iXS Iron Bike Einsiedeln 23.09.2012

101km/3600Hm

Wie die Jungfrau zum Kind

Mit dem IRB Einsiedeln geht die Marathonsaison 2012 bereits wieder zu Ende. Lange habe ich mit der Anmeldung zugewartet. Zum einen, weil die Nachwehen vom O-Tour Sturz doch heftiger waren als angenommen und zum anderen waren die Wetteraussichten lange nicht sehr viel versprechend.

Wie im letzten Blog angekündigt, wollte ich vermehrt aufs Bike sitzen und meine Bike-Fahrtechnik etwas auffrischen, doch eine Muskelzerrung im Rücken vom O-Tour Sturz behinderte zu stark- ich konnte nur rechts vom Bike auf-und absteigen. Dank den täglichen Reiki-Behandlungen von Pia fühlte ich mich aber fit genug um den Saisonabschluss nicht zu verpassen.

Da es mehr oder weniger den ganzen Samstag in der Zentralschweiz teils heftig regnete, konnte mich auch die Wetterprognose für den Renntag mit Föhn und Sonnenschein nicht begeistern- die Trails werden schlammig und schmierig sein- ganz und gar nicht meine Verhältnisse.

Unterkunft im Hotel Bären Einsiedeln, ein Einzelzimmer mit einem Bett für eher kleinwüchsige Pilger oder grosse Sünder?? Also Matratze auf den Boden und es wurde trotzdem Morgen…Tagwache um 06.00 Uhr und es regnete nicht mehr. Das gewaltig schöne und umfangreiche Brot Buffet leider kaum ausgekostet. Kurzes obligates Einfahren bei den Skischanzen und ab in den Startblock. Nach dem Bikersegen durch den Pater geht’s um 08.30 Uhr los. Mit Vollgas im Pulk bis zur Teufelsbrücke, und wie jedes Jahr mit haarigen Situationen, dann in die ersten zwei Anstiege und es wird ruhiger. Meine Beine drehen, der Rücken hält, weiter so. Die Wiesen –und Waldtrails bis nach Willerzell nass, schmierig- ich fühle mich sehr unwohl, beanspruche für mein Gutdünken immer wieder viel, zuviel Glück, dementsprechend unsicher fahre ich auch. Verpflegung durch Pia und Jungs in Willerzell, aber nicht ohne Ramon noch zum gestrigen 2.Rang am U-16 Mille Gruyere 1000m Final in Aarau zu gratulieren- sackstark. Weiter hoch zur Sattelegg und nach ca. 1.5 Std. macht sich die Rückenzerrung negativ bemerkbar, die rechte Seite wird steif und schmerzt- positiv bleiben. Die Schlammpassage nach Büel laufe ich fast komplett runter, ich habe echt schiss da runter zu fahren- Bruno zeigt mir wie`s gehen würde. Im Eutal stehen bereits wieder Pia und Jungs- Verpflegung und Brillenwechsel. Kurze Konversation; Maus- ich habe gröbere Rückenschmerzen, ich hoffe es wird nicht noch schlimmer. Weiter über Wisstannen und runter nach Oberstuden. Mit Martin fahre ich Ablösungen über die Fläche nach Oberiberg, da nochmals Verpflegung und Kettenschmierung durch Ramon. Der Rücken fast steif aber er hält, kann nicht mehr den gewohnten Druck auf die Pedale bringen- durchhalten. Nun geht’s ans Eingemachte, die steilen Rampen und Tragepassagen hoch zum Spierstock sind zu nehmen. Anscheinend bin ich nicht der einzige, der heute nicht den besten Tag eingezogen hat, hole einen starken Kategorienkonkurrenten ein und kurz vor dem Adlerhorst bin ich sogar an Hansjürg dran, kaum zu glauben. Bis oben zum Bergpreis Spierstock kann ich ihn leicht distanzieren, doch in den anschliessenden Abfahrten bis zur Holzegg, welche ich wieder sehr unsicher fahre, holt er mich ein und lässt mich umgehend stehen. Die Holzeggpassage ist für mich unfahrbar, sogar zu Fuss extrem rutschig- irgendwie komme ich runter, aber Hansjürg ist weg. Dies beunruhigt mich aber gar nicht, obwohl ich längst nicht die gewohnte Leistung abrufen kann muss er für seine Verhältnisse einen ganz schwachen Tag eingezogen haben. Bald schon sehe ich ihn wieder vor mir und vor dem allerletzten Anstieg hoch zum Strichen bin ich an ihm dran und ziehe durch, so gut es nur irgendwie noch geht. Was ich heute unter diesen Umständen kaum für möglich gehalten habe kann nun tatsächlich Wirklichkeit werden- der dritte Kategoriensieg am IRB ist in Reichweite, das setzt nochmals Kräfte frei, mit hoher Kadenz würge ich mich die letzen 200Hm hoch, immer wieder ein Blick zurück- er kommt nicht mehr nach. Endlich oben, die allerletzte nasse Asphalt Abfahrt nehme ich ohne Risiko in Angriff (viele sind hier noch gestürzt) und die Zieleinfahrt über den Klosterplatz wird zum Genuss- Unglaublich
Im Ziel in 5.19Std. H3 Rang 1/ Overall 31, iXS Gesamtwertung Rang 8

