16. Black Forest Ultra Bike Marathon, Kirchzarten 23.06.2013

Der erste Bike Marathon der Saison, 117km/3150Hm

Nach den Abstechern zum Einzelzeitfahren geht’s diese Saison erstmals back to the roots, zu den Bike Marathon.
Unglaubliche 300km stehen bis dato auf dem Bike Konto.. der „super“ Frühling hat uns entsprechend mehr Strassen-und Rollenkilometer beschert. Mal schauen wie die Umstellung vom Rennrad auf den 29er klappt.
Hans-Urs der Privatier wird das Wochenende (leider) im Geschäft verbringen und Pendenzen abarbeiten anstelle Höhenmeter abzuspulen.

Unser wohl letzter Familienausflug nach Kirchzarten startet wie gewohnt am Freitagabend. Die Kids werden erwachsen und frönen ihrer Leidenschaft, der Leichtathletik, da werden gemeinsame Wochenende immer rarer.
Den Samstag bei herrlichem Sommerwetter nutzen Fabio und Göttibueb Nico um auf dem Bike-Technikparcour herumzutoben, Pia geht shoppen und ich fahre die ersten 10km der Strecke locker ab, ein richtiger Ferientag. Am Abend treffen wir uns mit Bike Kollegen in der Pizzeria La Piazza zur grossen gemütlichen Fachsimpelei Runde.

Tagwache um 06.00 Uhr, die Strasse nass und der Himmel dunkel verhangen. Hat der Wetterbericht also recht behalten, aber es soll besser werden.
Nach der Hitzewelle letzte Woche ist es nun ungemütlich kühl- Gilet und Armlinge sind Pflicht. Kurzes Einfahren im Dorf und ab in den Starblock 2, leichter Regenschauer aus blauem Himmel- sollte gut kommen. 07.31 Uhr der Startschuss. Mein Ziel ist klar, immer dem letztjährigen Kategoriensieger nach, dann liegt heute ein Platz auf dem Podest drin. Im ersten langen Anstieg wechseln wir in der Gruppe die Führung stetig ab, in den nassen Abfahrten jedoch ist mir unsere Gruppe zu verhalten, also vorbei und durchziehen. Mit eingeholten Fahrern aus Startblock 1 und in Einzelzeitfahrmanier, die Hände eng zusammen und den Kopf fast auf dem Lenker, drücke ich bis Titisee durch. Anstatt der Sonne entgegen zu fahren, erwischen wir eine Regenzelle nach der anderen, teilweise mit starken Böen. Im Aufstieg Bärental Altglashütten bin ich wieder gestellt- Ernst mit Jahrgang 53 holt mich ein, unglaublich, er sei fälschlicherweise im Startblock nach mir eingestanden..- dran bleiben. Verpflegung durch Pia und Jungs, sie haben die Winterjacke an… Die Beine drehen gut, ansonsten alles vollgekackt mit Dreck, die Schaltung ging schon besser, die Kette bleibt auf dem kleinen Kettenblatt immer wieder hängen, anhalten und checken bevor was abreisst- ein Kettenglied ist etwas steif, Gänge frei durchschalten, alles wieder ok- der Gruppe hinterher. In der Abfahrt runter nach Todtnau nehme ich eine rechts Kurve auf Schotter viel zu optimistisch, es treibt mich raus, im Geiste sehe ich mich schon über den Lenker abfliegen, da war aber Gottseidank kein tiefer Strassengraben oder Steine im hohen Farn versteckt- Dussel gehabt- weiter. Im Wiegetritt und blockierter Gabel geht’s in Todtnau hoch nach Aftersteg, hin zur berühmten „the Wall“- fühlt sich vorne trotz blockierter Gabel so schwammig an-Shit, der Vorderpneu verliert Luft, aber es scheint zu dichten. Kurz vor der Wand in Aftersteg anhalten und vorsichtig mit der Co2 Kartusche nachpumpen- alles ok. Rein in die Rampe mit Musik und Partystimmung- oben Verpflegung durch Pia; ja mir geht’s gut- etwas mehr Kraft könnte ich jetzt brauchen.. Noch immer fahren wir in einer 8er Gruppe, wobei ich meistens am Ende um den Anschluss kämpfe, lasse mich aber nicht abschütteln- dann auf einmal die Chance- bei Km 95 in einem Wurzel Trail, mein Kategorienkonkurrent hat fahrtechnisch etwas Mühe, irgendwie komme ich an ihm vorbei, er verliert den Anschluss. Brutal für ihn, denn es folgen nun wellige Passagen mit Gegenwind, die wir in der Gruppe durchdrücken- ein Blick zurück, er schafft den Anschluss nicht. Diese Tatsache setzt in mir nun unglaubliche Kraftreserven frei. Letzter Bidonwechsel durch Pia in Hofsgrund vor den letzten zwei Anstiegen- nochmals voll durchdrücken, überhole bis oben alle meiner Gruppe und kann so mit Vollgas von vorne in die schnelle Abfahrt, hin zum letzten Gegenanstieg wo auch die Marathonfahrer hinzustossen. Nun fühle ich keine Anstrengung mehr, die Aussicht auf einen Podestplatz lässt mich den letzten kurzen moderaten Aufstieg hochfliegen und in die allerletzte schnelle Wiesen Abfahrt knallen, runter nach Kirchzarten- um alle Ecken durch den Camping, über zwei Holzrampen und rein ins Stadion auf die Rundbahn ins Ziel- der Speaker kündigt mich als ersten der Senioren 2 an- genial, doch er hat die Rechnung ohne einen Fahrer aus einem hinteren Startblock gemacht, der kam nach mir ins Ziel und war noch schneller.
Zeit 4.55.56 Senioren Rang 2 / Overall Rang 20

