30. Ötztaler Radmarathon 29.08.2010

30.Ötztaler Radmarathon, 228km/5300Hm

Nun endlich ist es soweit. Am Freitagmorgen fahre ich los nach Sölden um erstmals am legendären Ötztaler Radmarathon teil zu nehmen. Geplant war das Ümit auch mitkommt, doch leider hat ihn eine Virusinfektion so geschwächt, dass er sich abmelden musste- wünsche gute Erholung auf diesem Weg, dann halt umso motivierter im 2011.

Nach den heissen Tagen zuvor nun auf dem ganzen Weg bis ins Ötztal nur Regen und empfindlich kühl. Auf der Strasse nach Sölden ist sehr windig, aber trocken und hunderte Rennradler tummeln sich auf der Strecke um sich für ihr Highlight am Sonntag einzufahren.
Einquartiert bin ich im Hotel Hubertus- nicht übel- das Rennrad kommt natürlich mit aufs Zimmer.
Dann geht’s mit den Anmeldeunterlagen in die Sportarena um das Starterpaket abzuholen- meine grösste Sorge aber ist die Startblockzuteilung, denn meine hohe Nummer 3808 sieht nach weit hinten aus..Das nette Fräulein an der Startnummerausgabe aber schickt mich zuerst mal zurück ins Hotel, ich Depp habe die ID vergessen. Zuerst frage ich aber noch in welchem Startblock ich sein werde; im zweiten Block sagt sie, ich denke nicht übel, frage aber dann doch noch wie viele Blöcke es gebe. Sie sagt; ja zwei Blöcke. Im ersten Block sind die schnellen Wiederholungstäter und die Nachgemeldeten. Ich frage sie was ich unternehmen muss um im ersten Block starten zu können- melden sie sich bei der Rennleitung- das werde ich machen, zuerst aber schnell zurück ins Hotel und die ID holen.
Mit ID ausgewiesen erhalte ich dann das Starterpaket und melde mich bei der Rennleitung und äussere meinen Wunsch im ersten Block starten zu können. Eine Liste mit verschiedenen Radanlässen und Zeitlimiten liegt auf, nun hilft mir das tolle Resultat am Engadiner Radmarathon- eine Zeit unter 7 Std. berechtigt mich am Ötzi im ersten Block zu starten- uff, Glück gehabt, sonst hätte ich wohl schon um 05.30 Uhr einstehen müssen..

Am Samstag herrscht Aprilwetter, Regen und Sonne wechseln sich ab. Am späteren Nachmittag kann ich dann doch noch aufs Rad sitzen und so die aufkommende Nervosität etwas dämmen. Ich fühle mich bereit. Die Wetterprognosen für Sonntag versprechen kühle Temperaturen aber wahrscheinlich keinen Regen.

