Etappen Berichte zum Peak Break 2013

Mein Saisonhighlight 2013 steht an. Viele schweisstreibende, aber zielgerichtete Trainingsstunden auf dem Ergo und Rennrad stehen für diesen Anlass zu Buche. Auf 8 Etappen wird sich nun zeigen, ob sich diese Einheiten auch positiv auszahlen werden- we`ll see!

Einmal mehr eine Hiobsbotschaft kurz vor der Abfahrt-ihr habt es bereits gelesen- auch 2013 findet der PB ohne meinen Teamkameraden Hans-Urs statt- Schicksal ?
So fahren Pia, Fabio und ich am Freitagmorgen alleine los nach Tröpolach.
Nach langen 8Std. Fahrzeit Check-in und die Startunterlagen holen. Viele bekannte Gesichter, das Starterfeld mit knapp 100 Teilnehmern aber immer noch klein und familiär.
Rennrad vorbereiten, kurze anregende Massage von Pia und Race-Briefing am Abend für die erste Etappe und den geplanten Verlauf des PB 2013.
Pia und Fabio werden von Etappe zu Etappe fahren, mich aber unterwegs nicht verpflegen. Dafür werde ich jeden Abend dann die private Sportmassage geniessen dürfen.

Etappe 1
Karnische Aufwärmrunde
122 km, 2.200 hm
Tröpolach – Hermagor – Arnoldstein – Tarvis – Sella Nevea – Pontebba – Nassfeld – Tröpolach
Start um 09.00 Uhr bei bestem Wetter- speziell ist, dass unsere Etappe zugleich als Rennradmarathon Alpe Adria ausgeschrieben ist und dieses für die Austria-Radmarathon Spezialisten als Vorbereitungsrennen für die Staatsmeisterschaft ein Woche später wahrgenommen wird. Wird also sicherlich sehr schnell werden..
Meine ersten Anhaltspunkte werden heute aus Erfahrung 2012 Herren Fahrer Gabriel Maresch vom Nora Racing Team und Master 1 Wolfgang Lachinger vom Boot Doc Team sein.
Neutralisiert geht’s los- dann die Freigabe und ab geht die Post. Heute muss ich gar nichts beweisen und verstecke mich in der Spitzengruppe und lasse die Marathonfahrer arbeiten. Ohne meine Grenzen auszuloten geht’s über den ersten Pass Sella Nevea, hier verabschieden sich nun die schnellsten. In der Abfahrt distanziere ich Wolfgang, nicht aber Gabriel. So geht’s in einer 6er Gruppe in die Fläche mit viel Gegenwind- mit Kreiseln geht’s zügig voran- nicht aber für die Bergziege Karl- er zieht davon (kein Wunder, wie sich später herausstellt, ist er doch Vice-Weltmeister im Iron Man Hawaii in seiner Altersklasse..)
Ich fühle mich noch immer sehr gut und forciere im Aufstieg nach Pontebba hoch zum Nassfeld, einer eindrücklichen Felsschlucht. Schnell finde ich meinen guten Rhytmus und ziehe sachte von der Gruppe weg. Kontinuierlich schlängelt sich die Strasse durch die Schlucht, langsam aber sicher macht mir die Wärme zu schaffen und die Kraft lässt beängstigend schnell nach- es gilt 1100 Hm in einem Stück zu erklimmen- ein Blick zurück- Gabriel ist ca. 2Min zurück, aber Wolfgang hat die Verfolgung aufgenommen und kommt sehr schnell näher. Nun nehme ich etwas raus, will mich dann an seinem Hinterrad für die letzten 400Hm festbeissen. Auch die Startnummer 50 aus meiner Kategorie kann aufschliessen-mit leichten Wadenkrämpfen und ohne jeglichen Reserven lasse ich mich von den zweien hochziehen. Oben kurz durchschnaufen, ein Schluck Wasser. Im Wissen das Wolfgang ein schwacher Abfahrer ist, attackiere ich ohne Vorwarnung in die kurvige Abfahrt um 900Hm zu vernichten- sehr sehr schnell, aber ohne übermässigem Risiko gebe ich alles und lasse beide sogleich stehen. Im Ziel in 3.47.57 M1 Rang 2 / Overall Rang 3
Sofort viel Trinken, duschen und eine wohltuende Massage durch Pia
Das neue Trikot sieht als Ganzes sehr schön aus, die Hose aber ist unbequem..
Family Power
im Feld versteckt

