5. Nat. EZF Thuner Westamt/Stockental 1.Juni 2013

Regenabstimmung und Autos jagen

Heute Morgen ging`s mal wieder früh aus den Federn, der Dauerregen nötigte mich aber noch vor dem Frühstück zuallererst die Teletext Seite zu konsultieren um sicher zu gehen, dass der Brünig schneefrei oder keine Murgänge Strassen verschüttet haben um überhaupt ins Berner Oberland fahren zu können. Einen Bike Marathon wäre ich heute bei den Verhältnissen definitiv nicht gefahren, hingegen ein EZF über eine knappe halbe Stunde Fahrzeit und ohne Schlammpackungen, ist ja geradezu Erholung…
Im Vorfeld wurde mir gesagt, dass die Strecke in Amsoldingen kupiert ist und somit ziemlich selektiv sei. Dementsprechend früh fuhr ich los, um vor 09.00 Uhr die Nummer abzuholen und genügend Zeit zu haben die Strecke wenigstens einmal abzufahren. Gemäss prov. Startliste ist meine Startzeit um 10.09 Uhr mit der Startnummer 9.
Bei Dauerregen und saukalten 6°C Ankunft im Startgelände bei der MZH Amsoldingen. Einweisung in den Parkplatz, schnell den Zeitmesschip holen, montieren und einen Gel reindrücken. Für die Einfahrrunde wird Regenvollschutz montiert inkl. wasserdichter Handschuhe. Nun gilt es sich die Strecke so gut als möglich einzuprägen, die Beine auf Betriebstemperatur zu bringen, die neu eingestellte Aeroposition auszuprobieren und einige Bremsmanöver mit den nassen Karbonfelgen zu vollziehen. Nach 30 Min. und drei erkannten Schlüsselstellen zurück beim Auto- Regenklamotten und Beinlinge weg, Schuhe wechseln, Ärmlinge und Gilet montieren- noch 15Min. bis zum Start- mit Armkreisen und anderen ungelenken Übungen versuche ich mich irgendwie warm zu halten. Aufruf zum Start-rauf geht’s auf die Rampe-Blick auf den Sekundenzeiger am grossen Chronometer, 3-2-1 und los geht’s. Prächtig dreht mein Motor hoch(Race ist halt nicht zu simulieren)meinem Streckenmotorrad hinterher. Sofort runter auf den Lenker und den Rhythmus finden, denn kaum raus dem aus Dorf kommt schon die erste längere Welle-will auf der grossen Scheibe durchdrücken- ist ein Fehler- werde langsam- hektisches schalten um Kadenz zu bekommen, mogle mich gerade so rüber. Bei Oberstocken mit Highspeed runter ins Dorf und wieder hoch, scharf rechts weg. Extrem viel Wasser auf der Strecke, versuche den Wasserläufen wenn möglich auszuweichen. Puls konstant hoch nahe der Schwelle, nun stimmt Druck und Kadenz. Einfahrt ins Dorf Blumenstein zum ersten Kreisel- Griff an den Oberlenker- Vorsicht geht vor. Kopf wieder runter, die Aeroposition fühlt sich schon etwas besser an. Mein Hase ist das Motorrad- los hinterher- dann ein vor mir gestarteter Fahrer- wieder ein Motivator- Laktat hin oder her, den will ich vor der Einfahrt ins nächste Dorf mit der anschliessenden kurzen Abfahrt schnappen. Flott vorbei, rein in die kurze kurvige Abfahrt hin zum zweiten Kreisel. Dieser ist mit riesigen Sturzmatten abgesichert- mir egal, traue mir nicht zuviel zu- moderat anbremsen und ausgangs Kreisel im Wiegetritt wieder hochschrauben. Noch knappe 4km ins Ziel- Regen und Kälte spüre ich nichtmal- die Konzentration liegt voll und ganz auf Druck, Aeroposition und Strassenverhältnisse. Einfahrt ins nächste Dörfchen, von links biegt 100m vor mir ein Auto in die Strasse ein- kein Problem – leider geirrt- mein Streckenmotorrad drängt den Fahrer zum Beschleunigen, die Streckenposten im Dorf vor der rechts Abbiegung zurück nach Amsoldingen winken heftig mit den Flaggen, was aber den Autofahrer eher noch mehr verunsichert- so ein Bullshit- ich fliege förmlich zum Auto hin, nur das geht nicht weg-aufrichten und voll in die Bremsen, der schöne Schwung für die letzte rechts Kurve und leicht ansteigende Strasse zurück ins Ziel ist weg- im Frust und mit nicht jugendfreien Kraftausdrücken nochmals in den Wiegetritt, vorbei am verwirrten Autofahrer auf den letzten Kilometer. Nochmal alles rausquetschen-tief bleiben, Kopf runter und powern was die Beine noch hergeben, so ziemlich auf Anschlag rein ins Ziel in 21.20.6
Ø 42.4km/h.
Kurz ausfahren und sofort ab unter die warme Dusche. Schon knappe 45 Minuten später die Rangverkündigung Herren Hobby 2- nachdem der dritt- und zweitplatzierte aufgerufen war wird es mir leicht heiss und tatsächlich, der Speaker verkündet den sixty-sixer aus Ennetbürgen im ersten Rang. 50 Stutz Preisgeld und einen Blumenstrauss für Pia- Danke. Schnell noch ein Siegerfoto auf dem Podest und schon geht’s wieder ab nach Hause.

Fazit:
Bei trockenen Verhältnissen eine super EZF Strecke, wirklich anspruchsvoll mit dem welligen Terrain, wobei ich aber gerne wie die Elite zwei Runden gefahren wäre. Die Anpassungen am Tiefflieger gingen in die richtige Richtung- es liegt nun wohl eher an mir, mich an diese Aeroposition zu gewöhnen. Mein nächstes Zeitfahren wird Ende Juni beim Deutschland Grand-Prix in Bad Saulgau sein, bis dahin gilt es zwingend Tiefflieger Kilometer zu fressen-Yes
Bezüglich Puzzleteile: Mein Zeitfahrhelm ist leider noch nicht angeliefert worden, aber Not macht erfinderisch. Kurzerhand am Vorabend meinem Strassenhelm mit breitem Klebeband alle Lüftungsschlitze verklebt und erst noch einen trockenen Kopf behalten. Der sexy Einteiler ist im Auftrag- mann/frau wird staunen 😉

Dani
viel Aero ist da nicht..

5. Nat. EZF Thuner Westamt/Stockental 1.Juni 2013

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