Die Nacht geht irgendwie vorbei, das Frühstücksbuffet löst keine Freudenschreie aus aber das Wetter stimmt sehr zuversichtlich, die Strasse ist trocken und die Bewölkung aufgelockert.
Kühle 3°C am Start und bis 0°C auf den Pässen machen die Kleiderwahl nicht einfach- aber Wärmesalbe ist unabdingbar.
06.10 Uhr stelle ich mich im Startblock 1 ein. Was für ein Bild, die ersten Reihen in Block 1 sind schon gut besetzt , aber hinten im Starblock 2, da stehen bereits ca.3000 Fahrer bereit… und der Start ist erst um 06.45 Uhr
Um 06.30 Uhr starten die Classic Fahrer und endlich um 06.45 Uhr ertönt der Startschuss für den ersten Startblock- mein Highlight 2010 geht los- die ersten 10 km sind neutralisiert, dann ist das Rennen frei. Im grossen Feld geht’s nun zügig nach Ötz, dann rechts weg hinauf zu Kühtai. Nun ist das Rennen definitiv lanciert, schnell die Regenjacke und Helmmütze ausziehen und den optimalen Ryhtmus finden. Ganz wohl fühle ich mich nicht, aber das Rennen ist lang, also locker und positiv bleiben. Eine wunderbare Gegend, die 18% Rampe kommt mir nicht so steil vor und schon bin ich oben, Regenjacke anziehen, einen Becher Wasser und eine Banane fassen und ab in die schnelle Abfahrt (max. 94 km/h) bis nach Kematen, ich schliesse zu anderen Fahrern auf, das ist extrem wichtig um nicht alleine in die Fläche nach Innsbruck fahren zu müssen. Laufend wird unsere Gruppe grösser und kurz vor Innsbruck holen wir eine andere Gruppe ein. Leider ist das Tempo hinauf zum Brenner nicht wirklich hoch, da das Kreiseln nicht funktioniert- schade. Ohne Mühe erreichen wir den Brenner, da muss ich unbedingt Wasser tanken, die Gruppe zieht weiter, hektisch schreie ich nach Wasser, muss mir aber selber helfen- Wasserhahnen auf und Bidon füllen- Deckel drauf- Banane zwischen die Zähne und als Einzelzeitfahrer presche ich der Gruppe hinterher- es fehlen ca. 300 Meter- Gott sei Dank verpflegen sich die meisten da vorne und nach unendlich langer Zeit finde ich wieder Unterschlupf in der Gruppe bis runter nach Sterzing. Da steht nun der Jaufenpass an, ein richtiger Schleicher, nicht zu steil, genau richtig für mein Gewicht. Fahrer um Fahrer lasse ich hinter mir, es läuft mir ausgezeichnet und macht echt spass. Auch hier wieder eine wunderbare Gegend und entlang der Stecke wiederum hunderte von Zuschauern die uns Fahrer lautstark anfeuern- super genial- Danke. Ohne Probleme passiere ich die Passhöhe und ab geht’s in die kurvenreiche Abfahrt runter nach St.Leonhard hin zum entscheidenden Aufstieg hoch zum Timmelsjoch auf 2507 m- 28.7 km und 1759 Hm stehen nun an und die Temperatur hat inzwischen 22°C erreicht. An der Verpflegungsstation Schönau schnappe ich mir eine Flasche Pepsi und nehme mit guter Kadenz das Timmelsjoch in Angriff. Zu meiner Freude läufts mir nach wie vor ausgezeichnet und als Resultat daraus überhole ich Fahrer um Fahrer, das beflügelt ungemein- immer wieder in den Wiegetritt um den Rücken zu entlasten, die Kadenz möglicht zwischen 60-70 halten und die 11-25 Kassette noch nicht ganz ausgereizt- so geht’s nun Kehre um Kehre nach oben. Zuschauer rufen mir zu „dein Traum geht schon bald in Erfüllung“- Gänsehaut Feeling. Die letzten Kehren vor dem Tunnel mit traumhafter Aussicht über die Berge brennen nun doch heftiger in den Beinen, dann sind wir zu fünft oben und fahren durch den Tunnel und runter und in den kurzen Gegenanstieg hoch zur Mautstelle- jetzt ist es fast geschafft- nun noch konzentriert zu viert die lange und rasante Abfahrt nach Zwieselstein in Angriff nehmen, nochmals über einen kleinen Anstieg durch drücken und runter nach Sölden. Auf der Zielgerade bei der 1000m Marke bemerke ich einen Hinterradlutscher- ich lasse die Beine hängen, fahre nach links dann nach rechts, er will einfach nicht vorbei- so nicht mit mir- bei der 500 m Marke trete ich mit aller Macht in die Pedalen und ziehe bis kurz vor dem Ziel voll durch- nun ist er weg und ich geniesse die Zieleinfahrt in vollen Zügen.
In 7.44 Std. erreiche ich das Ziel- Herren 1 Rang 20 / Overall Rang 40

Fazit: Ein unglaublich gelungener Anlass. Top organisiert, super Streckenführung mit Strassen Sperrungen, tausende von enthusiastischen Zuschauern entlang der ganzen Strecke die uns Fahrer anspornten, geniale Verpflegung im Ziel und zum krönenden Abschluss eine spektakuläre Abschlusszeremonie und Rangverkündigung.