Etappe 2
Abenteuer Dolomiten
189 km, 3.100 hm
Tröpolach – Kötschach-Mauthen – Lesachtal – Sillian – Toblach – Gemärkpass – Cortina d’Ampezzo – Falzaregopass – Valparolapass – Badia – Bruneck
Start um 07.30 Uhr zur längsten Etappe.
Heute sind wir Peakbreaker wieder unter uns-macht es auch einfacher und übersichtlicher.
Die Route führt von Tröpolach durch das Gailtal bis Kötschach-Mauthen. Von hier steigt die Strecke durch das atemberaubend schöne Lesachtal in Richtung Kartitsch. Über Sillian geht es weiter nach Toblach in Südtirol. In Toblach zweigt die Route nach Süden über den Gemärkpass nach Cortina d’Ampezzo ab. Direkt in Cortina beginnt der Anstieg in Richtung Falzarego- und Valparolapass.
Wie üblich nach dem neutralisierten Start, reissen ein paar verwegene aus- take it easy Jungs- wir bleiben im Feld ruhig, die Etappe ist lang und die Entscheidung wird anhand des Höhenprofils spät fallen. Unser Gesamtführender vom Team BMW denkt wohl er sei der Patron und verrichtet null Führungsarbeit- mit deutlichen Gesten will er auch mich in den Wind schicken-bist wohl im falschen Film..
Herrliche Landschaften und moderate Anstiege durch Toblach hin nach Cortina zur zweiten Verpflegungsstation- kurz davor eine kurze aber sehr enge Abfahrt. Ein junger Holländer macht mir einen unsicheren Eindruck-sofort überholen- keine zwei Kurven später höre ich es hinter mir schreien und krachen..wer, was, wieso- keine Ahnung. Dann die Verpflegungsstation- sehr hektisch geht’s zu und her- logisch, denn nun geht’s ans Eingemachte. Sofort attackieren der erste und zweite, auch die 50 geht mit, Gabriel und ich hinterher, doch bald müssen wie sie ziehen lassen- wir zwei aber sind so ziemlich ebenbürtig- wir werden zusammen hoch fahren und die lange Anfahrt ins Ziel gemeinsam unter die Räder nehmen. Peter mit der 50 werden wir als weniger versierten Abfahrer sicher wieder einholen. Gegenseitig pushen wir uns die 900Hm bis zum Valparolapass hoch und knallen in die geniale Abfahrt. Wie erwartet schnappen wir da Peter und lassen ihn umgehend stehen-ihn als starken Bergfahrer will ich auf keinen Fall im Windschatten ins Ziel mitnehmen..Kreiselnd ziehen wir von Badia bis nach Zwischenwasser durch in die letzten zwei Aufstiege bis zum Ziel bei der Kronplatz Bahn. Auch heute plagen mich wieder leichte Wadenkrämpfe und starkes Fussbrennen-völlig ungewohnt. Kurz vor dem Ziel zieht Gabriel den Bergsprint an, ich bin mental nicht bereit zu kontern, ich bin müde und die Beine und Füsse wollen total krampfen.
Im Ziel in 6.12.09 M1 Rang 2 / Overall Rang 4
Das Geschrei in der Abfahrt kurz vor Cortina hatte für Wolfgang Lachinger schmerzliche Folgen. Der junge Holländer, welchen ich kurz zuvor noch überholt habe, löste anscheinend einen Sturz aus, wobei Wolfgang wohl noch ausweichen konnte aber voll in die Strassenböschung einschlug- 2 Rippen gebrochen und Lunge punktiert- Einlieferung ins Spital bei Cortina.
Die neuen Hosen verursachen Scheuerstellen im Schritt-salben und schmieren, gar nicht optimal, irgendwie passt der Einsatz nicht an mein Gesäss!!
Am Abend lernen wir die Wiener-Trainingsgemeinschaft mit Gabriel, Heribert „Burtl“ und Michi besser kennen- eine lustige Truppe, mit welcher wir uns dann bis Ende Woche an den Pasta-Partys, Race Briefings und Rangverkündigungen zusammen sitzen werden.
harter Kampf mit Gabriel um den 3.Platz
die Königsetappe ist geschafft

Etappe 3
Einzel-Bergzeitfahren
24 km, 1.500 hm
Bruneck – Olang – Furkelpass – Kronplatz

Start ab 09.00 in umgekehrter Ranglisten Reihenfolge.
Mit meiner Startzeit um 10.24 Uhr kann ich als Gesamtdritter heute ausschlafen- auch Pia und Fabio freut`s.
Mit etwas grummligen Magen fahre ich mich gut ein- heute wird sich zeigen ob die knappen 3 Minuten Vorsprung auf Gabriel ausreichen den dritten Rang in der Gesamtwertung halten zu können.
Die letzten 5km auf unbefestigter Strasse und den 25% Rampen kommen mir topographisch nun wirklich nicht entgegen.
Pünktlich 10.24 werde ich auf die Strecke geschickt- dem eine Minute vor mir gestartetem Gabriel hinterher- nur nicht überpacen- also dosiert aber mit gutem Druck leicht kupiert bis nach Olang- doch schon bald sehe ich das weisse Trikot vor mir- bin ich zu schnell angegangen- werde ich nun die Quittung in den Steilstücken erhalten wenn er zusetzen kann ? Nein, ich fühle mich absolut gut, halte meinen Rhytmus hoch. Ab Olang hoch zum Furkelpass bleibt der Abstand geschätzt konstant bei einer halben Minute. Das motiviert ungemein- es ist sehr heiss, das Wasser knapp. Zwischenzeitlich überholen mich der erste und zweite- eine eigene Liga. Oben beim Furkelpass gibt’s Verpflegung- schnappe mir ein Bidon Wasser- trinken und mit dem Rest die brennenden Füsse kühlen, denn nun geht’s so richtig los. Kurz nach dem Pass scharf rechts weg ( es gab Fahrer, obwohl klar signalisiert, die sind da noch weiter runter bis nach St.Vigil gefahren..) in die Naturstrasse. Fahrer um Fahrer hole ich nun ein, der Strassenzustand ist vor allem in den Kurven katastrophal- alles loses Gestein. Mit dem Auge des Bikers suche ich die, falls überhaupt vorhandene, ideale Linie- das Gewicht möglichst optimal auf den schmalen Reifen verteilt. Die Einstellung im Kopf ist entscheidend- viele fluchen und jammern- hilft nichts- nun runde ich mich sogar beim Leader zurück- er hat extrem Mühe auf dem losen Untergrund zu fahren, muss absteigen- das motiviert mich noch mehr. Mit viel Glück aber ohne abzusteigen durchfahre ich alle Kurven, nehme die letzte 25% Betonrampe im Wiegetritt und fix und fertig im Ziel in 1.23.44
Nochmals 30 sec. Vorsprung auf Gabriel rausgefahren- einfach sensationell
M1 Rang 2/ Overall Rang 3
Brutaler Kampf hoch zum Kronplatz
der Kronplatz hat mich geschafft

