holzrampen rein ins Ziel.

Ein tolles Rennen bei anstrengenden Verhältnissen, ohne Panne und ohne Sturz, na wer sagt`s denn, es geht doch 
In schnellen 4.59 Std. erreiche ich das Ziel. Ultra Senioren 2 im Rang 4-Overall Rang 24

Fazit: Die Zielsetzung für dieses Jahr ist es die Rennen von beginn an zu forcieren, das klappt bestens -nun muss ich am Stehvermögen arbeiten, dann klappt es mit dem Podestplatz.
Ich war nie in der Pfadi, daher ist das Campieren nicht so mein Ding- da sehe ich Potential für nächstes Jahr….

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Dani kurz nach dem Start

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Dani bei der Verpflegung durch den Göttibub

Hans-Urs:

Am Samstagmittag geht es alleine mit dem Campingbus in Richtung Freiburg im Breisgau los. Mit gemischten Gefühlen zwar: 1. Es regnet in Strömen + 2. Mitte der Woche hat mich eine Grippe erwischt.
Da wir schon fast als alte Black-Forest-Hasen durchgehen, bringt mich das nicht gross aus der Ruhe. Da ich mich zumal im letzten Jahr mit einer wirklich miesen Form über die Ultra-Distanz von km 115 mit Hm 32150 gekämpft habe. Also, Distanz und Höhenmeter habe ich im Griff, es ist nur eine Frage der Zeit……..
Um 06.00 Uhr in der Früh geht’s los. Der Wetterfrosch hat Recht, es ist trocken aber empfindlich kalt…..
Der Dreck und die Nässe machen Daniel und mir keine allzu grossen Sorgen, da extrem viel der Strecke auf Schotterwegen absolviert wird.
Was soll ich anziehen?! Auf Daniel kann und darf ich nicht schauen, der hat einen ganz anderen Temperaturhaushalt, im bin der klassische Warmduscher. Mit der Variante „warm“ mit Gilet, Arm- und Beinlingen geht’s zum kurzen Einfahren.
Im Startblock 3 von rund 25 (= ich zerre immer noch von meiner Superzeit aus dem 2008) geht’s pünktlich um 07.30 Uhr mit AC/DC-Musik auf die Strecke.
Ich probiere mich sofort an eine grössere Gruppe zu heften, was mir auch nach 10 km bestens gelingt. Die Gruppe ist mit 30 Mann relativ gross, da kann ich mich sehr gut „verstecken“. Im ersten Anstieg kann ich problemlos mithalten und auch die Abfahrten werden sehr zügig absolviert.
In der ersten langen Abfahrt, kurz vor dem Titisee“, ein riesiger Knall!? Mein Hinterreifen hat es voll erwischt. Kein Problem denke ich, ich habe ja meine Dichtmilch drin. Einfach nur weiterfahren, das Loch wird dann schon abgedichtet. Denkste, der Schlitz ist zu lang, in Sekundenbruchteilen fahre ich auf der Felge – Scheisse! Mit klammenden Finger ziehe ich den Ersatzschlauch rein. Den Schlitz kann ich nicht flicken, da die Innenseite vom Reifen wegen der Dichtmilch zu nass ist, der Mantelkleber würde nicht haften.
Sooooooo, jetzt sofort rauf auf’s Bike und der Meute hinterher. Aber was soll dass, die Beine drehen überhaupt nicht mehr?! Ich komme mir vor wie ein Achtzylinder der plötzlich nur noch auf 4 Zylinder läuft. Es geht nicht mehr viel. Ich kann machen was ich will, anstatt das Feld aufzurollen werde ich laufend von andern Biker überholt! Meine Motivation geht in den Keller und das bei km 35 von total 115!
Über die nächsten 2 – 3 Stunden gibt’s nicht viel zu erzählen, ich chrampfä oder besser quälä mich über die Distanz. Aber der Motor will einfach nicht hochdrehen, meine Wunschzeit von unter 6 Stunden muss ich heute vergessen – „Super“ für die Motivation!
Bei der ersten Verpflegung mit COLA greife ich „Herzhaft“ zu und oh Wunder jetzt geht’s plötzlich besser. Leider etwas spät, aber was soll’s, ich nehme jetzt halt sehr spät die Verfolgung auf……….
So machen wenigstens die letzten 2 Stunden wieder Spass, laufend kann ich Biker überholen und so ein paar Plätze gutmachen.
Nochmals kurz zu einem Reparaturposten, mein Hinterrad verliert Luft. Ein freundlicher Herr hilft beim Pumpen, als er die 0.9 Bar auf dem Manometer sieht, meint er: „Da hasch aber wenig Luft drin“. Ich antworte nur trocken: „Darum bin ich auch hier“.
Nach 6 Stunden bin ich immer noch sehr weit entfernt vom Ziel, der letzte Verpflegungsposten habe ich nämlich noch immer nicht passiert.
Noch ein Sprint und ich komme mit einer Fahrzeit von 6:32 in Ziel. Ich habe sogar meine schlechte Zeit vom letzten Jahr überboten!
Dass war gar nichts – ich bin überhaupt nicht zufrieden. Obwohl ich mit dieser miesen Zeit immer noch im Mittelfeld (Rang 392 von 913 klassierten Fahrer) rangiert bin, dies spricht nicht für das Niveau vom Teilnehmerfeld! Da fährt Daniel in einer ganz anderen Liga!