Meine Taktik war klar definiert, bis nach St.Leonhard gut mithalten und am Timmelsjoch durchziehen, was die folgenden Tabellen eindeutig bestätigen.
Ich denke, ich bin 2011 wieder dabei, sofern ich einen Startplatz erhalte.
Vielen Dank auch an Bernd und Dieter vom Team Forchheim für die kollegiale Zeit und guten Tipps

Dani

Durchgangszeiten auf der Strecke

Bergzeitfahren Oetz-Kühtai 17.3km, Höhenunterschied 1200m
Fahrzeit 1:04.11,7
Durchschnitt 16,169 km/h
Rang Gesamt 107.
Rang Kategorie 47.

Bergzeitfahren Innsbruck-Brenner 38.2km, Höhenunterschied 697m
Fahrzeit 1:10.36,3
Durchschnitt 32,462 km/h
Rang Gesamt 99.
Rang Kategorie 42.

Bergzeitfahren Gasteig-Jaufenpass 21.6km, Höhenunterschied 1130m
Fahrzeit 58.40,7
Durchschnitt 22,086 km/h
Rang Gesamt 63.
Rang Kategorie 29.

Bergzeitfahren St.Leonhard-Timmelsjoch 31.4km, Höhenunterschied 1759m
Fahrzeit 1:46.01,3
Durchschnitt 17,769 km/h
Rang Gesamt 20.
Rang Kategorie 9.

Aufstieg zum Kühtai
Passhöhe Kühtai
TimmelsjochTimmelsjochBergpreis Timmelsjoch
Abfahrt ins Zielhier endet mein Traum

30. Ötztaler Radmarathon 29.08.2010

Eiger Bike Challenge 15.August 2010

Eiger Bike Challange 88km/3900 Hm, 15.08.2010

Trotz schlechten Wetterprognosen fahren Portmann Werni und ich am Samstagnachmittag nach Grindelwald ins Mountain Hostel.

Dieses Jahr weiss ich was auf der langen Strecke auf mich zukommt, daher verzichte ich auf das Einfahren vor Ort. Da Regen prognostiziert ist, hole ich mir aber Informationen zu den heikelsten Stellen von den einheimischen Thömus Fahrer ein, die kennen die Strecke bestens.
Gegen Abend setzt dann Dauerregen ein…
Auch dieses Jahr werden Pia und Fabio frühmorgens von zu Hause losfahren um mich an der Strecke verpflegen zu können.

Sonntagmorgen früh um 05.00 Uhr, nach einer katastrophalen Nacht ist bereits Tagwache und ab zum dürftigen Frühstücksbuffet. Es hat die ganze Nacht durchgeregnet- egal, alles eine Sache der Einstellung…Das Motto für das heutige Rennen ist klar definiert- no risk!! In zwei Wochen findet der Ötztaler Radmarathon statt, mein Saison Highlight- also rauf mit Vollgas, runter mit Vernunft! Wenn alles passt schneller als Bärti fahren und das IXS Leader Trikot von ihm übernehmen. Soviel zur Theorie.

06.30 Uhr gehe ich mich kurz einfahren, immer wieder zurück zum Auto- was soll ich anziehen, es regnet leicht und ist ziemlich kühl. Ich entscheide mich für kurze Regenhosen, Gilet, Knie-und Armlinge. Die Regenjacke nehme ich sicherheitshalber auch noch mit.

Einstehen im Startblock, ein Blick in die Menge zeigt ein kleines Starterfeld.
Dann pünktlich um 07.00 Uhr der Startschuss und sofort geht die Post ab, ich bleibe schön dran, die Beine fühlen sich einwenig aufgepumpt an, lösen sich dann aber schnell. Bucher Bärti unser Fun Leader und einige der bekannten Fun Cracks geben vorne Vollgas, sind bei der Elite dran, das beunruhigt mich aber keineswegs, das Rennen ist lang..
Bis zur Grossen Scheidegg und weiter zum First fahre ich in einer kleinen Gruppe- oben ist es windig und sehr frisch, die Trails schlammig und voll mit Kuhscheisse, gut habe ich die kurzen Regenhosen an. Dann die ruppige Abfahrt vom First Richtung Bort über Steinplatten und Treppen. Schon bei der Einfahrt hauts mich beinahe auf einem nassen Holzsteg um- no risk- ich laufe runter und in der steilen Asphalt Abfahrt fahre ich konsequent dosiert.

