Der 29″ ist da…………..

Der 29-Zoll-Hype hat auch mich „voll“ (= Hans-Urs) erwischt Was nicht weiter verwunderlich, wenn man(n) damit unterwegs war, kommt man schwerlich davon weg.

Die diversen Bikezeitschriften sind ja seit einiger Zeit voll des Lobes davon, aber unserseits ist ja kritisch gegen so viel Lobeshymnen….

Also, da kann nur eine Testfahrt für Aufklärung sorgen. Mit dem Ergebnis, ich muss ein 29“ haben. Die gelesenen Vorteile sind zu 100 % zutreffend! Für einmal haben die Zeitschriften oder besser die Redakteure nicht übertrieben. Das Fahrgefühl ist zwar im ersten Moment ein wenig ungewöhnlich. Man sitzt richtiggehend im Rad. Die grossen Räder vermitteln extrem viel Sicherheit und Fahrstabilität.

Mein Scott-Hardtail habe ich relativ schnell in der Velobörse verkauft und schon geht’s zur Evaluation vom richtigen Bike. Da Scott keine Rahmen im diesem Jahr mehr liefern kann, habe ich mich für einen NINER Air 9 Carbon-Rahmen entschieden. In den USA haben NINER-Bike richtiggehend Kultstatus, die bauen auch nur ausschliesslich 29“-Bikes.

Mit meinen „Rennmechaniker“ Nick sind die Teile schnell fixiert und schon kann der Aufbau beginnen. An dieser Stelle ein ganz speziellen Dank an Nick für seine nervenaufreibende Arbeit bei der Montage der integrierten Züge…………

Rahmen : NINER AIR 9 Carbon
Federgabel : ROCK SHOX REBA XX 29“ mit XLoc
Laufräder : STAN’S NOTUBES CREST-Felgen mit ZTR-Naben
Schaltung : SRAM XO mit ROTOR-Kurbel
Bremsen : SRAM Avid XX
Anbauteile : 3T

Gewicht : 9.82 kg (fahrbereit)

Jetzt bin selber sehr gespannt ob ich meine „Bestzeiten“ bei den anstehenden MTB-Rennen verbessern kann? Ich werde darüber (hoffentlich positiv) orientieren………..

Also, unbedingt auch mal ein 29-Zöller ausprobieren, aber Achtung: Suchtpotential!

Der 29″ ist da…………..

Seeland Classic Lyss

Die Bike Saison 2011 wird wiederum mit der Seeland Classic lanciert.
3 Runden ,101.85km und 1260 Hm
Wie gewohnt easy und relaxed fahren Hans-Urs und ich nach Lyss, bereit den ersten Anlass des Jahres in Angriff zu nehmen.
Das Gefühl ist gut, war doch der Frühling fantastisch und somit gabs ordentlich Trainingskilometer-Rennen fahren ist dann wiederum eine andere Geschichte..

Dani:
Pia und Kid`s sind dieses Jahr am Luzerner Stadtlauf, also keine Fans am anspruchsvollen Bergpreis Frienisberg. Mein Ziel ist es ganz vorne aktiv mitzufahren und somit auch Spass zu haben.
Pünktlich wie gewohnt stellen wir uns im Startblock bei bestem Wetter und ca.24°C möglichst weit vorne ein- der Anschluss zur Spitze gilt es wie immer nicht zu verpassen. Dann endlich, pünktlich um 15.15 Uhr ist der Start frei und über 220 Racer preschen los. Star Gast Fabian Cancellara hat sich leider krank abgemeldet.

Wie es nicht anders zu erwarten war, an der Charakteristik des Rennens hat sich nichts geändert. Ab Km 6 hinauf zum Bergpreis Frienisberg soll das Feld durch ein horrendes Tempo dezimiert werden. Kontinuierlich geht’s hoch, dann zwei Rampen-auf dem grossen Kettenblatt drücke ich durch- Puls hart an der Schwelle, die Beine brennen, aber sie drehen prächtig. Oben am Bergpreis will ich eine Wasserflasche greifen, doch im Gerangel komme ich einfach nicht zu den Verpflegungsposten hin, ich muss in Runde 2 unbedingt ganz rechts durchfahren.

Man sieht eindeutig, der Frühling wurde gut genutzt- es sind noch deutlich mehr Fahrer zusammen als in früheren Jahren. Im steten auf und ab gilt es konzentriert zu fahren und Lücken zu schliessen. Zwei Fahrer einer sechs-köpfigen Mannschaft greifen an und können sich etwas absetzen. Logischer Weise sind nun deren Kollegen an der Spitze unseres Feldes und das Tempo wird kontinuierlich langsamer. Ich kritisiere bei einem Fahrer neben mir diese Mannschaftstaktiken an einem Volksrennen und verspüre plötzlich einen Klapps auf dem Hintern- hä was soll das? Der Team Chef der Führenden hat mitgehört und meinte; mier wend de luegä ob im Frienisberg obä immer nu so sprüch machsch! Sie könnten nicht immer führen, bla bla bla… Kurzer unbedeutender small-talk, dann genoss ich das Rennen an der Spitze mit Tempo bolzen. Bald waren die flüchtigen gestellt und die erste Zieldurchfahrt erfolgt.