Als einziges Highlight kann ich nur den Spontanbesuch von Anita nennen, sie reist extra mit dem ÖV kurz vor dem Mittag an. Es gibt doch nicht Schöneres, als seine Frau am Ziel zu begrüssen und zu küssen (trotz dreckverschmierten Gesicht). Da ist auch der Ärger über die abgelieferte Leistung relativ schnell vergessen.

Sei’s drum, im 1 Woche geht’s ja nach Schleitheim zum GOLDEN-Race. Mal schauen, ob es von da Erfreuliches zu berichten gibt. Einfach nächste Woche wieder reinschauen…..

Fazit:
– Perfektes Event, super Organisation und geniale Verpflegung
– Fast 20 Minuten langsamer als 2009, sogar 50 Minuten als 2008!

Black Forest Ultra Bike Marathon, 20.06.2010

IXS ELSA-Bike-Trophy vom 13.06.2010

60 km/1600 Hm

Hans-Urs:

Wegen den Wetterprognosen mit gemischten Gefühlen fahren wir um 07.00 Uhr in Richtung Murtensee ab. Kurz vor Bern schüttet es wie aus Kübeln, für die Moral nicht wirklich erbauend. Aber in der Westschweiz hat das SF-Meteo für den Sonntag ein paar Aufhellungen gemeldet?!

Auf Wetterfrosch „Bucheli“ ist nicht immer Verlass – aber heute schon (zum Glück). In Estavayer-le Lac ist es relativ trocken und die Sonne kommt zaghaft hervor.

Sehr Nahe am Start- und Zielgelände parkiert und schon geht’s zur Startnummerausgabe, gefolgt von einem wässerigen Kaffee. Anschliessend noch das Ausstellungsgelände erkundet und schon sind wir beim Einfahren.

Um Punkt 12.00 Uhr erfolgt der Start, die ersten paar hundert Meter sind neutralisiert. Diese Phase ist im hinteren Teil vom Feld immer sehr mühsam, STOP AND GO wie auf der Autobahn. Ein paar übermotivierte „Schnellstarter“ überholen wie wahnsinnig, das Rennen wird ja bekanntlich nicht am Start gewonnen, aber einige Unverbesserliche wissen dies noch immer nicht!

Na was soll’s, meine Beine drehen nicht schlecht uns schon stehen die ersten steilen Rampen an. Vom Charakter her ist das Rennen eher ein CC-Lauf als ein Marathon, wie wir’s eigentlich gewohnt sind.

Zum Rennen kann ich nicht viel sagen, Beine drehen der Form entsprechend sehr gut. Man(n) kann schon von einem „Genussrennen“ reden. Die vorherige Besichtigung (= sehr gute Idee von Dänu) am letzten Donnerstag (Feiertag: Fronleichnam) hat sich gelohnt. Ich weiss immer was auf mich zukommt und kann daher meine „Überholmanöver“ und „Schaltpunkte“ optimal darauf auszurichten.

In den Waldabschnitten ist es am Anfang sehr trocken (überraschenderweise), ab Mitte des Rennens öffnet Petrus 2 x sein Schleusen. Ab jetzt wird es schlammig, nass und glitschig………….

Aber heute geht’s blendend, die zum Teil sehr steilen Abfahrten kann ich sehr zügig und einigermassen kontrolliert absolvieren (mit Ausnahme von ein paar Rutscher vorne und hinten oder teilweise sogar über beide Räder gleichzeitig). Vor lauter Dreckspritzer auf der Brille ist kurzzeitig Bildflug angesagt, aber es macht trotzdem extrem viel Spass……………
Obwohl mein Bike komplett mit Schlamm/Dreck „zugepappt“ ist, habe ich keine nennenswerte Schalt- oder Bremsprobleme – zum Glück!