Nun geht’s immer steiler werdend rauf nach Alp Feld und weiter zur Bussalp-Oberläger, gefolgt von technischen Trails und schnellen Asphalt Abfahrten wo mir die Waden fast einfrieren und leicht krampfen. Dann das Dessert, die steile Rampe hoch zum Restaurant Bort.-2 km und 500 Hm!! Pia und Fabio verpflegen mich da oben, mir geht’s trotz Nässe und Kälte gut. Pia informiert mich; Schatz- Bärti ist ca.4 1/2 Minuten vor dir-dra bliibä. Das mache ich, es bleibt genug Zeit.
Die Abfahrt nach Grindelwald ist abwechslungsreich und verläuft reibungslos, alles im grünen Bereich.

Im Grund dann die Abzweigung für den letzten Anstieg über 1000Hm hoch zur Kleinen Scheidegg…ein Bidon mit Cola überreicht durch Fabio und die aktuelle Platzierungsinfo durch Pia“ Schatz du bisch viertä-super“ dr Bärti ich ganz knapp vor dier. Nun drückt sogar die Sonne leicht durch, ich halte kurz an und ziehe die Regenhose aus um nicht zu überhitzen. Die Nr.505 hat aufgeschlossen, gemeinsam fahren wir weiter und schon sehe ich Bärti knapp vor uns und sein Tritt sieht schwer aus. Tatsächlich schliessen wir sehr schnell auf- Bärti steht, das ist brutal und gönne ich niemanden- ich überhole; Heya Bärti chum, er schüttelt den Kopf und sagt; wiä vom Blitz troffä.. Nun weiss ich was ich zu tun habe, zügig durchziehen und möglichst viel Zeit gut machen. Über Alpiglen und Mettla, entlang der Bahntrasse bis hoch zur kleinen Scheidegg kann ich mit guter Kadenz durchziehen. Da, ein Fahrer kommt uns entgegen- ich glaube es nicht, es ist Girardi T. aus meiner Kategorie, er gibt auf, somit machen die Nr.505 und ich Platz 2 und 3 aus. Dann endlich oben angekommen hören wir den Speaker ausrufen „ Fahrer 505 und 321 haben den letzten Bergpreis erreicht- gute Abfahrt“

Nun noch die letzte Abfahrt mit den kleinen Gegenstiege im Itramenwald .Die steile Abfahrt auf Schotter und Asphalt ist anspruchsvoll und ich lasse René ziehen- no risk- der dritte Platz ist ok für mich. In der allerletzten Rampe hinauf zum Ziel komme ich dann aber nochmals so nahe ran, dass ich mich zu einem langen Sprint für Platz 2 motivieren kann- es hat nicht gereicht- aber in 5.40 Std auf Rang 3 Herren Fun3/Overall Rang 16 und zur Krönung das Leader Trikot- eine super Sache.

Fazit: ich war schon auf dem Weg zur Dusche, höre ich den Speaker die neuen IXS Leader ausrufen- mein Name kam da nicht vor…anscheinend haben wir das Reglement falsch interpretiert- sehe ich zwar nicht so, aber ich muss es wohl oder übel akzeptieren.
Trotz allem bin ich sehr zufrieden. Nun lasse ich das Bike die nächsten zwei Wochen stehen und bereite mich mit meinem neuen S-Works Racer auf den Ötztaler vor.

Dani
Rampe am Bortvielleicht reichts zum 2.Platzder dritt Platziert erhältlich normaler Weise die bronzene Medaille

Eiger Bike Challenge 15.August 2010