IXS – Iron Bike Einsiedeln 26.09.2010

Mit gemischten Gefühlen reisen wir am späteren Nachmittag bei strömenden Regen zum Saisonabschluss der IXS-Rennserie nach Einsiedeln. Kurzes einchecken im Hotel Bären (im genau gleichen Zimmer 24 wie im Vorjahr mit Blick zum Kloster), Startnummer abholen und schon der erste Frustmoment: Der schön blaue O-NEILL Pullover gibt‘s nur noch in Grösse L mit viel zu langen Ärmel – Scha(n)de! Die Nachmelder erhalten der Pullover sogar nur in Grösse XL!

Kurz die Ausstellung gestreift und beim Stand der CREDO-Bikes zwei wirklich sehr interessante Bikes für mich entdeckt, mal schauen war daraus wird……….

Kulinarisch kommen wir nicht zu kurz, beim feinen Wildessen bei einem „Italiener“. Wir diskutieren über dies und das und hoffen am Morgen herrschen klare Verhältnisse: Bei Regen = unter der Bettdecke (ver)bleiben, Kein Regen = Die sixty-sixers fahren!

Nach einer sehr ungemütlichen Nacht für Dänu und mich (sogar der Daniel hat zeitweise Holz für den Winter bereitgestellt), kommt’s zum folgendem sehr kurzen Wortwechsel:
Daniel um 06.30 Uhr: „Es regnet“ und ich antworte postwendet „Zum Glück“!

So ist das Rennen schon für uns gelaufen, bevor es überhaupt gestartet wurde. Ich bin darüber mehr als glücklich. Regen oder Schlamm sind für mich kein Problem, aber die Kälte ist wirklich nichts für mich. Beim Start um 08.30 Uhr wurden 5 °Celsius gemessen, zum Glück ohne mich.

Ich gratuliere allen Unentwegten die sich trotz den misslichen Wetterverhältnissen auf die Strecke begeben haben – Hut ab. Meine Motivation für solche „Schlamm-Kälte-Rennen“ tendiert gegen Null. Wenn’s nur irgendwie geht, finden solche Anlässe ohne mich statt. Ich bin in dieser Beziehung ein hoffnungsloser „Warmduscher“!

Manche von euch fragen sich sicherlich, warum der Daniel so ohne weiteres auf das Rennen verzichtet, diese Wetterverhältnisse waren im diesem Jahr bei der IXS-Rennen ja fast schon normal.

Es hat seinen Grund, aber den will ich jetzt nicht verraten. Dass müsst ihr schon im Bericht von Daniel nachlesen. Nur so viel, es gab was Grosses zu Feiern in der Familie Christen!?