Etappe 4
Hoch überm Tal
121 km, 2.100 hm
Bruneck – Toblach – Sillian – Pustertaler Höhenstraße – Dölsach – Iselsberg – Großkirchheim
Irgendwas belastet noch immer meinen Magen-Darm, kriege beim Frühstück kaum was runter. Bis zum Start muss ich mehrmals auf die Toilette- mache mir leicht Sorgen.
Start um 08.30 Uhr und 25km neutralisiert durch Bruneck bis Toblach. Extrem langweilig, da langsam, der Organismus fällt in den Schlafmodus- sehr heikel so in der Gruppe zu fahren.
Endlich wird das Rennen frei gegeben und sofort Attacke- auch Burtl ist mit dabei. Unser inaktiver Leader zeigt keine Anzeichen die Verfolgung zu lancieren, soll uns recht sein- go Burtl go.
Nun drückt die Blase gewaltig, getraue mich aber nicht anzuhalten um den Anschluss nicht zu verlieren. Ein Bahnübergang ist meine Rettung. Sekunden bevor die Rennleitung den Übergang passieren will blinken die Schrankenlichter- sofort vom Rad und erlösendes Entleeren am Strassenrand, obwohl, so auf Kommando und vor Zuschauern zu pinkeln ist nicht meine Stärke, gut blieben die Bahnschranken lange geschlossen. Ein Bild wie an der Tour- die Chance wird genutzt-dutzende von Fahrer/innen erleichtern sich am Strassenrand.. Nun der Anstieg zur landschaftlich fantastischen Pustertaler-Höhenstrasse- jetzt wird das Tempo merklich angezogen und auch Gabriel testet mich in den Rampen- der 66er bleibt dran. Die ersten Ausreisser werden gestellt, der Ungare mit Sturzwunden..
Im letzten Aufstieg zum Iselsberg müssen wir den Leader und zweiten etwas ziehen lassen. Gabriel und ich testen uns den ganzen Anstieg, keiner gibt nach- eine Patt Situation- wir fahren zusammen in die Abfahrt, kreiseln effizient dem Ziel entgegen und holen tatsächlich den Leader wieder ein- fast logisch, da er partout nicht führen will und Karl die ganze Arbeit überlässt. Wir fahren highspeed ran und attackieren umgehend, wobei ich gefährlich nahe an einem Lastwagen vorbei schramme..sie kontern, wir lassen die Beine hängen. Gabriel ermuntert mich anzugreifen und die letzten 5km in EZF Manier durchzuziehen- ich schüttle den Kopf- das traue ich mir nicht zu- wieder verweigert der Leader die Führungsarbeit, schert links raus, lässt die Beine hängen- nun explodiere ich förmlich und sprinte mit allem was ich habe vorbei- Kopf runter und Vollgas- ein Blick zurück- der Leader will nach, bricht aber ab. Kurz vor dem Ziel fahre ich zur 50 auf und weiter vorne sehe ich sogar Burtl. Im Sprint setze ich mich gegen die 50 durch. Im Ziel in 4.13.28
M1 Rang 1 / Overall Rang 3
Am Abend setzt ein heftiges Gewitter ein-die Aussichten für morgen aber gut.
gemeinsam in der Pustertaler-Höhenstrasse
Swiss-Austria Connection