Fazit:
Wiederum ein toller Anlass, das Wetter nicht wie gewünscht, aber die Strecke ist auch bei Nässe immer sehr gut befahrbar.
Der Umstieg vom Rennrad aufs Bike klappte gut und technisch stellt der Ultra bis auf die schnellen Schotterabfahren keine Probleme dar. Mit der Platzierung bin ich überaus zufrieden, natürlich war es im ersten Moment schon hart plötzlich „nur“ noch zweiter zu sein, aber Leistungsmässig lag auch gar nicht mehr drin.
Diese Woche wird nun ganz dem EZF für Bad Saulgau gewidmet, bevor es dann Ende nächster Woche los geht mit unserem Saisonhighlight in Austria“Peak Break das Alpenrennen“.

Dani
Teamwork
es wartet der Hammer..nur halb so wild

16. Black Forest Ultra Bike Marathon, Kirchzarten 23.06.2013

GP Luzern EZF Pfaffnau 12.06.2013

Vom Hobby Sportler zum Amateur

Eigentlich war das nächste EZF auf Ende Juni in Bad Saulgau eingeplant, doch die Homepage hobbyradcup.ch offenbarte noch eine Fahrgelegenheit, quasi vor der Haustür beim GP Luzern in Pfaffnau.
Die Ausschreibung bezüglich Teilnahme für Hobbfahrer zwar ziemlich unverständlich beschrieben, doch mit div. Emails an die Organisatoren konnte dies geklärt werden;
willst du mitmachen, musst du eine Swiss-Cycling Tageslizenz lösen und somit bei den Amateuren starten. Na dann, VW Käfer gegen Ferrari.. egal, mein Hauptziel wird sein nicht überrundet zu werden.
Mittwochnachmittag arbeitsfrei und um 15.00 Uhr die Startnummer und Tageslizenz lösen.
Zeitmesschip montieren und mit dem normalen Rennrad auf die Streckenbesichtigung Pfaffnau-Roggliswil-St.Urban-Pfaffnau, und die hatte es in sich. Typisch Luzernerhinterland, ein ewiges auf und ab mit kurzen giftigen und langen schleichenden Anstiegen, schnelle kurvige Abfahrten – sehr unrhythmisch. Im Renntempo werden das zwei harte Runden werden.
Wechsel auf den Tiefflieger und ab ins Startgelände, mein Start ist nach der Elite um 16.35- der frischerkorene Amateur wird langsam nervös..Anstehen zum Startblock, geile Hightech Boliden rund um und siehe da, es wird nach UCI Reglement jede Maschine kontrolliert. Gespannt und nervös schaue ich dem Kontrolleur zu wie er mit Wasserwaage bewaffnet meine Sattelneigung kontrolliert. Die Luftblase fällt fast vorne raus, die Sattelneigung beträgt -9°, erlaubt ist max.- 3°. Du musst den Sattel neue einstellen. Trocken sage ich; dann kannst du mich gleich heim schicken, ich habe kein Werkzeug dabei und in Thun durfte ich als Hobbyfahren so fahren. Ein netter Kontrolleur, er zeigte Verständnis und gab mir Anfänger Amateur doch grünes Licht für den Start, mit dem Rat das UCI Reglement zu konsultieren- werde ich machen.
Der Countdown läuft- los geht’s auf zwei harte Runden. Beschleunigen, runter auf den Lenker, rechts weg in den ersten Anstieg aus dem Dorf- hohe Kadenz ist heute der Schlüssel- links weg nach Roggliswil- kurze Abfahrt und rein in den kontinuierlichen Anstieg durch Roggliswil bis Netzelen- runter schalten auf das kleine Blatt- Position möglichst tief halten. Es ist sehr heiss- Puls wie immer knapp an der Schwelle, die Beine drehen gut. Endlich oben in Netzelen, sofort aufs grosse Blatt schalten, mit 53/11 und bis 70km/h in die Abfahrt knallen, jede Kurve möglichst ohne Aufrichten durchfahren- herrlich die Abkühlung im Fahrtwind- wieder ein Gegenanstieg- voll durchdrücken- nächste Abfahrt auf die langen Gerade nach St.Urban, endlich mal ein Rhythmus. Rechts links auf die Hauptstrasse und sofort wieder rechts weg- nun muss die vernichtete Höhe auf lang ansteigender Strecke und einer giftigen Rampe zurück nach Pfaffnau wieder erarbeitet werden. Gut überholt mich in diesem Moment ein Elite Fahrer auf seiner zweiten Runde- irgendwie dran bleiben, aber nicht im Windschatten- ok nur ganz kurz. Brutal hart, immer am Drücken, schmerzende Oberschenkel hin oder her in die zweite Runde. Die Kraft ist merklich geschwunden, mit wirklich hohen Kadenzen versuche ich das Tempo hoch zu halten. Ich hoffe meine Marathon Qualitäten helfen mir die zweite Runde anständig zu überstehen. Das Visier meines neuen Zeitfahrhelmes ist verschmiert mit Schweiss- du wolltest es so. Endlich auf der langen leicht ansteigenden Zielgeraden und auf der allerletzten Rille durch.
Zeit : 41.36.74, 26.8km mit ca. 450Hm, Amateur Rang 14