Ja, lieber Hans-Urs, da hast du mehr als recht. Seit Sonntag dem 5. September war ich wie auf Nadeln- wieso das? An diesem einen Sonntag war die letzte Chance für unseren Jüngsten Sohn Fabio, den ewigen Zweifler, die Qualifikation bei den U-10 zur Schweizermeisterschaft über 1000 m auf der Bahn zu packen. Ramon war zu diesem Zeitpunkt bei den U-14 bereits qualifiziert und nutzte das Rennen als optimales Training, denn dieses Jahr ist er reif für eine Medaille. Diesen Sonntag widmeten wir also voll und ganz Fabio und tatsächlich, in einem sensationellen Lauf qualifizierte sich Fabio als zweiter des Rennens im allerletzten Moment für die Schweizermeisterschaft im Sihlhölzli in Zürich am…..Sonntag den 26.09.10, also genau zum IXS Saisonabschluss am IRB Einsiedeln und dem Rennen, welches ich die letzten zwei Jahre gewinnen konnte und ich war auch dieses Jahr gegen Ende Saison wieder in Top Form. Eine verzwickte Situation als Bike-Sportler und Familienvater…
Wir fuhren also nach Einsiedeln wie von Hans-Urs beschrieben.. soll ich sagen, glücklicherweise waren die Wetterprognosen für Sonntag schlecht? Am Morgen noch habe ich auf der Iron Bike Homepage gelesen, dass die lange Distanz nicht gefahren werden kann- ein glücklicher Zufall? Auf jeden Fall rotierte es immer mehr in meinem Kopf. Mit der Verkürzung der Strecke und den Wetterprognosen war die Entscheidung eigentlich schon auf der Fahrt nach Einsiedeln gefallen. Es war nicht mehr mein Rennen. Zudem war es sehr unwahrscheinlich, dass ich in der IXS Langdistanz Fun Gesamtwertung noch vom 2.Platz verdrängt werden konnte und den ersten Platz hatte Hansjörg Gerber unerreichbar fest im Griff.
Sonntag um 06.30 Uhr dann wie erwähnt, nach einer unruhigen Nacht die Erlösung- es regnete, die Entscheidung ist gefallen. Wir fahren den IRB 2010 nicht, geniessen aber das herrliche Frühstücksbuffet im Bären und fahren anschliessend zum Mille Gruyere 1000m Finale im Sihlhölzli in Zürich.
In der Sportanlage angekommen bin ich nun Start Betreuer unserer Jungs. Pia, Hans-Urs und Grossvater Hans verteilen sich entlang der Strecke. Um 11.40 Uhr geht Fabio an den Start. Er läuft ein beherztes Rennen, aber die in letzter Zeit aufkommenden Fersenschmerzen behindern in zu stark um eine Top Platzierung rauslaufen zu können- aber Gratulation Fabio, du hast dich aus vielen hundert Läufern für die SM qualifiziert-super Sache- never give up
Um 12.50 Uhr dann ist Ramon am Start. Absolut fokussiert, er hat gut trainiert und beim letzten Rennen vor einer Woche war er eine Sekunde hinter dem heutigen Favoriten als zweiter eingelaufen, er wusste was zu tun ist. Von Anfang an heftet er sich an die Fersen des Favoriten und weicht auch bis 400 m vor dem Ziel keinen Zentimeter von Ihm ab. 300 m vor dem Ziel dann, ich kann’s kaum glauben, attackiert er , übernimmt die Führung und zieht voll durch, ich schreie ihm zu, mein Puls geht hoch, du schaffst es- und tatsächlich, Ramon gewinnt den SM Final in einer Sensationellen Zeit.
ONZ Zeitungsausschnitt:
Ramon Christen gewinnt Schweizer Final
Überraschend Innerschweizer Bestleistung über 1000 Meter aufgestellt
Der schnellste U14-Bahnläufer der Schweiz kommt aus Nidwalden: Im Sihlhölzi in Zürich erreichte Ramon Christen sein grosses Ziel mit einer neuen Innerschweizer Bestleistung.
Von der Spitze aus zum Sieg
300 Meter vor dem Ziel übernahm Christen die Führung. Noti, Elmer und Dupré blieben dran. Christen kontrollierte das Rennen in der Folge jedoch von der Spitze aus und siegte souverän, auch wenn von den ersten vier Läufern alle innerhalb einer einzigen Sekunde blieben. Mit sensationellen 2:47,28 Minuten stellte Christen eine Zeit auf, die in der Innerschweiz auf dieser Altersstufe noch nie gelaufen worden war. Vermutlich war es sogar das schnellste Rennen aller Zeiten in der Schweiz. Es ist nicht bekannt, dass im gleichen Rennen jemals vier U14 Athleten unter 2:49 geblieben sind.

Ohne nun philosophisch zu werden, bin ich mehr als dankbar, zur rechten Zeit am rechten Ort gewesen zu sein.

Nach der Siegerehrung des neuen Schweizermeisters Ramon, fuhren wir dann alle zusammen nochmals nach Einsiedeln um bei der Rangverkündigung der IXS Gesamtwertung vor Ort zu sein. Genau pünktlich um 16.00 Uhr erfolgte diese und ich durfte die Saison 2010 bei den Fun Fahrer auf der langen Distanz auf dem zweiten Platz beenden- für mich geht so eine sensationelle Saison zu Ende.

DaniEine tolle Saison ist beendet.
Podest aller Kategorien IXS 2010

IXS – Iron Bike Einsiedeln 26.09.2010

IXS O-Tour 12.09.2010

O-Tour bike Obwalden , 12.09.2010

88km/3300Hm

Heimvorteil im wahrsten Sinne des Wortes, sollte sich heute noch herausstellen. Ein Marathon direkt vor der Haustüre ohne lange Anreise und Hotelübernachtung.
Das Wetter gibt sich wieder mal von der besten Seite, also kein Nebel wie letztes Jahr, aber die Abfahrten auf der Ächerli Seite werden auf Grund der Regenfälle im Verlauf der Woche feucht und rutschig sein.

Tagwache gegen 06.00 Uhr, kurz auf den Balkon die Temperatur fühlen, angenehme 12°C machen die Kleiderwahl heute leicht.
06.50 Uhr Abfahrt nach Alpnach und kurzes Einfahren, diesmal mit der Startnummer 302 am Lenker, als IXS Gesamtwertung Zweiter in der Fun Langdistanz, ein gutes Gefühl.