Etappe 5
Dach der Tour
112 km, 2.600 hm
Großkirchheim – Großglockner Hochalpenstraße – Hochtor – Fuscher Törl – Bruck/Glocknerstraße – Filzensattel – Dientner Sattel – Bischofshofen
Unser Hotel liegt ca. 5km vor Grosskirchheim- gut zum Einfahren. Noch immer ist mein Magen sehr nervös- anmelden im Startbereich und ab zur nächsten Hotel-Toilette.
Start um 07.30 Uhr
Heute werden wir ins Bundesland Salzburg einfahren, leider noch immer mit drakonischen Behördenauflagen für Radveranstaltungen. Keine Streckensicherung, kein Führungsauto mit Drehlicht und keine Polizeiunterstützung- es lebe der Sport
Leichtes einrollen bis vor Heiligenblut-dann geht die Post ab. Sehr schnell wird das Feld ausgedünnt, dann ziehen der BMW Leader und Karl davon, Gabriel und ich sind die ersten Verfolger. Wiederum sind wir am Berg gleich stark und somit ist klar, dass wir gemeinsam hoch fahren und in der Fläche zusammen spannen werden. Mit knapp 2Min. Rückstand auf die Führenden passieren wir den höchsten Punkt am Fuscher Thörl.
Gemeinsam jagen wir die schöne und schön schnelle Abfahrt runter nach Fusch und weiter in die lange Fläche zu den letzten zwei Anstiegen Filzensattel und Dientnersattel hin. Unser Teamwork funktioniert tadellos, jeder fährt seine Ablösungen. Ab Fusch werden wir ständig von einem Motorrad-Polizisten observiert…wir halten uns an die StVO
Sachte steigt es nun bis zum Filzensattel an, es ist heiss, aber ich fühle mich erstaunlich gut. Die steilen Rampen zum Filzensattel pushen wir uns gegenseitig hoch, kurze steile Abfahrt und links weg zum Dientnersattel. Kurz bevor wir oben sind sehen wir die Führenden vor uns- einholen werden wir sie wohl nicht mehr- und heute wäre ich auch als 4er zufrieden. Doch es kommt alles ganz anders- die 2 Baustellen in der Abfahrt nach Bischofshofen halten die Führenden auf und es kommt doch zum Zusammenschluss-Scheisse für die zwei- eine völlig neue Situation, welche ich Gabriel auch mitteile- sollte es zum Sprint kommen, bin ich dabei. Endlich springt die Ampel auf Grün, der Leader beobachtet uns, macht aber kein Tempo. So übernimmt Gabriel die Verantwortung und pusht die letzte herrliche Abfahrt runter nach Bischofshofen. Nun wird es spannend, ein Kreisel und viele Autos. Das Rennleitungsauto dürfen wir nicht überholen-wir sprechen uns ab- es wird nicht gesprintet-ok. Dann winkt uns die Rennleitung vorbei ?? wir dürfen überholen ?? sofort Griff an den Unterlenker, den dicken Gang eingelegt- ich bin bereit. Nächster Kreisel und hinein in die Stadt, da steht Pia mit Fotoapparat und zeigt uns die Einfahrt scharf links zum Ziel. Der Leader vorne, will also doch gewinnen, zieht an, zögert, ich ziehe voll durch..
Im Ziel in 4.04.11 M1 Rang 1/ Overall Rang 1
Was für ein Geschrei vom Leader nach der Ziellinie, als er realisiert, dass ich gewonnen habe; Das ist ja die Höhe, wenn du das nötig hast, so war das nicht ausgemacht blablabla. Da musste ich mich echt zurück nehmen.. mein O-Ton; du bist zwar unser Leader, aber als Mensch musst du noch viel dazu lernen. Gabriel und Karl waren hinter einem Auto eingeklemmt, waren aber nicht untröstlich, dass nicht der Leader gewonnen hat..
Bei der Siegerehrung habe ich ihm dann trotz allem gratuliert und dabei tief in die Augen geschaut.
An meinem A.. herrscht ein Debakel- auch mit schmieren sind die neuen Hosen unbrauchbar- gut habe ich noch die alten dabei. Vor der Pasta Party geht’s noch in die nächste Apotheke, ich brauche ein Heilmittelchen für meinen Magen.- eine Blutwurzel Tinktur soll`s richten. Nur mit Ensure Trinknahrung konnte ich mich die letzten 2 Tage zum Frühstück ernähren- wie lange kann das gut gehen ?
Sprinten oder nicht ? Sprinten..
wer hat den Sprint angezogen ?!!

Etappe 6
Legendäre Rampe
91 km, 2.300 hm
Bischofshofen – Dientner Sattel – Filzensattel – Saalfelden – Grießenpass –
St. Johann/Tirol– Kitzbüheler Horn

Start früh um 07.00 und erstmals ist es nass und kühl- leichter Regen aus blauem Himmel, sollte gut werden. Der obligate Toilettengang im Startbereich-doch der Magen fühlt sich schon besser an.
Heute wird es zwischen Gabriel und mir definitiv zum Showdown kommen. Glasklar hat mir Gabriel mitgeteilt, dass er heute aufs Kitzbüheler Horn für den dritten Gesamtrang angreifen wird. Tja, dem ist nichts hinzuzufügen, ich habe nichts anderes erwartet, die lange immer steiler werdende Auffahrt ist genau auf ihn zugeschnitten. Ich werde eine gute Leistung abrufen müssen.
Zuerst geht’s nun aber auf der gestrigen Strecke über Dientner-und Filzensattel zurück. Das Tempo nicht zu hoch, trotzdem wird das Feld schnell gesprengt. Doch die 2 Baustellen führen uns immer wieder zusammen. Entspannt rollen wir nach den zwei Bergen im Feld in Richtung Saalfelden, da löst sich Karl aus dem Feld und zieht kontinuierlich davon. Mittlerweile bin ich ganz vorne, plötzlich ist Burtl neben mir, schaut mich an und sagt , du weisst wer vorne ist ? Ja, der Karl, unser Triathlet- gut so und wir lassen die Beine hängen und plaudern ein wenig.. Heute erziehen wir unseren nicht sehr beliebten Leader- niemand ergreift die Initiative- nach etwa 3 Minuten hat er es wohl realisiert und attackiert-Burtl und Jörn gehen mit, alle anderen bleiben sitzen. So, das wäre geregelt. Nun konzentriere ich mich nur noch auf Gabriel. Schnell sind wir in St.Johann im Tirol, schon sehe ich den Sendemasten auf dem Horn- bald geht’s los.
Und tatsächlich, in der ersten Rampe der 7km und bis 22% steilen Auffahrt sprintet Gabriel los und lässt mich umgehend stehen- ich mache nicht mal einen Versuch ihm zu folgen- aus Erfahrung weiss ich was noch kommt, also den Schaden versuchen in Grenzen zu halten.
Schnell, viel zu schnell muss ich für meine Verhältnisse den kleinsten Gang mit 34/28 einlegen, die Dreckrampen machen mich fertig und der Schweiss fliesst in Strömen. Mehrheitlich würge ich mich im Wiegetritt hoch-Gabriel zieht immer weiter davon. Wie zum Hohn stehen da nun die Schilder mit schlauen Sprüchen und Prozentangaben drauf- noch 3km und die 22% Rampe kommt noch. Voll am Anschlag zu den letzten 3 Kurven, da steht Pia und feuert mich an- vielen Dank- nun wird es etwas weniger steil- ich feuere mein allerletztes Zündholz ab, schalt zwei Gänge hoch und sprinte im Wiegetritt dem Ziel entgegen. Total kaputt und völlig ausgepumpt im Ziel in 3.32.51- genau 2 Minuten hat mir Gabriel heute abnehmen können- aber wichtiger, ich habe noch 1 Minute Vorsprung retten können und somit den 3 Rang Overall behalten. Karl hat seine Solo-Flucht erfolgreich durchgezogen und wird neu das Leadertrikot übernehmen-herzliche Gratulation von uns allen.

