Peak Break Das Alpenrennen 07.-14.07.2012

Mein grosses Saison Highlight Peak Break 2012 mit 900km und 18`000hm steht bevor. Freitagmorgen Abfahrt nach Kärnten ins Camp Royal X am Millstätter See. Dieses Jahr werde ich die ganze Woche mit einer Berner Fraktion zusammen sein- Kropf Bruno, Graf Urs, Germann Gerhard, Gerber Beatrice unsere Masseurin und Gerber Hansjürg der stärkste Schweizer MTB iXS Marathon Fahrer im meiner Kategorie- die Messlatte ist also hoch. Startunterlagen abholen und das Rennrad bereit machen. Race-Briefing für Etappe 1 am Abend durch den Organisator- ein Blick in die Runde aller Fahrer- viele bekannte Gesichter vom Vorjahr, aber die letztjährigen zwei Dominatoren sind nicht anwesend. Die erste Etappe wird die Karten offen legen.

7 Juli Etappe 1 Giro-Legende
Seeboden-Monte Zoncolan 109km/2600hm
Start um 09.00 und es ist heiss. Wie üblich wird die Etappe neutralisiert gestartet. Es stehen drei Anstiege an, der steilste am Schluss. Niemand will so recht die Initiative übernehmen, so forciere ich das Tempo am Gailbergsattel, nur Hansjürg kommt mit. Die Tempoverschärfung aber splittet das noch grosse Feld komplett. Kurz vor der zweiten Passhöhe am Plöckenpass werden wir dann von 6 Fahrern gestellt, zusammen geht’s in die schnelle Abfahrt bis Sutrio, rechts weg hoch zum berühmten Monte Zoncolan, 1190hm mit Rampen bis 23% sind zu bewältigen. Nun trennt sich die Spreu vom Weizen und die Bergziegen ziehen los- ich fahre meinen Rhythmus, kann unmöglich schneller fahren. Die Hitze setzt mir zu, die Waden wollen krampfen. Nach 3.56 Std. bin ich oben.
Männer 1 Rang 3 / Overall Rang 7
Am Abend erlöst Beatrice meine Muskulatur mit einer intensiven Massage, welche dann täglich nach jeder Etappe bis Ende Woche ansteht und mich fit halten wird. Danke Beatrice.
Hoch zum legendären Monte Zoncolan

8 Juli Etappe 2 Die Dolomiten
Arta Terme-Bruneck 178km/3800hm
Start um 07.00 zur Königsetappe, welche zum letzten Jahr auf unsere Kritik hin etwas entschärft wurde. Nichtsdestotrotz immer noch eine herausfordernde Strecke, zumal es wieder sehr heiss werden sollte. Vor dem Start aber noch eine Hiobsbotschaft- im Hotel Gardel in Arta Terme wurden 9 Velos von PB Teilnehmern aus der Garage geklaut. Die Polizei hat kein Einsatzfahrzeug und zu Fuss an den Tatort zu kommen sei nicht zumutbar- Zudem wurden die Hotelpreise auf unseren Event hin kräftig angehoben-viva Italia.
So geht’s mit reduziertem Teilnehmerfeld weiter. Die gestrige Etappe hat aufgezeigt über welche Fahrer dieses Jahr die Podestplätze gehen werden. In meiner Kategorie fährt zudem der amtierende österreichische Bergzeitfahrmeister mit !
Bis zum Fuss des Mauriapass ist das Feld noch zusammen, dann ziehen die Bergziegen an und mein Leidensweg beginnt. Stetige Rytmuswechsel fordern mir alles ab und starkes Fussbrennen setzt ein, aber ich will solange wie möglich dran bleiben- am Tre Croci ist es dann soweit und ich muss leider abreissen lassen. Es fehlte wenig, aber das Fussbrennen liess keine grosse Kraft mehr auf die Pedalen zu- an jeder Verpflegungsstelle nehme ich ein Wasserbidon und versuche so die Füsse zu kühlen. So nahm ich die letzten 78km mit den Pässen Valporela und Falzarego sowie die lange Anfahrt nach Bruneck alleine unter die Räder. Im Ziel in 6.03 Std M1 Rang 3/ Overall Rang 8 und 13 Min. Rückstand auf Hansjürg, der diese Etappe gewinnen konnte- Gratulation zur super Leistung.
Am Abend die Siegerehrung und das Race-Briefing für das morgige Bergzeitfahren- ev. wird nur bis zum Furkelpass gefahren, da die 5km Naturstrasse hoch zum Kronplatz durch Unwetter und Panzerfahrten ziemlich arg zugerichtet ist (käme mir nicht ganz ungelegen)Der Tourismus-Chef versichert aber die Strecke noch in der Nacht fahrbar herzurichten.
die Swissbiker führen das Feld an