Und wieder wird hinauf zum Bergpreis gnadenlos attackiert- die Kraft ist da, aber die Säure lässt die Beinen schmerzen, ich bleibe ganz vorne dran –packe diesmal oben ein Bidon und mit Windschatten Spielen, Lücken schliessen und die Mannschaften beobachten geht’s sehr schnell weiter. Immer wieder wird attackiert, aber wir solo Fahrer sind nun sehr aufmerksam. Auch Pädi vom Team Akon hilft vorne mit- extrem spannend. Der eine Team Chef befielt nun einem seiner Fahrer er solle auch Führungsarbeit leisten- ich schauen diesen an, lächle und sage; jetzt weisst du aber was du zu tun hast- er grinst nur- Befehlsverweigerung?? Dann ein Angriff, ich ziehe mit und wir kommen zu acht weg.
Die dritte und letzte Runde nehmen wir in der achter Gruppe in Angriff- der letzte Anstieg zum Frienisberg ist nun mental eine Herausforderung- nochmals alles geben- das mache ich und plötzlich bin ich ganz alleine- niemand kommt nach- egal ich ziehe meinen Rhythmus durch.Dann, etwa in der Mitte zum Bergpreis, werde ich von einem Einzelfahrer der sich aus dem grösseren Feld hinter uns gelöst hat wie von einem D-Zug überholt und stehen gelassen- egal, wenn ich da anhänge, bin ich oben platt- so passiere ich als zweiter den Bergpreis und habe nochmals genügen Zeit mich zu verpflegen und rase alleine in die schnelle Abfahrt bis ich vom 30 köpfigen Feld wieder aufgesogen werde. Unglaublich, aber wir schaffen es nicht den Ausreiser zu stellen- der fährt wir ne Lok- und die Mannschaften wollen sich nicht opfern. So geht’s als rasender Pulk in die Flamme Rouge- ich bin ganz links, sprinte was das Zeug hält und packe Fahrer um Fahrer-muss voll in die Eisen weil auf einmal die Fahrspur halbiert wird-Schei……- da wäre mehr drin gewesen.

Fazit: mit der Zeit von 2.32.50 (Ø 39.982km/h) im Rang 12 Overall und Rang 2 in der Kategorie Senioren 2 platziert. Ein sehr engagiertes Rennen gefahren und die Gewissheit erlangt, dass die Form für eine sehr gute Saison stimmt.
Ablösung in der Gruppe

Hans-Urs:

Mit ein wenig gemischten Gefühlen stehe ich in der Startaufstellung. Kurz davor haben wir erfahren, dass am Eliterennen am Morgen einen schweren Unfall mit einem Postauto gegeben hat. Wahrlich kein schöner Start in die Rennsaison, also einmal „Safety first“ für mich.

Da man(n) ja lehnfähig ist, wollte ich tunlichst vermeiden, was mir letzte Jahr wiederfahren ist: vom Winde verweht…………

Also, mit „gedrosseltem“ Tempo rein in den Frienisberg, ich finde mit im 3. grossen Hauptfeld wieder und versuche mich in der Abfahrt nach vorne zu kämpfen. Dies gelingt mir zum meinem eigenen Erstaunen gar nicht schlecht. Aber hoppla, 4 von unserer Gruppe setzen sich ab und versuchen ins 2. Hauptfeld vorzustossen – nichts wie hinterher. Kaum habe ich die Gruppe erreicht, schert der Spitzfahrer aus und sucht Unterstützung? Die Anderen machen keine Anstalten zu führen, also fasse ich mir ein Herz und stosse zur Spitze vor und spiele die Lokomotive. Im Stile von Fäbu C nehme ich die Verfolgung auf und drehe meinen Motor in den tiefroten Bereich – geht das gut? Es geht gut! Nach einer gefühlten Ewigkeit kurz vor Aarberg können wir zum 2. Hauptfeld aufschliessen. Zwei von den vier „Windlutscher“ bedanken sich bei mir mit einem „Klaps“ auf die Schulter!

Sooooooooo, jetzt ist mal Pause angesagt, der Effort hat mich schon ein wenig mitgenommen. Der Rest bis kurz vor dem Ziel ist schnell erzählt, vorne machen immer 10 – 15 Mann das Tempo und ich halte mich mehrheitlich im Mittelfeld auf. Auch um mich wieder ans Pulkfahren zu gewöhnen.

Nervig sind nur die Karbon-Räder-Fahrer: In der Abfahrt pfeifen sie einem um die Ohren und vor den Kurven stehen sie im Wege rum. Einem musste ich sagen, er solle doch die Laufräder zu Hause lassen, wenn er nicht damit Bremsen kann………..

