iXS Elsa Bike-Trophy Estavayer, 10.06.2012

So, die Rennsaison der sixty-sixers ist mit dem IXS ELSA-Bike-Rennen in Estavayer-le-Lac mit 60 km und 1785 Hm eröffnet.

Pünktlich um 08.30 Uhr holt mich Daniel ab und wir fahren die rund 180 km ins Welschland runter, zum Glück bessert sich das Wetter westwärts stetig.

Meinerseits sehe ich dem Start mit gemischten Gefühlen entgegen?! Im Trainingsbuch 2012 stehen fast so viele Kilometer wie im 2011, aber die langen Einheiten und die dazugehörigen Höhenmeter fehlen in diesem Jahr.

Kurz nach 10 Uhr sind wir schon in Estavayer-le-Lac eingetroffen und wollen zügig die Formalitäten erledigen. Aber hoppla, dass wollen Andere auch und schon stehen wir am Ende einer langen Schlange – dies sind wir uns aber gar nicht gewohnt! Aber Daniel trifft zufällig im vorderen Teil der Schlange alte „Kumpanen“ und so kommen wir auch ohne grosses Anstehen zu unseren Startnummern – sehr gut gemacht Daniel.

Wie immer kurzes einfahren bei Sonnenschein und schon geht’s um 12.01 Uhr los. Am Anfang wie immer sehr hektisch, für einige zu hektisch und schon liegt vor mir ein „herrenloses“ Bike = Vollbremsung und Füsse zu Boden! Mit Glück ein Sturz verhindert, nun braust aber das „halbe“ Feld an mir vorbei und ich mit „Volldampf“ hinterher….

Die Bodenverhältnisse sind erstaunlich gut, ein paar wenige schlammige Passagen sind die Ausnahme. Der Rest des Cross-Country ist gut bis sehr gut befahrbar, dass macht ja richtig Spass.

Gefühlsmässig bin ich richtig gut unterwegs, die Beine drehen wie gewünscht und schon steht auf der Tafel die Dreissig = halbe Streck zurückgelegt. Da ich mich sehr gut fühle, erhöhe ich jetzt den Zug an meiner Kette und so lasse ich meine unmittelbaren Begleiter mit Leichtigkeit zurück.

Vor mir eine 12’er Gruppe, angeführt von 2 Frauen und im Schlepptau nur Männer. So was geht natürlich nicht, ich „schiesse“ vorbei und keiner kann oder will mir folgen…….?!

Nun stehen schon die letzten 5 Rennkilometer an, ich schliesse auf eine 3’er Gruppe auf. Im Stil eines Schnellzuges preschen wir in Estavayer um die Hausecken, ich an dritter Position. Der Spurtsieg ist mein Ziel, unter allen Umständen! Der Spurt im richtigen Zeitpunkt lanciert und so sind meine Gefährten im Endeffekt „chancenlos“ – ich komme mir vor wie Tom Boonen!!!

Mit dem Rennen bin ich wirklich ausserordentlich zufrieden, hat von A bis Z sehr viel Spass und Freude bereitet.

Am Abend dann die grosse Ernüchterung, im 2011 bin ich 15 Minuten schneller unterwegs gewesen! Kann dies sein? Es ist (leider) so: Zahlen und Rangierungen lügen nicht, mein Renngefühl hat mir da einen Streich gespielt! Nach dem der erste „Frust“ mit einer Glace gekühlt ist, überwiegen die positiven Erlebnisse am Rennen dennoch bei weitem.

Hans-Urs
Macht Spass die Elsa Trails
Hans-Urs im Zielsprint

Endlich geht auch für uns die Saison 2012 los und Gott sei Dank nicht mehr mit dem gandenlosen Monte Generoso- man bin ich froh (das der Anlass aber ganz verschwindet finde ich sehr schade)

Die ganze Nacht regnet es bei uns durch- wie sieht es wohl auf den vielen Waldtrails am Elsa Bike aus, Schlamm und Matsch? Das Wetterradar zeigt um 07.00 Uhr wenigstens keine Regenwolken im Westen an- sehr gut.
08.30 Uhr Hans-Urs abholen und los geht’s.
Anscheinend sind wir dieses Jahr einwenig später dran als üblich, lange Warteschlangen an den Startnummerausgaben- nicht so mein Ding, aber es ist wie am Skilift…Dann kurzes Einfahren und wie üblich sehr früh einstehen- das gesittete einreihen in Startblöcke haben sie da leider immer noch nicht im Griff..
Endlich um12.01 Uhr der Startschuss und ab geht die Post- nun werden die Karten auf den Tisch gelegt. Ich halte mich möglichst weit vorne auf- mein Ziel ist es so lange wie möglich das Rad meiner direkten Kontrahenten zu halten. Nun der erste steile Anstieg -Puls auf Anschlag- die Beine drehen prächtig und ich bleibe dran- super, ich kann den Rhythmus mitgehen, nun heißt es solange wie nur möglich den Anschluss zu halten. Bis Km17, wo mich Pia und Jungs erstmals anfeuern, bin ich noch dran, dann zahle ich allmählich Tribut für den für mich sehr schnellen Start und schon vergrössert sich der Abstand stetig. Gut überholt mich in dieser Phase des Rennens Peter aus der gleichen Kategorie, ich beisse mich nun in den unzähligen knackigen Waldtrails mit aller Macht an seinem Hinterrad fest und tatsächlich spüre ich langsam aber sicher die zweite Luft und fahre mich aus der Minikrise. Halte mich konsequent immer hinten in unserer sechsköpfigen Gruppe auf. Dann ca. 10 Km vor dem Ziel attackiere ich mit viel Optimismus in einem ansteigenden Wiesentrail und distanziere die Gruppe sogleich- Lunge und Beine brennen brutal, aber ich will weg um alleine in den letzten technischen auf- und ab Passagen fahren zu können- der noch ausstehende Podestplatz am Elsa sollte möglich sein. Da sehe ich auf den letzten 5km den grünen Helm von Bärti vor mir- das setzt nochmals Körner frei. Jeden Anstieg drücke ich im Wiegetritt hoch und ca. 1km vor dem Ziel bin ich dran und sprinte sogleich durch und rein ins Dorf von Estavayer- sofort schnappt er sich meinen Windschatten, ich kann ihn nicht abschütteln- fahre Schlangenlinien-lasse die Beine hängen- er bleibt hinten- wieder ziehe ich voll durch- ohne Erfolg-Beine hängen lassen- die letzten 200m und nochmals volle Kanne- eine Blick zurück- endlich lässt er die Beine hängen und ich ziehe wirklich auf der letzten Rille und voll in der Säure durch.
In 2.38.20 Std. im Ziel. Rang 2 H3/ Overall Rang 27

Fazit:
Eine geniale Strecke die schlichtweg Spass macht.
Leistungsmässig und körperlich darf ich sehr zufrieden sein- die leichte Schwächeperiode im Mittelteil war nach dem für meine Verhältnisse super schnellen Start zu erwarten- einmal mehr kann ich hintenraus wieder zusetzen- das stimmt mich für mein Saison Highlight dem Peakbreak in Österreich sehr zuversichtlich.

Dani

Verpflegung gegen die Mini Krise
Endlich auf dem Elsa Podest

iXS Elsa Bike-Trophy Estavayer, 10.06.2012

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