9 Juli Etappe 3 Solo Fahrt
Bruneck-Kronplatz 26km/1500hm
Heute steht das Einzel Bergzeitfahren mit 26% Rampen auf den Kronplatz an. Tatsächlich haben die Verantwortlichen mit einer speziellen Bürsten- und Gebläsemaschine die Naturstrasse präpariert- der Kronplatz soll am frühen Morgen in eine riesige Staubwolke eingehüllt gewesen sein. Bergzeitfahren ist mit meiner Postur nicht gerade meine Lieblingsdisziplin- im Schnitt bin ich zu den Bergziegen zwischen 12 und 20kg schwerer…
Start ist in umgekehrter Overall Rangliste- also starte ich um 12.23 Uhr als sechster.
Ich starte sehr gut und fahre schon bald auf den eine Minute vor mir gestarteten Walter auf. Nun heisst es den guten Rhythmus zu finden und nicht zu überpacen, da die letzten 5km mit dem teilweisen losen Untergrund und den kurzen steilen Rampen alles abfordern werden. Andere haben da weniger Sorgen- der Bergzeitfahrmeister kommt wie ein D-Zug von hinten angebraust und gibt mir mit Handzeichen zu verstehen, dass ich seinen Windschatten nicht nehmen darf- nicht mal für die 50 Meter die ich gerade so dran bleiben könnte ?? Wahnsinn
Meine Beine sind gut, die Massage bei Beatrice gestern Abend hat die muskulären Probleme lösen können. Schon bin ich oben beim Furkelpass, biege ab auf die Naturstrasse die tatsächlich besser zu fahren ist als letztes Jahr. Fahrer um Fahrer wird geschnappt und in für mich tollen 1.27 Std. erreiche ich den Kronplatz. M1 Rang 4 / Overall Rang 8
alles gegeben hoch zum Kronplatz

10 Juli Etappe 4 Grenzerfahrung
Bruneck-Lienz 91km/1500hm
Start um 09.00 Uhr zur relativ kurzen Etappe mit nur einem Pass dem Stallersattel von Italien zurück nach Österreich,bei unsicherer Wetterlage. Kurze Etappen bringen es mit sich, dass dementsprechend schneller gefahren wird. Dies bekomme ich im Aufstieg zum Stallersattel kompromisslos zu spüren und verpasse den Anschluss zur Spitzengruppe bis zum Pass um knappe 150 Meter. Diesen Rückstand kann ich in der nassen Abfahrt auch unter vollem Einsatz leider nicht mehr schliessen, so verpflege ich mich unten in der Fläche und warte auf die nächsten Verfolger um die letzten, grösstenteils flachen 30km im Kreisel Kraft sparend fahren zu können
Im Ziel in 2.58 Std. M1 Rang 3/Overall Rang 8
wieder gestellt..

11 Juli Etappe 5 Dach der Tour
Lienz-Neukirchen 134km/2600hm
Start um 07.00 Uhr um dem Touristenverkehr über den Grossglockner möglichst zu entgehen. Die Wetteraussichten sind schlecht, wir müssen mit Regen rechnen. Kaum ist das Rennen freigegeben wird schon wieder mächtig auf die Tube gedrückt und über den Iselsberg gefeilt. Kurze Erholung, dann wird es ernst. Hoch nach Heiligenblut und noch höher zum Hochtor auf 2506 müM- der Bergspezialist hat uns schon mal locker abgehängt- ich muss brutal beissen und kann bis zum Hochtor knapp dran bleiben. Im letzten Gegenanstieg zum Fuscher Törl ist es dann endgültig um mich geschehen und wieder muss ich die Spitzengruppe um ca. 200 m ziehen lassen, was heisst, dass ich wieder alleine in die Abfahrt und auf die letzten flachen 54km muss. Ich knalle in die nasse und extrem schnelle Abfahrt rein- keine Chance aufzuholen- also wie am Vortag unten Verpflegen und auf Nachzügler warten. Walter und Gabriel schliessen auf und zusammen kreiseln wir was das Zeug hält und auf einmal haben wir die Spitzegruppe auf Sichtweite, was unser ohnehin schon hohes Tempo nochmals erhöht. Dies wird dann Walter knappe 15km vor dem Ziel zum Verhängnis- er verpasst nach seiner Ablösung den Anschluss und bleibt im Wind stehen- Gabriel und ich ziehen durch und kommen tatsächlich bis auf 30 sec. noch an den Etappen Sieger ran.
Völlig ausgepumpt in 4.32 Std. im Ziel. M1 Rang 3/ Overall Rang 6
am kämpfen aber ich bin noch dabei

