sixty-sixers Jahresrück-und Ausblick

Mehr als ein Monat ist es nun schon wieder her, dass ich mit Startnummer am Lenker über die, wenn auch schlammigen, Trails geheizt bin. Mental und körperlich war dann auch sogleich die Luft draussen, ich konnte mich nicht mehr motivieren aufs Rad zu sitzen. In der Zwischenzeit und nach einer Woche Ferien mit der Familie, ohne Bike, ist aber die Motivation und Begeisterung für unseren Sport wieder zu 100% zurück.
Ich blicke auf eine höchst erfolgreiche Saison zurück, einzig die kurze aber ärgerliche Periode mit zwei technischen Defekten und einem Grippe Infekt trüben die Bilanz- und ja, auch der Sturz an der O-Tour hätte nicht sein müssen. Wer Lust hat, kann die Details in den jeweiligen Rennberichten nachlesen.
Auch 2013 bin ich wieder dabei, die Highlights an Bike-und Rennrad Marathons sind bereits wieder gesetzt. Ganz speziell freue ich aber darauf, dass die 66er zusammen am Peakbreak teilnehmen werden und meine Frau Pia uns als frisch ausgebildete Sportmasseurin begleiten und betreuen wird.

Dani

Nach der Saison ist vor der Saison.
Aus Sicht Technik, so wird mein 29er aktuell einer Generalüberholung unterzogen und wie es aussieht, ist der Rahmen sogar ein Garantiefall. Ansonsten bin ich Materialseitig gut aufgestellt.

Was aber Hans-Urs und mich viel mehr interessiert und beschäftigt ist die Trainingslehre. Die letzten Jahre sind wir mit unseren selbstgestrickten Trainingspläne-und Strukturen nicht schlecht gefahren- doch nun muss dieser Bereich genauer unter die Lupe genommen werden.
Einen Laktattest auf dem Ergometer haben wir schon mal gemacht- über Sinn und Zweck scheiden sich die Geister. Viel interessanter wäre ein Leistungstest über alle relevanten körperlichen Parameter und den daraus abgeleiteten persönlichen Trainingsempfehlungen. Anbieter solcher Tests gibt es zwischenzeitlich deren viele, und wen wundert’s, wir Hobbyfahrer sind die potentiell grösste Kundschaft- aber nein doch, das Leistungsniveau steigt von Jahr zu Jahr einfach so…. Die Qual der Wahl hat uns schlussendlich ein Test in der Zeitschrift Road zu allen zurzeit bekannten Leistungstests abgenommen. Der Spruch: Alle sind gleich- nur die einen sind etwas gleicher gilt für Trainingsempfehlungen definitiv nicht.
Nach kurzer Beratung haben wir uns entschieden und Hans-Urs hat uns bei STAPS Leistungsdiagnostik in Köln einen Termin für den Rad Basic Test reserviert. Das STAPS Team betreut deutsche Topfahrer wie Toni Martin oder André Greipel, da liegt also geballte Kompetenz vor, die auch unsere individuelle Leistungsfähigkeit aufdecken wird. Der Termin wurde uns bestätigt und in KW42 ging’s per Zug nach Köln. Leicht nervös traben wir am Freitag um 09.00 Uhr im Leistungscenter an. Björn, ein sehr symphatischer junger Trainer+Diagnostiker erwartet uns schon, erklärt den Ablauf und schon geht’s los.

Auf einen Blick!
• Maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max)
• Maximale Laktatbildungsrate (VLamax)
• Bestimmung der anaeroben Schwelle
• Trainingsbereiche nach Leistung (Watt) und Herzfrequenz
• Ermittlung von Laktatauf und -abbau
• Messung des Körperfettanteils
• Ermittlung von Fett- und Kohlenhydratverbrennung.
• Bestimmung der Erholungsfähigkeit in Wettkampf / Training
• Darstellung der effektivsten Trainingsmethoden
• Schriftliche Auswertung
• Individuelles schriftliches Gutachten
• Persönliches Beratungsgespräch

Das Prinzip der Energieumwandlung als Voraussetzung für Muskelarbeit klar und anschaulich erklärt:

Der genaue Ablauf........
Fettmessung oder Zangenpiercing ?
Fettmessung? wo den?

Während dem der eine von uns sich auf dem Ergometer einfährt werden dem anderen mit der Zange die Fettpölsterchen an mehreren Stellen des Körpers gemessen, das Gewicht gewogen (ungläubiger Blick auf die Anzeige, bei beiden +2kg???) und alles fein säuberlich notiert. Dann geht’s an Eingemachte, ein 15 Sekunden Sprint aus dem Stand im Sitzen soll die Sprintfähigkeit,Leistungsentwicklung und die Laktat-Toleranz aufzeigen. Auf Kommando volle Kanne, der Anfangswiderstand ist brutal hoch, wir treten wie gegen eine Wand- die Kurbel will sich kaum in Bewegung setzen lassen und dann lange 15 Sek. Vollgas- Ok- schwer atmend hinsetzen, dann nimmt Björn Blutproben vom Ohrläppchen um die Laktatwerte zu erfassen.
Nun kommt der Hauptteil des Leistungstests. Während max. 18 Minuten oder bis zum vorzeitigen Abbruch wird gegen den Berg bei gleichbleibender Kadenz und stetig erhöhtem Widerstand getreten. Speziell für uns ist die VO2max oder maximale Sauerstoffaufnahme. Erinnerungen ans Militär kommen auf als die Sauerstoffmaske übergezogen wird, dann geht’s gemächlich los. Mit 95er Kadenz sind die ersten Minuten easy peasy. Ab Minute 8 fangen wir ganz leicht an zu schwitzen- ab Minute 10 ist der Widerstand schon ziemlich hoch- Björn erinnert uns konstant zu treten- bei Minute 12 geht’s langsam aber sicher ans Eingemachte, der Widerstand erhöht sich nun in kurzen Intervallen und die Kadenz zu halten wird immer schwieriger, die Beine werden immer dicker- ab Minute 15 erinnern die Atemgeräusche durch die Sauerstoffmaske an Darth Vader- Björn feuert uns an um wirklich alles rauszuholen- kurz vor dem explodieren ist das Diagnostik-Programm zu ende- völlig ausgepumpt noch ausfahren und ab unter die Dusche- das war also der harte Part des Tages.