Sofort duschen, essen und trinken. Dann mit dem Rad die steilen Rampen runter fahren und mit Pia und Fabio im Privat Auto zurück nach Bischofshofen. Im Hotel die professionelle Massage von Pia und die Lebensgeister sind wieder voll und ganz da um die nächsten Attacken parieren zu können.
völlig am Anschlag und noch nicht im Ziel

Etappe 7
The Legend is back!
179 km, 3.200 hm
Bischofshofen – Filzmoos – Ramsau – Stein/Enns – Sölkpass – Murau – Turracher Höhe – Bad Kleinkirchheim

Start um 07.30 Uhr zur zweitlängsten Etappe der Woche. Mein Magen hat sich soweit erholt, die Sitzbeschwerden mit der alten Hose und viel Schmiere viel besser.
Kurz nach Rennfreigabe wieder die üblichen Ausreisversuche, die uns keine Kopfschmerzen verursachen. Rasch sind in der Verfolgergruppe die üblichen Verdächtigen gruppiert, einzig das Cyan Leadertrikot an Karl ist neu. Wir fahren nicht sehr schnell, daher ist es nicht verwunderlich, dass die Nr.50 auf seiner Solo-Flucht bald sieben Minuten Vorsprung hat. Hinauf zum Sölkpass zieht der ex-Leader etwas an, bricht aber wieder ab. Ich erwarte die nächsten Angriffe von Gabriel, vermutlich am letzten Berg zur Turnacher Höhe wird er seine Chance suchen. Nun haben wir einen jungen Holländer eingeholt und sind zu fünft, aber eine grosse Hilfe ist er nicht mehr. Kurze Absprache in der Gruppe für eine Pinkelpause, der junge Holländer zieht durch-halb so wild. Langsam aber sicher zieht die Steigung an, dann eine Wand vor uns und sofort zieht Gabriel Vollgas davon- diesmal aber sprinte ich hinter her, schliesse auf und setze auf Anschlag eine Gegenattacke, distanziere ihn leicht. Sitze ab und kurble mit hoher Tretfrequenz weiter- immer wieder ein Blick zurück- sobald er näher kommt rauf schalten, in den Wiegetritt und davon ziehen, wieder absitzen. Dreimal geht das so, dann schliessen wir einen Waffenstillstand. Der Leader hat sich bis dahin schön aus unserem Kampf rausgehalten. Endlich oben und sofort in die steile und extrem schnelle Abfahrt- einmal mehr zeigt sich meine Stärke in den Abfahrten, es bildet sich schnell eine Lücke zu den dreien, runter sitzen auf das Oberrohr, Hände zusammen und mit Highspeed dem Rennleitungsauto nach. Ein Blick zurück, sie sind weg, ich versuche nun das Ding durch zuziehen- gemäss Roadbook sollte es nur noch runter gehen- weit gefehlt, 8km flach mit Gegenwind und einem leichten Gegenanstieg fordern nochmals alle Körner- aber es klappt. Im Ziel in 5.53.49- knappe zwei Minuten fehlten zum Solosieger, aber wieder etwas mehr als eine Minute auf Gabriel rausgefahren.
M1 Rang 2/ Overall Rang 2
Mein Garmin bestätigte mir eine Abfahrts-Spitzengeschwindigkeit von unglaublichen 102.8km/h
Es wird auf den Zahn gefühlt
mit 10km EZF zum 2.Platz

Etappe 8
Alpine Mystik Nockberge
137 km, 2.400 hm
Bad Kleinkirchheim – Nockalmstraße – Schiestelscharte – Eisentalhöhe – Innerkrems – Gmünd – Millstatt – Glanz – Feistritz/Drau – Windische Höhe – Tröpolach