Kurz nach der „Flame Rouge“ habe ich doch noch einen Vorstoss gewagt, der aber nicht von Erfolg gekrönt war. Macht nichts, nach 2:43:21 Std (Stundenmittel: 37.411 km/h) flitze ich ins Ziel, rund 16 Minuten schneller als letztes Jahr!

Rangmässig sieht es zwar nicht so toll aus: 93. von total 224 Fahrer, trotzdem bin ich ausserordentlich zufrieden mit meinem Resultat.

Die Rennsaison 2011 hat somit für mich mehr als erfreulich begonnen und ich Blicke mit voller Zuversicht zu den ersten Bikerennen anfangs Juni.

Seeland Classic Lyss

Gran Canaria – Höhenmeter und Badeschlappen

So schnell geht’s und der Alltag hat uns wieder eingeholt.

Abfahrt nach Luzern am Samstagmorgen in aller frühe um 05.15 Uhr und weiter mit der Bahn zum Flughafen Basel, Fabio immer weisser im Gesicht so nervös und aufgeregt ist er. Ein ruhiger Flug mit Air Berlin, Ankunft auf Gran Canaria um 13.00 Uhr und die Zeit eine Stunde zurück gestellt.
Kaum die Zollpassage passiert wurde uns vom Reiseveranstalter mitgeteilt, dass unser Hotel Escorial in Playa del Inglés überbucht wurde und wir stattdessen ins Eugenia Victoria umgesiedelt werden. Als Entschädigung dafür mit „ all inlusive“- Ok, können wir annehmen, obwohl wir nun ca.1.5km vom Strand entfernt sind 😦

Also hin mit dem Bus, Hotelzimmer beziehen und ab zur Übernahme des Cannondale Renner bei Freemotion und eine Velokarte zur Orientierung wird gekauft. Leider war der gewünschte Vorderrad Bremsenumbau auf rechts nicht wie per Email bestätigt ausgeführt worden- also hängen wir noch eine sight-seeing Runde am Strand an und eine Stunde später ist das Velo bereit, die Miete bezahlt und die Kaution hinterlegt.
Am Abend die Velokarte studiert und mal grob die einzelnen Touren definiert und als schnell Orientierung die Strassen Nummern auf einen Spickzettel notiert.
Das Frühstück Buffet ist ab 07.30 Uhr offen- sehr gut, so bin ich jeweils vor neun schon auf der Piste. Die Touren führen mich entlang dem Meer kupiert nach Puerto Mogan und ab in die Berge, oder direkt hoch nach Ajacata und dann weiter. Es herrscht bis auf Freitag kaum Verkehr und wenn, dann wird extrem rücksichtsvoll überholt, man muss die Autofahrer schon fast vorbei winken- mal was neues.
So geniesse ich jeden Tag auf kurvenreichen Strassen, mit mehrheitlich sehr gutem Strassenbelag, nur ab und zu auf rauen oder unbefestigten Teilsstrecken. Die Touren fahre ich teilweise auch von beiden Seiten ab und staune jedes Mal über den abwechslungsreichen Strassenverlauf – Langeweile kam nie auf, rauf wir runter.
Landschaftlich eine Wucht ist die Tour durch das „Tal der Tränen“ mit teilweise extrem engen Strassen und kurzen aber steilen Serpentinen, die sich wie Schlangen in die Landschaft winden.
Am frühen Nachmittag bin ich jeweils wieder zurück- duschen und sofort ans Buffet um die Speicher wieder aufzufüllen- Fisch und Pasta gab’s zur genüge und anschliessend mit Pia und Kids an die Strandpromenade auf einen guten Kaffee, ein Gelati und shoppen- Theorie also umgesetzt.

Am Mittwoch dann sind Badeschlappen und Sonnencreme angesagt- die Höhenmeter haben die gewünschte Reaktion in den Beinen bewirkt und der Ruhetag hat seine Berechtigung. Mit den Kids haben wir den Wellness Bereich genossen, der Bubble Pool lockerte so schön die Beine…Am späteren Nachmittag musste ich schmerzhaft feststellen, dass ich die Nationalität (Engländer?) gewechselt habe- knall rot von Brust bis Schulter, aber die Kanten an Oberarmen und Beinen perfekt.
Donnerstag und Freitag ging’s dann gut erholt nochmals in die Berge und immer noch konnte ich neue Strecken abfahren. Keine Defekte, kaum Orientierungsschwierigkeiten, genügend Verpflegungsmöglichkeiten, gutes Wetter und in jeder Hinsicht abwechslungsreiche Touren runden eine sehr positive Trainingswoche ab.

Die Absicht der Jungs zweimal am Tag den Strand entlang zu joggen wurde relativ schnell verworfen, zu sehr hat „all inklusive“, der grosse Pool und Ausflüge mit Pia zum Aqua-Park oder Tierpark den Tagesablauf bestimmt.
Egal, wir haben die Woche in vollen Zügen genossen.

Dani
Kurven über KurvenSerpentinen im Tal der TränenTal in Richtung SoriaHoch zum Pass in Richtung Mogan und Küste

Gran Canaria – Höhenmeter und Badeschlappen