12 Juli Etappe 6 Legendäre Rampe
Neukirchen-Kitzbühleler Horn 55km/1400hm
Start um 09.00 Uhr neutralisiert bis Mittersill, dann mit moderatem Tempo hoch zum Pass Thurn. Die Abfahrt bis 80km/h schnell-hinten im Feld kommen sich zwei zu nahe, mit fatalen Folgen-Sturz und Tapetenwechsel am ganzen Körper-aua. Vorne im Feld wird es erst mit der Durchfahrt von Kitzbühel im dichten Verkehr ziemlich hektisch-Rennradfahrer links und rechts vorbei an Auto Kolonnen oder springen auf die Gehsteige-wir haben uns bei den Automobilisten und Fussgängern kaum neue Freunde geschaffen…auf Anschlag in die lange und steile Rampe- null Chance den Besten zu folgen- ich gehe eher haushälterisch mit meinen Kräften um, es stehen noch zwei Etappen aus. In ordentlichen 2.09 Std bin ich oben. M1 Rang4 / Overall Rang 9
Am Abend nach dem Race-Briefing und der Pastaparty durfte ich als PB Wiederholungstäter noch ein Interview vor der Kamera geben (selbstverständlich in sixty-sixers Teamwear) Dieses wird dann im offiziellen PB Video zu sehen ist. War auch eine spezielle Erfahrung.
Hoch zum Kitzbüheler Horn

13 Juli Etappe 7 Vom Pinzgau in den Lungau
Neukirchen-St.Michael/Lungau 179km/2400hm
Start um 08.00 Uhr zur längsten Etappe der Woche durch das Salzburgerland. Speziell ist in diesem Bundesland, dass für Radrennen keine Bodenmarkierungen gemacht werden dürfen…Wir sollen uns an Schildern und notfalls mit dem Mini-Roadbook orientieren. Seit dem Vorabend immer wieder Regen und massiv kälter. Es soll bis mittags trocken bleiben, daher fahre ich nicht mit der 100% Regenbekleidung von Mavic, sonder unten kurz und oben Ärmlinge, Gilet und leichte Regenjacke. Kaum ist das Rennen gestartet fängt es auch schon an zu regnen und wird stetig heftiger. Nach Mittersill wird das Rennen freigegeben und schon prescht eine Gruppe los, wir hinterher. Leider wollen sich im dümmsten Moment ein Wohnwagen und ein anderes Fahrzeug in einer engen Kurve kreuzen, blockieren die Strasse, ein Racer knallt ins Heck des Autos und wir anderen drücken uns irgendwie vorbei-wieder keine neuen Freunde geschaffen. In Zell am See bei heftigen Regen dann Chaos pur- links oder rechts? lauter verzweifelte Gesichter- ich entscheide mich meiner direkten Konkurrenz nach links zu folgen-falsche Entscheidung- ich höre Schreie rechts, rechts-also kehre ich um und bin auf einmal ganz alleine…weit und breit kein Racer zu sehen- ein echt beschissenes Gefühl. Ich bin Teilnehmer eines Radrennens und weiss nicht mehr wo ich bin und wohin ich muss, leichte Verzweiflung kommt auf- soll ich den Racedirektor anrufen- ich fahre weiter, da hängen sich mir zwei andere Fahrer an, aber die wissen auch nicht wohin wir müssen. Auf der Bundesschnellstrasse sehe ich Autos seltsam langsam fahren, ein untrügliches Zeichen, dass sie von Radfahrer aufgehalten werden, also fahre ich auch auf die Schnellstrasse und hole nach etlichen Kilometer endlich einen Fahrer ein- ein Fahrer aus der hintersten Region der Rangliste..ich habe mich total verfahren und bin bis ans Ende des Feldes durchgereicht worden. Ich kann nicht zu Wort bringen welche Kraftausdrücke aus meinem Mund kamen-mein dritter Rang in der M1 Kategorie ist weg und die verdammte Etappe noch immer 140km lang. Ich halte eine Autofahrerin an und frage nach dem Dientener Sattel Pass- Sie sind richtig-Gottseidank. Mit viel Frust presche ich die moderate Steigung hoch, hole Fahrer um Fahrer ein aber nur nicht die direkte Konkurrenz. Da eine Autokolonne vor einer Baustellenampel, ich fahre vorbei und fühle mich als wäre Weihnachten- der Leader und meine direkte Konkurrenz steht vor der Ampel- ein schier unglaubliches Glücksgefühl und eine riesen Erleichterung endlich nicht mehr alleine zu sein. Auch sie haben sich total verfahren, aber nun harmonieren wir gut und fahren in Richtung Bischofshofen, wo wir uns wieder total verfahren, aber dies ist uns nun völlig egal. Die Markierungsschilder sind kaum auszumachen und plötzlich sollen wir anstelle von gelben nun blauen Schildern folgen? Logischerweise verpassen wir auch noch die letzte Verpflegungsstelle, wo auch Beatrice mit Food und trockenen Kleider stehen würde. Es regnet ununterbrochen und hoch zum Obertauern sind es noch knappe 10°C, die schnelle Abfahrt kühlt noch mehr aus. Gemäss Garmin müssten wir nun im Ziel sein. Nach 5.45 Std und 185km total unterkühlt im Ziel. M1 Rang 2 / Overall Rang 4
Nach einem heissen Tee fahren Hansjürg und ich zum Hotel, aber Beatrice hat noch nicht eingecheckt und somit sind auch unsere Kleider nicht hier. Der Hotelier gibt uns trotzdem den Zimmerschlüssel. Mit Mühe zwänge ich mich zitternd aus den durchnässten Kleidern, wärme mich gute 20min. unter der heissen Dusche auf, lege mich anschliessend unter die warme Bettdecke und schlafe umgehend ein.
Am Abend beim Race-Briefing gehen die Emotionen ziemlich hoch. Die Etappe verkam zu einem totalen Chaos und es ist nicht nachvollziehbar wer die Strecke tatsächlich korrekt abgefahren hat. So rechneten die meisten damit, dass die Etappe nicht gewertet wird. Der Rennleiter lies aber keine Diskussion aufkommen, sondern verwies auf unsere Eigenverantwortung und zudem hätten wir ja ein Mini-Roadbook womit wir uns orientieren hätten können..gerne hätte ich Ihn nun mit dem Handbuch aufs Rad gesetzt und die Strecke abfahren lassen.
Der dritte der Gesamtwertung hat heute über 40min. verloren und aus Protest den Zeitmesschip abgegeben.
Orientierung verloren und durchnässt