Einstehen im Startblock und 07.45Uhr geht’s los- so schnell wie möglich nach vorne um den Anstieg zur Lütholdsmatt nicht im Pulk fahren zu müssen und den Anschluss an Gerber HJ und Bärti nicht zu verpassen. Zügig geht’s vorwärts, die Beine drehen prächtig, bleibe an Bärti dran, im Schlepptau Norbi, Furrer Peter und Urech Marcel, den IXS Wertungs-Dritten, ihn will ich heute unbedingt auf Distanz halten. Ich halte das Tempo konstant hoch, höre hinter mir ein ständiges Schalten, ein gutes Zeichen. Dann vor Rossstand eine kleine Fläche, ich lasse Urech vor, aber sofort lässt er sich wieder zurück fallen. Das passt mir aber gar nicht, ärgert mich sogar, also attackiere ich umgehend und kann ihn sogleich ziemlich deutlich distanzieren. Nun bin ich an Bärti dran und zusammen fahren wir in Richtung Langis. Wir wechseln uns ständig ab und schon sind wir im Kaltbad und brettern über den mit Steinen gespickten Schlittelweg hoch und über die nasse Wiese hinunter ins Langis- und schon stehe ich wie eine Kerze in den Himmel und knalle voll auf das Gesicht und rechte Schulter- was ist passiert?? Habe wohl einen Absatz zu spät realisiert, das Vorderrad steckte ein, danach ich. Schnell alles checken, alles noch dran, Brille vom Dreck reinigen und nichts wie hinterher- nochmals gut gegangen.
Kurz nach dem Pass hoch zum nächsten kurzen Anstieg erwarten mich Fabio, Nico und Pia und verpflegen.
Pia; Schatz, dr Gerber isch 4 minutä vorä- alles klar? Ich bi uf`d schnorrä gheit, aber äs gaad.

In einer vierer Gruppe geht’s nun auf und ab und in die verblockten Waldtrail hinunter nach Schoried und Alpnach. Wieder in Alpnach angelangt geht’s nun für uns auf der langen Distanz auf die gegenüberliegende Seite des Tales Richtung Ächerli. Unsere Gruppe harmoniert gut, schnell geht’s über den Flugplatz, dann hinauf in den Kernwald und weiter zum finalen und langen Anstieg St.Niklausen- Schwandi- Ächerli. Nun wird’s interessant, wer kann sich absetzen und wann. Relativ schnell kam die Antwort. In einem Wiesentrail nach St.Niklausen drücke ich durch und zu meinem Erstaunen lassen die anderen abreissen- das motiviert. Unterhalb der Kirche St.Niklausen erwartet mich Pia und Kids- Bidon Wechsel und eine Cola für die kommenden steilen Rampen. Pia; dr Gerber isch immer nu vorä, dra bliibä.
Die steilen Asphalt Rampen im Schwandi schmerzen, aber dass ich da Erika Dicht einholen kann überrascht mich doch ungemein. Oben ein bekanntes Gesicht, Gerber Res feuert mich an- Danke- zusammen mit Dicht geht’s nun die letzten 400 hm auf Asphalt hoch zum Ächerli.
Der anschliessende Downhill, teilweise über wunderbare Singeltrails runter nach Feltschi- Cholerbodä und Ifängli forderte vollste Konzentration, da sehr steinig und teilweise nass. Kurz vor dem allerletztem Anstieg zum Muoterschwandenberg bemerke ich im Augenwinkel einen Fahrer, es ist die 548, René aus meiner Kategorie, der muss brutal schnell runter geheizt sein- Scheisse- wie und wo kann ich ihn noch distanzieren? Ich muss in den letzten Singeltrails hinunter zum Flugplatz die Entscheidung suchen, da liegt mein Vorteil, da er das Rennen noch nie gefahren ist. Also forciere ich nochmals über den letzten Anstieg und gehen mit kleinen Vorsprung in die steinigen und nassen Singeltrails- fahre wirklich am Limit- mehr geht nicht. Ein Blick zurück, er ist weg, nun noch mit Vollgas über den Flugplatz und ins Ziel- da steht Pia- sie winkt und ruft mir zu; weiter fahren! – was isch ? du muesch no ä Zusatzrundi dreiä. Das ist neu und die Schlaufe will nicht enden, dem Bach entlang hinauf -über eine Brücke und wieder zurück- endlich doch noch im Ziel.

Geschafft- in 4.26 Std Rang 2 Herren Fun 3 – Overal Rang 22

Fazit: Ein spannendes Rennen, bespickt mit allen Facetten- Taktik, Teamwork und Antritt im richtigen Moment. Der Sturz ist schon vergessen, wären da nur nicht die Spuren an Kinn und Stirn…

Den zweiten Rang in der IXS Fun Wertung gefestigt-schön.
Nun werde ich mich gut erholen und in zwei Wochen zum Saisonabschluss am Iron Bike in Einsiedeln nochmals alles abrufen.

P.S Anhand der Sach Preise für die Podest Plätze sieht man wie prekär die finanzielle Lage der O-Tour sein muss. Ich hoffe das bald ein guter Hauptsponsor gefunden wird und so unser Regional-Bike Event weiter bestehen bleibt.

Dani

in Richtung KernwaldFun 3 Podest mit kleinlichen Preisen...

IXS O-Tour 12.09.2010