Auf der Reise nach Tröpolach sind wir bewusst über die Windische Höhe gefahren, damit ich mir ein Bild von der letzten Etappe machen kann. Gemäss dem Roadbook und der Besichtigung war für mich klar, diese Schlussetappe ist kein Schaulaufen sondern wird nochmals alles von den müden Beinen fordern.
Start um 07.30 Uhr bei bestem Wetter und ich bin froh, dass es die letzte Etappe ist. Doch vorerst heisst es nochmals wachsam sein und Gabriel nicht aus den Augen lassen, den zwei Minuten sind schnell weg. Nur langsam kommt das Feld vorwärts. Es sieht so aus, als wenn sich niemand mehr weh tun will. Nur der Leader und der zweite setzen sich leicht ab. Der gestrige Solosieger aus meiner Kategorie sieht in der Auffahrt zur Nockalm Strasse nicht mehr frisch aus, bleibe ganz locker an seinem Hinterrad. Das ist anscheinend nicht im Sinne von Gabriel, der aus meiner Sicht extrem früh die Entscheidung sucht und in den Berg sprintet-blitzartig vom Schlafwagenmodus auf Vollgas Verfolgung geschaltet, super wie die Beine drehen-schon bin ich wieder an ihm dran.
Das war’s, so Gabriel- ich musste es nochmals versuchen. Bist du sicher frage ich ihn ; ja absolut. Zu zweit, wie schon fast die ganze Woche über, nehmen wir nun die Schiestelscharte und Eisentalhöhe mit gutem Tempo in Angriff- besser als nur so dahin zu trödeln und die Konzentration zu verlieren.
Die rasante Abfahrt wird zum Genuss, in der Fläche zum Millstätter See nehmen wir es wieder etwas lockerer. Die Streckenführung jagt uns noch jeden erdenklichen Anstieg hoch und über schlecht asphaltierte Waldpassagen hin zur Windische Höhe. Hier schliesst auch Wolfgang zu uns auf und zu dritt packen wir den letzten Anstieg des Peak Break 2013 und der hat`s nochmals in sich. Jedes Mal wenn wir glauben endlich oben zu sein, kommt nochmals ein Aufstieg- mein Gedächtnis hat mich also fürchterlich im Stich gelassen. Endlich oben nehmen wir die ruppige Abfahrt bedächtig in Angriff. Auf verschlungenen Nebenwegen jagen wir dem Ziel entgegen, ein ewiges auf und ab. Wolfgang bekundet Mühe unser Tempo zu halten. Wieder eine Welle und urplötzlich zieht Gabriel an- alle Alarmglocken in meinem Hirn schrillen aufs heftigste- auf dem grossen Kettenblatt powere ich neben ihn und ziehe wiederum voll durch- was war das, ein Angriff oder doch nicht? Mein Race-Instinkt lässt mir keine Wahl- Gegenangriff und mit Vollgas jage ich der Rennleitung um jede Hausecke hinterher. Unglaublich wie mein Motor noch dreht- und wieder in EZF Manier, Hände zusammen , Kopf ganz tief powere ich über Hermagor nach Tröpolach dem Ziel entgegen.
Wahnsinn, auf einmal viele Emotionen die aufkommen- eine unglaubliche Woche geht zu Ende.
Im Ziel in 5.10.38 M1 Rang 2/ Overall Rang 3
Gabriel fährt ins Ziel ein. Wir gratulieren uns herzlich für den sensationellen Zweikampf die ganze Woche über. Wie Zwillinge sind wir alle Berge gemeinsam hochgejagt, immer an oder über der Schwelle-jede Chance wahrgenommen um zu attackieren oder zu distanzieren- Race pur- so macht Wettkampf spass- hart aber fair.
es ist vollbracht
Gabriel, ein ebenbürtiger Gegner- hart aber fair

Fazit:
Einmal mehr alles in allem eine sensationelle Woche.
993km und 20450Hm in 34.18.51 Std. wurden nach Garmin absolviert.
Perfekter Support von Pia und Fabio, das Wetter super stabil und nicht zu heiss.
Die selbst gebuchten Hotels entsprachen voll unseren Erwartungen.
Konditionell und resultatmässig sind meine Erwartungen bei weitem übertroffen worden- einfach unglaublich und zugleich wieder top motivierend weiter zu machen.
Viele nette Sportler und neue Freunde kennen gelernt und sehr sehr wichtig, keinen Sturz oder Panne eingefangen.
Die neue Streckenführung ist eine Bereicherung und den Mt.Zoncolan im unfreundlichsten Teil des Friaul hat niemand vermisst.
Einzig das Bundesland Salzburg mit den restriktiven Behördenauflagen ist ein Wermutstropfen, der mit angepasster Strecke umgangen werden muss.

Auch 2013 hat der Peak Break leider noch schwerwiegende organisatorische Mängel. Speziell der kaum existente Reparaturdienst und fehlende Ersatzteile ist des Anlasses unwürdig. Hier wünsche ich mir den Support wie vor zwei Jahren durch Pasculli- schlicht professionell und wertschätzend gegenüber uns Teilnehmern!
Die Streckenprofile weisen gravierende Abweichungen nach oben in den Kilometer und Höhenmetern Angaben auf, das darf nicht sein.
Ansonsten muss klar gesagt werden; für wenig Geld viel Race.
Ob ich und andere Kollegen auch 2014 wieder teilnehmen werden, wird ganz von der Streckenführung und organisatorischen Anpassungen abhängen.
Insgeheim hoffe ich auf eine positive Entwicklung und somit auf eine vierte Teilnahme.