14 Juli Etappe 8 Alpine Mystik
St.Michael im Lungau-Seeboden 102km/2100hm
Start um 08.00 Uhr zur letzten Etappe, die Regenwahrscheinlichkeit bei >90%. Heute ist also die letzte Chance doch noch aufs Podest zu fahren. Um das zu erreichen darf ich mich heute über die drei Anstiege nicht abhängen lassen. Entsprechend gespannt reihe ich mich schon mal zuforderst ein, so bestimme ich das Tempo mit. Im Anstieg zur Eisentalhöhe ist das Feld noch ziemlich gross, doch dies ändert unvermittelt als Hansjürg nun mächtig auf die Tube drückt und innert kürze sind wir nur noch zu siebt. Ich an letzter Stelle, versuche den Windschatten so gut wie möglich zu nutzen. Zusammen geht’s in die ruppige und nasse Abfahrt zum letzten Anstieg hoch zur Schiestelscharte, das Tempo immer noch brutal hoch, da der junge Holländer in der Abfahrt einen kleinen Vorsprung herausgefahren hat und Walter um seinen zweiten Rang in der Kategorie M fürchtet. Diese letzten 500hm fordern mit alles ab, immer wieder im Wiegetritt versuche ich den Anschluss zu halten, meine Nase steckt fast im A..des Vordermannes- heute muss und will ich dran bleiben. Noch eine Tempoverschärfung und ich bin weg, aber es scheint, als wären alle am kämpfen. Was für eine Erlösung, wir sind endlich oben, es windet stark und die Abfahrt schnell aber nass. Nun heisst es den Anschluss nur nicht in der Abfahrt zu verlieren- die richtige Mischung zwischen Kontrolle und Risiko finden- die Carbonbremsen sind bissig sobald die Bremsflanken trocken sind, zweimal rutscht mir das Hinterrad leicht weg- Adrenalinschübe. Eine links Kurve wird immer enger, wird zum Verhängnis für Jens- Abstecher ins grüne- wir knallen weiter. Wir schaffen es ohne weitere Zwischenfälle runter und auf die letzten 40km. Nun wird gekreiselt, doch nicht alle sind konzentriert und schon berühren sich zwei, der eine stürzt direkt vor mir, mit viel Glück kann ich ausweichen. Wir warten auf den gestürzten-kleine Schürfwunden- weiter geht’s und in mir wächst die Zuversicht heute einen Podestplatz raus zufahren. Nun heisst es konzentriert bleiben und ca.2km vor dem Ziel zieht Jens der Deutsche Bahnfahrer an, sofort sprinte ich an sein Hinterrad- er bricht ab, wir belauern uns und schon zieht er wieder an- wieder hinterher- Abbruch. Kurze Beruhigung, in mir rotiert es, soll ich nun angreifen oder ist es doch noch zu früh- die Entscheidung wird mir in diesem Moment vom jungen Holländer abgenommen, er zieht voll durch. Nochmals mobilisiere ich alle Kräfte und reisse am Lenker was das Zeug hält. Nun geht alles ganz schnell, der letzte Kreisel vor dem Ziel kommt, aber der ist total mit Autos verstopft und der Polizist steht hilflos da- der Holländer geht links in den Kreisel- ich hinterher- er will den Sieg unbedingt, tretet in der Kurve und steht prompt mit der Pedale auf und kann mit viel Glück einen Sturz vermeiden- ich bremse und sehe wie er nun beinahe zwei rückwärts fahrende Autos touchiert-rein in die letzte Kurve auf die Zielgerade- er will die Hände hochnehmen um zu feiern und merkt wie die Zuschauer aufschreien, da sieht er mich knapp hinten dran- in der Hektik und mit blauen Beinen vergesse ich nochmals zu schalten und muss mich schlussendlich im Fotofinish geschlagen geben.
Im Ziel in 3.25 Std. M1 Rang 1/ Overall Rang 2