Fazit:
Wie die Jungfrau zum Kind- so fühlt sich dieser Sieg für mich an. Wer hätte gedacht, dass gleich alle in der iXS Wertung vorne platzierten Fun3 Fahrer nicht ihren besten Tag einziehen werden und ich reüssieren kann/darf.
Dafür sind uns Fahrer ganz nahe auf die Pelle gerückt welche üblicherweise mehr Zeit verlieren, aber offensichtlich mit diesen sehr anspruchsvollen Verhältnissen besser zurecht kommen.
Die Saison nach langer Durststrecke und unter den speziellen Umständen wieder mal zuoberst auf dem Podest abschliessen zu können fühlt sich einfach genial an.
Vielen Dank an Pia, Ramon und Fabio für die sensationelle Unterstützung während der ganzen Saison.
Nun freue ich mich auf ausgedehnte Bike-Touren ohne Startnummer, zusammen mit Teamkamerad Hans-Urs, der nach auskuriertem Schlüsselbeinbruch endlich wieder aufs Bike darf.

Dani

Teamwork
ganz oben ist es am schönsten

iXS Iron Bike Einsiedeln 23.09.2012

iXS O-Tour 09.09.2012

85km 3140Hm

Unser Heimrennen und dies bei prächtigem Herbstwetter steht an.
Mit viel Zuversicht aus dem NPM in Scuol werde ich teilnehmen, fühle mich wirklich gut.