Auf unsere Mängelrüge hin wurde vom Trikothersteller bestätigt, dass unsere Hose mit einem, haltet Euch fest, Dameneinsatz geliefert wurde..kein Wunder passte dieser nicht an meinen A.. die Garantielieferung ist bereits in Produktion.
Dani

Etappen Berichte zum Peak Break 2013

Peak Break 2013

Hallo zusammen,

anbei ein paar Impressionen vom Etappenrennen Peak Break.
Die ersten zwei Etappen sind geschafft- mit einem dritten Platz gestern und dem heutigen 4ten auf der Königsetappe bin ich super zufrieden.
Ich hoffe auf Verständnis, aber um ausführliche Berichte zu schreiben bin ich momentan schlicht zu müde…nun die Beine hochlagern und gut erholen für das morgige Bergzeitfahren auf den Kronplatz-Start um 10.24 Uhr als Gesamt dritter 🙂
Irgendwie klappt es nicht so mit dem Bilder hochladen, werde es wieder versuchen

Dani

Peak Break 2013

5. Juli 2013: Negatives und erfreuliches……

Es hat wiederum nicht sein sollen, ich muss keine 12 Stunden vor der Abfahrt aus beruflichen Gründen auf den Peak Break_2013 verzichten! Es ist wie verhext, dies passiert mir schon zum 2. Mal……

Es gibt aber doch noch erfreuliches zu berichten, die sixty-sixers haben in den letzten Monaten eifrig mit professioneller Unterstützung an einem neuen Logo gewerkelt. Vielen, vielen Dank noch einmal an Tanja für die immense Geduld mit uns.


Die neuen Outfits sind keine 24 Stunden vor der Abfahrt nach Österreich dank DHL-Express und vor allem Kurierservice-Pia „druckfrisch“ in Nidwalden eingetroffen und erleben nun im Peak Break ihre Premiere!

Unsere neuen Outfits wird die „Pressefotografin“ Pia mit dem Model „Daniel“ sicherlich in den nächsten Tagen ins rechte Licht rücken und schon bald werden die ersten Fotos auf unserer Homepage aufgeschaltet sein.

Man(n) darf sich freuen, die Trikots sehen „aggressiv“ und dynamisch aus. Wir sind extrem zufrieden mit dem Resultat………

5. Juli 2013: Negatives und erfreuliches……

Specialized Deutschland Grand Prix Bad Saulgau 29/30.Juni 2013

Speed Weekend

Angemeldet war ich bis Freitag nur für das EZF über 31.5km und 330Hm, doch über die Sportlerbörse auf der Veranstalter Homepage bin ich auf die Anfrage eines österreichischen Teilnehmer gestossen, der wie ich auch den Sonntag für einen Start im Paarzeitfahren nutzen wollte. Nach wenigen email Kontakten waren wir uns einig, das Austria-Swiss Team geboren.
Mit positiver Spannung bez. der Strecke und auch auf meinen unbekannten Partner fuhr ich bereits am Freitag nach Bad Saulgau. Die Fahrt ganz entspannt, einzig am Zoll wollte mir ein kahlköpfiger, Bodybuilder ähnlicher Zollbeamter seine tief fundierten Kenntnisse über Rennräder kundtun-partout wollte er mir reichen Schweizer weiss machen, wie teuer meine Rennmaschine sei ; ist ja aus Karbon oder ? und kostet Minimum 8000Euro, und ich keine Beläge dabei hätte und überhaupt, wie ich beweisen will, dass ich das Ding nicht in Deutschland verkaufe blabla ( A..loch- ich bleibe einfach ruhig und gebe mich reuig..) Ich soll mich beim Schalter melden und abklären, ob ich eine Einfuhrbescheinigung lösen müsse. Der Schalterbeamte schaute mich, nachdem ich ihm den Sachverhalt erklärt habe, ganz ungläubig an, – wer hat sie reingeschickt? Der da ? Ok- sie brauchen nichts auszufüllen.
Dann im Gasthof zum Hasen kam ich sehr schnell in Kontakt mit netten deutschen Teilnehmern, die mich dann auch ganz spontan zur Streckenerkundung mitnahmen – optimal. Weniger optimal, einmal mehr, das Wetter. Kaum auf der Streckenbesichtigung goss es auch schon aus Kübeln- und die Wetterprognose für Samstag verhiess Regen bei kühlen 13°C.
Die Strecke ist in einer wunderbaren Landschaft eingebettet, sehr wellig bis 10%, viele enge Kurven und einer kurzen giftigen 13% Rampe- ein Rhythmusbrecher, wie ein Kriterium-bremsen- beschleunigen-wird Schmerzen verursachen..
Die Taktik ist klar: die Zeit wir an den Anstiegen gewonnen oder verloren, also jede Welle voll auf Anschlag durchdrücken, oben kurz rausnehmen und so schnell wie möglich wieder Speed aufnehmen- soweit der Plan.
Am Abend dann das Treffen mit blind-date Hannes aus Salzburg- ein Technik Freak und total sympathischer Radsportler- habe materialseitig wieder viel gelernt.
Samstagmorgen um 10.00 Uhr bei Regen und 9° C fahren wir zur Startnummer Ausgabe für das EZF und melden und für das PZF am Sonntag nach.
Nun heisst es sich bis zum Start um 14.53 Uhr die Zeit tot zu schlagen- leicht essen, Beine hochlagern, Nummern montieren, wieder was leichtes essen. Dann halte ich es nicht mehr im Gasthof aus und fahre gegen halb zwei nach Bad Saulgau ins Parkgelände- und wenn’s auch regnet und kalt ist, ich muss mich bewegen. Mit Regenbekleidung einfahren- es ist so arschkalt, ich werde wie in Thun mit dem winddichten Gilet und Ärmlingen fahren.
Einstehen vor der Rampe, kurzer UCI Alibi Check der Geometriedaten durch den Funktionär und rauf auf die Rampe- endlich geht’s los. Alle 30 Sec. wird gestartet- vier Fahrer vor mir sind erst gar nicht am Start erschienen. Der Countdown und sofort den Race Modus im Kopf eingelegt, wie von der Tarantel gestochen presche ich pünktlich um 14.53 Uhr los hin zum ersten Kreisel- die HR- Scheibe dröhnt im Wiegetritt wie ein Triebwerk-geiler und motivierender Sound- no risk und leicht rausnehmen, keine Ahnung wie gut die Haftung bei Nässe ist. Sofort in die Aeroposition weiter zum zweiten Kreisel und rechts weg, raus aus dem Dorf. Nun Speed aufnehmen für die erste leichte Welle und mit Vollgas in die erste Abfahrt zum 300 m Aufstieg mit bis 10%, so früh wie nötig aufs kleine Blatt, mit hoher Kadenz, brennenden Beinen und definitiv über der Schwelle oben rechts weg auf die erste Gerade mit starkem Gegenwind. Etwas erholen, aber nicht zu viel rausnehmen und in tiefst möglicher Position dem Wind trotzen, meine Beine fühlen sich sensationell gut an- habe brutal viel Druck auf der Kette. Nun folgt ein ewiges auf und ab durch Kornfelder und Wälder mit Böen artigem Seitenwind, die Scheibe hinten und die 808 Hochfelge vorne verlangen festen Griff an den Extension, teileweise versetzt es mich ziemlich massiv. Einfahrt ins erste Dorf Wolfartsweiler, mit Respekt scharf rechts weg, im Wiegetritt sofort wieder hochbeschleunigen, auf leicht abfallender Strasse mit 50-60km/h hin zur engen Abfahrt nach Fulgenstadt. Links rechts und scharf links ins Dorf, in den nächsten kurzen knackigen Anstieg- wenn möglich immer in Aeroposition- das Laktat mittlerweile schon fast in den Ohren…Über Eichen und Ölkofen hoch nach Hohentengen, der Streckenhälfte. Kurze steile Abfahrt mit engen Kurven in eine Nebenstrasse, runter aufs kleine Blatt schalten und volle Kanne die 13% Rampe hoch wuchten, zurück ins Dorf – so, die Hälfte ist rum- nun mit allem was noch rauszuholen ist auf demselben Weg über alle Wellen zurück nach Bad Saulgau.
Zeitgefühl habe ich keines, zu intensiv ist die Strecke, die Nässe, der Wind und das Körpergefühl. Erstmals fühle ich mich in der Zeitfahrposition richtig wohl- kleine Änderungen, grosse Wirkung. Nach wie vor, die Beine drehen sensationell, aber Reserven habe ich wirklich keine mehr. Mittlerweile konnte ich mehrere Fahrer einholen- eine willkommene Motivation, ein extra Kick wenn Lunge und Beine brennen und du nochmals alles aus dir rausholen willst um möglichst schnell vorbei zu kommen. Endlich der letzte leichte Anstieg hin zur Hauptstrasse zurück nach Bad Saulgau, links runter in die Abfahrt, all out mit 53/11 und über 70km/h Highspeed , durch die zwei Kreisel fix und fertig ins Ziel- ich hören den Speaker ausrufen; der sixty-sixer aus der Schweiz im Ziel mit der aktuell drittbesten Zeit bei den Master 2.
Kurz ausfahren, sofort unter die Dusche und zurück ins Startgelände die Rangliste konsultieren und die wohlverdiente Pasta rein drücken.
Zeit: 46.47.7 Ø 40.4km/h , Master 2 Rang 5 / Overall Rang 24