In der Gesamtabrechung ergibt dies Rang 3 bei den M1 und Rang 5 im Overallklassement
Etappe 8 auf dem 2.Rang

Fazit:
Wiederum ein tolles Rennen durch herrliche Berglandschaften welches uns Hobby-Fahrer alle Facetten eines Etappenrennens erfahren lässt. Ich wollte ganz klar auf Rangierung fahren und musste über alle 8 Etappen alles geben, das kostet ungemein Kraft und Wille. Unser Schweizerteam harmonierte hervorragend und lockerte die Woche ungemein auf. Die Massagen von Beatrice haben uns alle immer wieder wohltuend präpariert und sind nicht wegzudenken.

Das Teilnehmerfeld wiederum eher familiär klein- die Leistungsunterschiede gewaltig.
Im Vergleich zu letztes Jahr gibt es wiederum Ausnahmeathleten aber dahinter ist die Leistungsdichte bis Rang 10 ziemlich ausgeglichen. Es wurde viel mehr taktisch gefahren, niemand wollte zuviel führen, viele Rythmuswechsel und Tempoverschärfungen die mir ungemein weh taten. Das kann man so nicht trainieren. Mir ist aber klar bewusst, ohne die neuen Trainingseinheiten im Winter wäre ich dieses Jahr nie und nimmer in Podestnähe gekommen.

Ein tolles Rennen für uns Hobbyfahrer mit leider mangelhafter Organisation.
Immer über die Italiener im Friaul und deren Zuverlässigkeit lästern und doch jedes Jahr diese als Etappenort zu berücksichtigen macht unglaubwürdig.
Es kann und darf nicht sein, dass Etappen zu Schnitzeljagden werden und somit die Leistung der Athleten zur Farce werden lassen. Die Beschilderung einer Strecke ist immer möglich, es braucht nur geeignetes und genügend Material.
Generell muss die Streckensicherung verbessert werden. Ein Zielsprint durch Ortschaften mit Kreisel und Verkehr ist eine Gefährdung für alle.
Wirklich professionell hingegen sind die Fotografen und das Filmteam die immer wieder super Aufnahmen machen. Sogar im ORF soll wieder eine Reportage vom Peak Break 2012 ausgestrahlt werden.

Nun werde ich mich gut erholen, das SBM in Küblis auslassen und ab Samstag die Sommerferien im Oberengadin geniessen.