Als Wunschziel habe ich während dem Rennen eine Zeit unter 3 Stunden zum Ziel gesetzt.
Scheisse, bei km 55 sind schon 2:55 Std:Min vergangen. Ein letzter Spurt ins Ziel, unter den Anfeuerungsrufen von Dänu (vielä Dank), mit schliesslich 3:06 Std:Min für 60 Km + 1600 Hm bin ich aber auch zufrieden.

Dies ergibt ein Platz im vorderen Mittelfeld (72 Rang von 188 in meiner Kategorie) – nicht schlecht. Alles in allem ein extrem gelungener „Sonntagsauflug“, geile + schnelli Hatz über super Trails in den Hügeln rund um Estavayer. Äh ganz gfreuti Sach im Welschland, nur die Streckenverpflegung war miserabel.

Dani:

Premiere beim als Marathon getarnten Cross- Country Sprint in Estavayer le Lac.
Die Charakteristik des Rennens ein dauerndes auf und ab, keine langen Anstiege, viele Richtungswechsel und schmale Singeltrails im Wald, kaum Erholungsmöglichkeiten.

Sonntag 07.00 Hans-Urs abholen und Abfahrt bei unsicherem Wetter Richtung Westschweiz.
In der Region um Bern dann heftiger Regen, das kann ja heiter werden. Im schlimmsten Fall verschlammte und rutschige Waldtrails am Elsa Marathon, ich liebe das…gar nicht!
Welch positive Überraschung dann im Startgelände-Aufhellungen über dem Neuenburgersee und beinahe trockene Verhältnisse.
Auf anraten von Bikekollegen stelle ich mich bereits eine halbe Stunde vor Rennstart im Startblock ein- eine gute Entscheidung, denn innert Minuten reiht sich Fahrer um Fahren hinten ein. Wenn ich vorne mitfahren will, muss ich möglichst weit vorne in die ersten Singeltrails einbiegen können, denn da ist überholen kaum möglich und bis zur nächsten Gelegenheit ist der Zug vorne bereits abgefahren.
Dementsprechend bin ich einwenig nervöser als gewöhnlich, die Pulsanzeige am Computer habe ich schon mal ausgeschaltet…es ist Vollgas angesagt, da braucht es keine Pulsuhr, irritiert mich höchstens.
Endlich um 12.01 Uhr geht’s hinter den Quads neutralisiert los, das Tempo ist extrem langsam, lasst uns endlich los preschen- dann heulen die Motoren auf, die Quads geben Vollgas uns das Rennen ist lanciert. Volle Kanne geht’s sofort los, leicht hinauf zum ersten steilen Anstieg ,das Herz rast, die Beine brennen- dran bleiben und möglichst vorne platziert in die ersten Singeltrails einbiegen.
Das funktioniert super und die Beine drehen optimal- so soll’s bleiben aber schon bald fühlen sich meine Beine irgendwie aufgepumpt an, ich schaue runter, sitze ich noch optimal oder was ist los? Und tatsächlich, in den holprigen Trail- Passagen ist die Sattelstütze kontinuierlich runter gerutscht -schnell anhalten, Schnellspanner lösen, Stütze auf die richtige Höhe richten, fester anziehen und sofort wieder los. Das hat kaum Zeit gekostet und mit viel Druck auf den Pedalen und gutem Rhythmus geht’s wirklich genial abwechslungsreich in die verwinkelten Trails und kurzen Anstiege- immer dran bleiben. Das Abfahren der Strecke mit Hans-Urs an Fronleichnam hat sich wirklich gelohnt, ich weiss immer was kommt und als dann auf den letzten 10km der Himmel alle Schleusen öffnet und die letzten technisch schwierigeren Trails schmierig werden kann ich diese konzentriert und sicher absolvieren- nun noch mal alles freisetzen und die letzten Kilometer Richtung Estavayer-le Lac durch drücken und ohne Sturz und Panne in 2.33 Std ins Ziel. 5 Rang Fun 2 / 35.Rang Overall

Fazit:
Es war wirklich ein langes Cross-Country Race- immer am Drücker bleiben, aber sensationell abwechslungsreich. Die Strecke genial, die Verpflegungsposten aber bedenklich nahe am absoluten Minimum.
Positiv auch, ich kann also doch sturzfrei ein Rennen beenden und in einer Zeit, die mich selber positiv überrascht hat.