Fazit:
Die Strecke war schon mal Austragungsort einer SM- eine würdige und selektive Runde.
Für Marathonfahrer sind EZF eine totale Umstellung-Achtung fertig Vollgas und durchhalten, aber Abwechslung macht das Leben süss.
Eine Tageslizenz für 30.- zu lösen um teilnehmen zu können, finde ich nicht die geeignete Lösung um dem Teilnehmerschwund an Rennen entgegen zu wirken.
Kaum zu Hause wurde sofort mit Senkel und Massband mein Tiefflieger UCI konform eingestellt- gut um bis Ende Juni die neue Position einzufahren.
Mein Gefühl in der Aeroposition nicht richtig Druck auf die Pedalen zu bringen wurde mir vom heutigen Amateur Sieger bestätigt- bis 10% weniger Druck-Effizienz, wird aber von den Aerodynamischen Vorteilen wieder mehr als kompensiert. Der 66er hat wieder was gelernt.

Dani

GP Luzern EZF Pfaffnau 12.06.2013

5. Nat. EZF Thuner Westamt/Stockental 1.Juni 2013

Regenabstimmung und Autos jagen

Heute Morgen ging`s mal wieder früh aus den Federn, der Dauerregen nötigte mich aber noch vor dem Frühstück zuallererst die Teletext Seite zu konsultieren um sicher zu gehen, dass der Brünig schneefrei oder keine Murgänge Strassen verschüttet haben um überhaupt ins Berner Oberland fahren zu können. Einen Bike Marathon wäre ich heute bei den Verhältnissen definitiv nicht gefahren, hingegen ein EZF über eine knappe halbe Stunde Fahrzeit und ohne Schlammpackungen, ist ja geradezu Erholung…
Im Vorfeld wurde mir gesagt, dass die Strecke in Amsoldingen kupiert ist und somit ziemlich selektiv sei. Dementsprechend früh fuhr ich los, um vor 09.00 Uhr die Nummer abzuholen und genügend Zeit zu haben die Strecke wenigstens einmal abzufahren. Gemäss prov. Startliste ist meine Startzeit um 10.09 Uhr mit der Startnummer 9.
Bei Dauerregen und saukalten 6°C Ankunft im Startgelände bei der MZH Amsoldingen. Einweisung in den Parkplatz, schnell den Zeitmesschip holen, montieren und einen Gel reindrücken. Für die Einfahrrunde wird Regenvollschutz montiert inkl. wasserdichter Handschuhe. Nun gilt es sich die Strecke so gut als möglich einzuprägen, die Beine auf Betriebstemperatur zu bringen, die neu eingestellte Aeroposition auszuprobieren und einige Bremsmanöver mit den nassen Karbonfelgen zu vollziehen. Nach 30 Min. und drei erkannten Schlüsselstellen zurück beim Auto- Regenklamotten und Beinlinge weg, Schuhe wechseln, Ärmlinge und Gilet montieren- noch 15Min. bis zum Start- mit Armkreisen und anderen ungelenken Übungen versuche ich mich irgendwie warm zu halten. Aufruf zum Start-rauf geht’s auf die Rampe-Blick auf den Sekundenzeiger am grossen Chronometer, 3-2-1 und los geht’s. Prächtig dreht mein Motor hoch(Race ist halt nicht zu simulieren)meinem Streckenmotorrad hinterher. Sofort runter auf den Lenker und den Rhythmus finden, denn kaum raus dem aus Dorf kommt schon die erste längere Welle-will auf der grossen Scheibe durchdrücken- ist ein Fehler- werde langsam- hektisches schalten um Kadenz zu bekommen, mogle mich gerade so rüber. Bei Oberstocken mit Highspeed runter ins Dorf und wieder hoch, scharf rechts weg. Extrem