Dani

Peak Break Das Alpenrennen 07.-14.07.2012

iXS Goldenrace Schleitheim, 30.06.2012

iXS Golden Race Schleitheim
83km/2600 Hm

Leider geht es dieses Jahr ohne Teamkamerad Hans-Urs ins schöne Weingebiet am Randen in Schaffhausen. Was so ein unscheinbares Knöchelchen namens Schlüsselbein für Auswirkungen haben kann.
Viele Staumeldungen am Freitagabend, aber gegen 19.00 Uhr kann ich los und noch vor 21.00 Uhr bin ich in Schleitheim, hole die Startnummer und beziehe das Zimmer in unserem Stammhotel Post. Es ist drückend heiss- gegen 01.00 Uhr in der Nach entlädt sich ein heftiges Gewitter über dem Randen-das wird niemals richtig abtrocknen bis zum Start, schlammige und rutschige Trails werden uns erwarten.
07.30 Uhr zum Frühstück, mehr als genug Zeit bleibt bis zum Start. Kurzes Einfahren und einstehen im Funblock- es ist jetzt schon drückend heiss-trinken wird heute extrem wichtig sein.
Start 5 Minuten nach der Elite, neutralisiert durchs Dorf, dann Vollgas in den ersten Rebberg. Alles läuft bestens-habe gute Beine, fühle mich gut. Schon kommt die 5km Markierung, das ging aber schnell-rein in den Wald, eine links Kurve, mein Hinterrad schmiert weg….nun entlädt sich meine Frustration mit einem lauten Fluch, die Gruppe zieht davon. Ich habe tatsächlich schon wieder einen Platten eingefangen- die Milch spritzt ziemlich massiv raus-leider auch die Luft und so muss ich anhalten-hektisch die Co2 Kartusche aus dem Trikot klauben und nachpumpen-weiterfahren und hoffen das die Milch endlich abdichtet- anhalten, nachpumpen- leider zu optimistisch nachgepumpt, das Loch wird durch den Druck wieder aufgerissen…am liebsten würde ich nun einfach zurück an den Start laufen und den Bettel hinschmeissen. Gut sind Pia und Fabio an der Strecke, das hält mich davon ab-also weiter mit Vollgas, rolle das Feld nun alleine von hinten auf, egal wie viele Körner verbrennt werden und am Schluss fehlen-die Frust muss raus. So schliesse ich in einer der vielen Flachpassagen zu Martin auf- hey was ist los mit dir? Meine Beine wollen nicht-komm häng dich an mich ran- zu zweit geht’s weiter. Fahrer um Fahrer holen wir ein und die Hitze setzt uns immer mehr zu. An jedem der knappen Verpflegungsposten nehme ich Wasser auf. Nach der ersten Schlaufe zurück in Schleitheim gibt’s ein Bidon von Fabio und eine Co2 Kartusche von Pia-Info: 5 Minuten hinter Bärti und Peter. Das ist kaum mehr aufzuholen, zu ausgeglichen ist heuer das Leistungsniveau. Ab in die zweite Runde hinauf zum Randen und wie erwartet teilweise schlammigen Abfahrten. Im dritten Anstieg zum Randen setzt sich starkes Fussbrennen ein, jeder Pedaltritt schmerzt heftig und auch die Wadenmuskulatur will krampfen- ich habe viel zu wenig getrunken, selber schuld. Das sind die Kämpfe, die jeder Marathonisti irgendwann durchmacht und nur noch hofft endlich im Ziel zu sein.
Nach 3.42 Std. die Erlösung. Rang 4 H3/Overall Rang 24
(Auch die Organisatoren hatten wohl mit der Hitze zu kämpfen, denn der gemäss Samstags-Rangliste zweitplatzierte war ein Fahrer der aufgegeben hatte- also bin ich neu auf Rang 3 H3/Overall Rang 23- trotzallem ein schwacher Trost)
Fazit:
Nach 6km einfach nur Frustration- neuer HR Pneu montiert, fahren in der Gruppe auf einem 08/15 Kiesweg und genau ich hole mir durch irgendwas ein massives Loch mitten in der Lauffläche-das unvermeidliche akzeptieren habe ich mal gelernt- fällt mir jetzt aber weiss Gott verdammt schwer… Der Blick ist nun aber nach vorne gerichtet, am nächsten Freitag fahre ich los zum Peak Break 2012, Österreichs Jedermann Alpen-Etappenrennen. Physisch und psychisch bin ich bereit die steilen Rampen zu nehmen.

„A quitter never wins- and a winner never quits“ (Napoleon Hill)

Dani
es will nicht enden..

iXS Goldenrace Schleitheim, 30.06.2012