Podest mit Dänu

IXS ELSA-Bike-Trophy vom 13.06.2010

Mt .Generoso IXS Marathon, Mendrisio 06.06.2010

94km/3500Hm

Samstagnachmittag geht’s diesmal ohne Teampartner bei bestem Wetter und guter Wetterprognose ins Tessin, um den Start der Marathon Saison 2010 gleich mit dem technisch und konditionell anspruchvollsten Anlass zu eröffnen. Zugleich wird auch die Marathon Schweizermeisterschaft ausgetragen.
Dieses Jahr bin ich im Albergo Milano einquartiert- eine gute Wahl- ruhig und doch zentral gelegen.
Am Abend treffe ich mich mit dem Team von Fusion World aus Kägiswil. Eine lustige Truppe und unser Sport bietet soviel Gesprächsstoff, die Zeit verfliegt und schon müssen wir uns verabschieden- wir sehen uns morgen am Start.

Tagwache um 05.00, ein Blick aus dem Fenster, bewölkt aber trocken. Um 06.15 Uhr Abfahrt mit dem Auto ins Parkgelände und anschliessendes einfahren. Dann einreihen im Startblock- Small Talks hier und da -noch schnell eine Banane verdrücken und 07.30 Uhr geht’s los auf die grosse Strecke.
Die ersten 12km sind Asphalt, dementsprechend wird vorne durch die Elite mächtig Gas gegeben und nach den ersten kleineren Anstiegen ist das Feld bereits wieder stark dezimiert. Mir läuft’s wirklich gut, zwar nahe an der AN Schwelle aber ich kann schön hinten dran bleiben- dann ab Km 13 bei Cabbio geht’s dann endlich ins Gelände hoch zur Alpe Bonello. Da muss ich dann abreissen lassen und meinen Rhythmus fahren. Dann die erste Verpflegung bei der Alpe Bonello, sogleich weiter hoch nach Prabello- kurzer downhill und wieder auf einem Wiesentrail hoch –und dieses Jahr komme ich hier ohne Pneu-Schlitzer durch.
Es ist drückend warm und der Schweiss fliesst bereits in Strömen…

Verpflegung in Bisbino bei Km 28 und weiter auf einem flüssigem Singel-Trail im Wald runter nach Lattecaldo, da kann ich Burch Renato aus meiner Kategorie distanzieren, dann eine technische Passage- steinig, verblockt, eng- einen Moment nicht 100% konzentriert und mein Körperschwerpunkt ist in Sekunden Bruchteilen vor dem Bike…..ehe ich richtig realisiere was geschieht fliege ich ab und lande in den Tessiner Steinen..und wieder ein Sturz am Generoso- Scheisse und es tut wieder höllisch weh. Der rechte Oberschenkel schwillt schnell an und blockiert leicht, das Bike schaut gut aus- also weiter- nein, die Schaltung hat doch was mitbekommen, nachjustieren so gut es geht- und Renato überholt mich wieder. Los ihm nach, doch die Beine wollen nicht mehr richtig drehen und unweigerlich folgen Rückenschmerzen, so frustrierend, ich kann die alte Römerstrasse hinauf die dickeren Gänge nicht mehr drücken und muss ihn ziehen lassen.
Echt, nun ist meine Moral ziemlich angeknackst und als ich kurz darauf an eine Verzweigung für die kurze Distanz komme, ist die Versuchung unglaublich hoch hier einfach links abzubiegen und dem Gewürge ein Ende zu machen, es wäre so einfach…..

Nein, kommt nicht in Frage, so schlecht geht’s dir nun doch nicht ( man hat soviel Zeit über alles mögliche Nachzudenken), also weiter über den Mt.Generoso den höchsten Punkt des Rennens mit trage- und schiebe Passagen, endlosen Trails auf Säumerpfaden, dem letzten nicht enden wollenden Aufstieg im Wald zum Dosso dell`Ora und die abschliessende alles durchrüttelnde Abfahrt schliesslich tatsächlich ohne weitere Zwischenfälle ins Ziel.
In 5.40 Std. Platz 6 Herren Fun 3- Overall Rang 41

Fazit:
Die Positive Sicht: Der Generoso liebt mich schon ein bisschen mehr, diesmal nur mit Sturz und Prellungen aber ohne Defekt, dann wird’s beim dritten Versuch????
Mein Ziel die Strecke in 5.30 Std. zu absolvieren war realistisch gesteckt und mit guten Beinen auch absolut realisierbar. Es was wieder einmal eine Charakterschulung, never give up !
Konditionell bin ich auf dem richtigen Weg und mit Pia`s Reiki Behandlungen sind auch die Prellungen schnell wieder weg.

Mt .Generoso IXS Marathon, Mendrisio 06.06.2010