Am Abend dann die Vorbereitungen für meine Premiere, das PZF mit Hannes. Sein böser Trainings-Crash 2012 hat ihm doch stärker zugesetzt als angenommen- zeitlich liegen wir im EZF beträchtlich auseinander. Somit muss die Taktik so sein: ich mit Vollgas in die Anstiege, er zieht aus dem Windschatten an mir vorbei und drückt auf Anschlag sein Ding bis oben durch- oben übernehme ich wieder so lange wie möglich oder bis zur nächsten Welle-alles klar ?
Sonntag Start um 16.18 Uhr und als zweitletztes Team auf die Strecke- die Strecke kennen wir ja nun bestens- Sonnenschein, windig aber trocken.
Nochmal holen wir alles aus unseren leicht angesäuerten Beinen raus, brennen unsere letzten Zündhölzer ab- ein geniales Gefühl zu zweit mit knappstem Abstand so dahin zu fliegen. Dann ist alles bereits wieder Geschichte. Team Christen-Mayrhofer im Ziel in 47.11.3 Ø 40.06 Rang 8

Fazit:
Ein sensationeller Anlass, trotz anfänglich miesem Wetter jederzeit eine tolle Stimmung und wirklich alles super organisiert. Strecke voll abgesperrt, an kritischen Stellen standen Streckenposten inkl. Sanitätswagen, genügend Parkplätze und Garderoben.
Körperlich war ich voll auf der Höhe, wenn auch noch Welten zu den Top-Fahrer dazwischen liegen- aber an diesen Welten werde ich nun mit Vergnügen arbeiten.
Ich komme definitiv wieder und dann ev. mit Schweizer Partner.
So, nun laufen die Vorbereitungen für den Peak Break 2013. Die 66er hoffen auf tolles Wetter und unfall-und pannenfreie Fahrt.

Dani
Aqua-SpeedAustria-Swiss Team

Specialized Deutschland Grand Prix Bad Saulgau 29/30.Juni 2013