Dani voll im Test!

Eine halbe Stunde später unterbreitet uns Björn die schriftliche Auswertung, erklärt aber vorher nochmals sehr kompetent und verständlich die physiologischen Abläufe im Körper bei sportlichen Aktivitäten.
Der Vergleich unserer Diagnostikwerte zeigt nun tatsächlich auf, dass Laktatwerte alleine noch keine schlüssigen und auf alle Athleten anwendbaren Trainingsempfehlungen zulassen, sonder mehrere Faktoren und Parameter zu berücksichtigen sind. Fast zwei Stunden lang nimmt Björn unsere Daten auseinander, beschreibt, erklärt und zeigt Verbesserungspotentiale auf, bis hin dann zu den individuellen Trainingsempfehlungen, die nun in Form von Trainingspläne über eine zu definierende Zeitspanne gekauft werden können- mal schauen ob wir uns dies antun wollen strikte nach Plan zu trainieren, oder aber die neuen Erkenntnisse in unser bestehendes selbstgestricktes System integrieren.

Mit vielen neuen Erkenntnissen und wirklich überzeugt verabschieden wir uns gegen 15.00 Uhr von Björn. Die lange Rückreise im Zug gibt uns nun genug Zeit um den heutigen Tag Revue passieren zu lassen.

Hans-Urs:

Ich suche noch die Worte…….

Ich habe doch noch ein paar Worte gefunden, aber ich werde mich kurz halten.

Wie heisst es ja so schön im Fussball: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“. Auf uns Gümällär umgesetzt, daher: „Nach der Saison ist vor der Saison“!

Bei mir „überschattet“ natürlich der Schlüsselbeinbruch die Saison 2012 in negativer Hinsicht. Nach dem Highlight in Kirchzarten mit neuer Bestzeit kommt schon 1 Woche später der kapitale Überschlag am BerGi-Bike und schon ist die Saison gelaufen. Ich musste 2 Monate aussetzen, ab dem 3. Monat konnte ich wenigstens auf Rennvelo steigen. Sprich, ich habe mir den 29’er „strassentauglich“ umgebaut. So konnte ich die feinen und kleinen Schläge auf den linken Arm dämpfen – hat prima funktioniert.

Im Oktober ging‘s dann das erste Mal wieder in Gelände, aber der Kopf hat am Anfang ein wenig „gestreikt“. Aber von Mal zu Mal geht’s jetzt besser! Leider bin ich auch noch mit der SUVA im Clinch, muss mich daher noch ein wenig zurückhalten……

Nichts desto trotz habe doch ab dem September regelmässig trainiert, da ja STAPS in Köln im Oktober noch anstand. Dani hat den ganzen Test wunderbar umschrieben und ich bin sehr gespannt, was für mich für Trainingsempfehlungen rauskommen werden?

Für mich wird es zum ersten Mal sein, dass ich nach einem Programm trainieren sollte oder besser muss. Aber ich lasse Mal die „Sache“ relativ gelassen auf mich zurollen, der „Trainingsdruck“ kommt dann sicherlich noch früh genug.

In den kommenden Monaten werden die KETTLER-Rolle und die Skating-Skis meine sportlichen Aktivitäten ausmachen – ich freue mich darauf!

Das absolute Saisonziel für 2013 ist definiert: PEAKE BREAK vom 6. – 13. Juli 2013 in Austria! Dass wird zwar ein harter Brocken, aber für mich als sixty-sixers (hoffentlich) genau das Richtige………

sixty-sixers Jahresrück-und Ausblick

Ein Gedanke zu “sixty-sixers Jahresrück-und Ausblick

  1. max schreibt:

    Hoi Dani!

    Also ich weiss schon wer nächstes Jahr die Teamwertung bei der Peakbreak gewinnen wird! We keep an eye on you, wo immer wir zu diesem Zeitpunkt auch sein werden.
    Leider ist es nix mehr mit einer schönen Rennvelotour im Herbst geworden, aber mein Rahmen schwirrt seit 2 Monaten irgendwo zwischen Deutschland und der Schweiz umher, da er zu 99% kaputt ist.
    Das ist halt der Nachteil bei den Versendern.
    Aber eh wurscht, wir sind mit unseren Tourenvelos und den Bikes ein wenig herumgedüst.
    Ausserdem tut ein wenig Velopause auch mal ganz gut.

    Also, viel Spass bei euren Rennen 2013 und immer Kette rechts…….

    lg
    max und heidi

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