viel Wasser auf der Strecke, versuche den Wasserläufen wenn möglich auszuweichen. Puls konstant hoch nahe der Schwelle, nun stimmt Druck und Kadenz. Einfahrt ins Dorf Blumenstein zum ersten Kreisel- Griff an den Oberlenker- Vorsicht geht vor. Kopf wieder runter, die Aeroposition fühlt sich schon etwas besser an. Mein Hase ist das Motorrad- los hinterher- dann ein vor mir gestarteter Fahrer- wieder ein Motivator- Laktat hin oder her, den will ich vor der Einfahrt ins nächste Dorf mit der anschliessenden kurzen Abfahrt schnappen. Flott vorbei, rein in die kurze kurvige Abfahrt hin zum zweiten Kreisel. Dieser ist mit riesigen Sturzmatten abgesichert- mir egal, traue mir nicht zuviel zu- moderat anbremsen und ausgangs Kreisel im Wiegetritt wieder hochschrauben. Noch knappe 4km ins Ziel- Regen und Kälte spüre ich nichtmal- die Konzentration liegt voll und ganz auf Druck, Aeroposition und Strassenverhältnisse. Einfahrt ins nächste Dörfchen, von links biegt 100m vor mir ein Auto in die Strasse ein- kein Problem – leider geirrt- mein Streckenmotorrad drängt den Fahrer zum Beschleunigen, die Streckenposten im Dorf vor der rechts Abbiegung zurück nach Amsoldingen winken heftig mit den Flaggen, was aber den Autofahrer eher noch mehr verunsichert- so ein Bullshit- ich fliege förmlich zum Auto hin, nur das geht nicht weg-aufrichten und voll in die Bremsen, der schöne Schwung für die letzte rechts Kurve und leicht ansteigende Strasse zurück ins Ziel ist weg- im Frust und mit nicht jugendfreien Kraftausdrücken nochmals in den Wiegetritt, vorbei am verwirrten Autofahrer auf den letzten Kilometer. Nochmal alles rausquetschen-tief bleiben, Kopf runter und powern was die Beine noch hergeben, so ziemlich auf Anschlag rein ins Ziel in 21.20.6
Ø 42.4km/h.
Kurz ausfahren und sofort ab unter die warme Dusche. Schon knappe 45 Minuten später die Rangverkündigung Herren Hobby 2- nachdem der dritt- und zweitplatzierte aufgerufen war wird es mir leicht heiss und tatsächlich, der Speaker verkündet den sixty-sixer aus Ennetbürgen im ersten Rang. 50 Stutz Preisgeld und einen Blumenstrauss für Pia- Danke. Schnell noch ein Siegerfoto auf dem Podest und schon geht’s wieder ab nach Hause.

Fazit:
Bei trockenen Verhältnissen eine super EZF Strecke, wirklich anspruchsvoll mit dem welligen Terrain, wobei ich aber gerne wie die Elite zwei Runden gefahren wäre. Die Anpassungen am Tiefflieger gingen in die richtige Richtung- es liegt nun wohl eher an mir, mich an diese Aeroposition zu gewöhnen. Mein nächstes Zeitfahren wird Ende Juni beim Deutschland Grand-Prix in Bad Saulgau sein, bis dahin gilt es zwingend Tiefflieger Kilometer zu fressen-Yes
Bezüglich Puzzleteile: Mein Zeitfahrhelm ist leider noch nicht angeliefert worden, aber Not macht erfinderisch. Kurzerhand am Vorabend meinem Strassenhelm mit breitem Klebeband alle Lüftungsschlitze verklebt und erst noch einen trockenen Kopf behalten. Der sexy Einteiler ist im Auftrag- mann/frau wird staunen 😉

Dani
viel Aero ist da nicht..

5. Nat. EZF Thuner Westamt/Stockental 1.Juni 2013