Tagwache am Sonntag um 06.00 Uhr- ein Blick nach draussen- Kaiserwetter.
Bevor ich nach Alpnach fahre noch Fabio wecken. Er wird mich heute zusammen mit 66er Teamkollege Hans-Urs verpflegen, da Pia mit Ramon nach Genf an die U-16 600Meter SM gefahren ist.
Das schöne Wetter muss noch viele Nachmelder animiert haben, der Flugplatz Parkplatz ist extrem gut besetzt.
Kurzes Einfahren-meine Beine fühlen sich sehr gut an- mal schauen was geht. Einstehen im Startblock und warten auf den Startschuss.
08.25 Uhr geht’s endlich los- sofort steche ich nach vorne- Puls schon bald knapp an der Schwelle, aber es dreht prächtig. Eine Gruppe zieht vorne weg- zu schnell für mich, fahre meinen Rhythmus hoch zur Lütholdsmatt und zum neuen Streckenabschnitt über die Polenstrasse- ein mit Steinen besetzter Serpentinen Trail- fertig mit rollen auf Asphalt. Ein Blick runter, da kommen schon die schnellen Fahrer der 43km Strecke die bereits 5 Minuten nach uns gestartet sind- nun komme ich selber wieder mal in die Situation schnellere Fahrer nicht aufzuhalten- ich spüre Sie hinter mir, bin nicht mehr ganz auf meine Linie konzentriert, will in einem schmalen verblockten Trail Platz machen, stecke mit dem Vorderrad ein und mache einen Abflug in den Sumpf. Weh tat es nicht, aber die ganze rechte Seite ist voll Sch…Mit Fangopackung geht’s nun über die Lochalp zum Kaltbad und über einen Steintrail zum Langis. Unterhalb warten Fabio und Hans-Urs- Bidonwechsel und weiter. In den feuchten und ruppigen Waldtrails runter nach Schoried erhalte ich noch von Norbi eine Lektion bezüglich runter brettern- unglaublich wie schnell man fahren könnte..werde ich doch langsam alt? In der Fläche über den Flugplatz spannen wir kurz zusammen. Ab Siebeneich ziehe ich alleine durch, denn ich sehe Bärti vor mir , ihn muss ich schnappen, so könnte es fürs Podest reichen. Vor St.Niklausen bin ich dran und sogleich vorbei. Vor den steilen Betonrampen hoch zum Schwandi nochmals Verpflegung durch Fabio und Hans-Urs. Meine Beine drehen sensationell, die letzten 500Hm bis zum Ächerli überhole ich Fahrer um Fahrer. Mit gesundem Respekt nehme ich nun die lange technische Abfahrt in Angriff, beanspruche in den Waldtrails auf glitschigen Steinen zweimal mächtig Glück- ohne technischen Defekt und Sturz schaffe ich es runter, über die Chabisstein Kurve rein in den Kernwald. Nun nur noch den Rossweg Trail sauber und ohne Risiko fahren- nach vorne keine Chance aufzuholen und nach hinten genügend Luft. Nach über 4 Std. Fahrzeit fordert der enge, mit Wurzeln und Steinen versetzte Rossweg nochmals vollste Konzentration. Mit Flow gehe ich rein, zwei Kurven alles ok dann gerät alles sehr schnell ausser Kontrolle und ich bin nur noch Passagier-Abflug seitlich über den Lenker in die Botanik- nur leider war unter dem Dornengestrüpp noch ein Stein versteckt…spüre einen Knacks und heftiges Brennen im unteren Rücken rechts- Idiot- so kurz vor dem Ziel so ein Scheiss zu machen. Ich schaffe es mit Müh und Not wieder aufs Bike und fahre mit kaum noch existierendem Selbstvertrauen in den letzten schmierigen Teil des Trails runter auf die Strasse. Mit verspanntem und schmerzendem Rücken noch über den Flugplatz und rein nach Alpnach ins Ziel in 4.25 Std .
Fun 3 Rang 3 / Overall 30

Fazit:

Die O-Tour wurde mit der Eingliederung des Polenweges bike-technisch aufgewertet. Fahrtechnisch sind die Trails der O-Tour auch bei fast trockenen Verhältnissen sehr anspruchsvoll für Fahrer und Material. Letztes Jahr habe ich mich ja noch beschwert, dass der Rosstrail gestrichen wurde..Bei der genialen Massage durch das Swiss Massage Team in der Sporthalle wurde festgestellt, dass ich „nur“ eine starke Rückenprellung erlitten habe- viel Glück gehabt. Werde nun, sobald der Rücken wieder locker ist, bis zum Iron Bike Einsiedeln in zwei Wochen das Rennrad beiseite stellen und vermehrt die genialen Biketrails unserer Region für Fahrtechnik-Training befahren

Fun 3 Podest

ps.Herzliche Gratulation an Ramon zum sensationellen 3.Rang an der U-16 600Meter SM in Genf- im Vorlauf die PB um eine Sekunde und im Final nochmals um 2 Sekunden verbessert-Harte Arbeit zahlt sich aus

iXS O-Tour 09.09.2012