Cape Epic 2015 review

8 Tage – 739km – 16000 Hm

Registration an der Waterfront

Und dann ging`s plötzlich ganz schnell. Erst noch davon gesprochen und jetzt sitzen wir im Flugzeug nach Kapstadt um am grössten und bekanntesten Mountainbike Etappenrennen teilzunehmen.
Als Team „terreActive IT Security“ und mit Support von Pia als Masseurin wollen wir uns in der Master Kategorie unter die Top Ten mischen- die Vorbereitung war gut- keine Grippe hat uns flachgelegt- unser Motto ist „all out“
Die erste Woche verbringen wir in Stellenbosch, klimatisieren uns an, fahren die herrlichen Trails rund um Jonkershoeck, erleben beängstigend nah Waldbrände rund um Stellenbosch und verbringen Montag bis Dienstag zwei Tage im Sanbona Wildlife Reserve Park auf Safari. Am Mittwoch entschliessen wir uns auf Grund der Brände rund um Stellenbosch den Prolog in Kapstadt zum Tafelberg abzufahren- ein guter Entscheid- nimmt die Nervosität, denn wir wissen nun was kommt- giftige Rampen (die Locals nennen diese nicht ganz jugendfrei „Motherfucker1+2“), danach leicht steigend auf der alten Tafelberg Strasse, rein in einen steilen und staubigen Singeltrail und zum Schluss ein Funtrail in Richtung Ziel bei der Uni. Die letzten Tage vor dem Prolog nutzen wir noch für Ausflüge zu den Pinguinen in Simon`s Town und ins Weingebiet Franschoek.
Samstagmorgen gegen 09.00 Uhr Fahrt nach Kapstadt an die Waterfront zur Registration und Materialabgabe. Wirklich eindrücklich und professionell organisiert. Das eine oder andere bekannte Gesicht aus der Schweiz, dann geht’s bereits wieder zurück nach Stellenbosch zur letzten kurzen aber heftigen Ausfahrt um den Körper für die nächsten Tage wach zu rütteln.
Letzter Material Check am Samstagnachmittag gegen 17.00 Uhr- ungläubiges Staunen bei Marc- das Schaltkabel ist beim Wechsel bis auf zwei dünne Stahllitzen komplett durchgetrennt- hektische Momente- div.Telefonate, alle Bikeshops haben bereits geschlossen-Bike verladen und ab in die Stadt- ev. ist doch noch jemand in einem Shop. Mehr als eine Stunde später ist Marc wieder da- Glück gehabt- ein Shopbesitzer wollte gerade abschliessen und gehen… Danke Linus

Prolog 20km/600Hm
Eigentlich hätten wir ja um 06.48.20 starten sollen, doch auf die E-Mail Anfrage von Marc hin wurde unsere Startzeit grosszügig auf 10.45 Uhr nach hinten versetzt. Gewaltig viele Zuschauer, Helikopter fliegen die Strecke ab und liefern Live-Bilder- ein enormer Aufwand- wir sind beeindruckt- super geniale Stimmung. Es ist schon ziemlich warm. Gut Einfahren- noch ein Gel reindrücken und ab geht’s in den Startblock.
all out
Ein letzter handshake, wir wünschen uns Glück und gute Beine und ab mit Vollgas ins Abenteuer Cape Epic. Die Strecke ist uns ja bekannt, teilen gut ein, drücken den Motherfucker 1 voll durch und sind erstaunt, dass es runter geht und MF 2 nicht gefahren werden muss- wir sind nicht unglücklich-
nicht jugendfreier Anstieg
pushen voll weiter hoch zur Tablemountain Road- hier spielen wir unser Gewicht aus und drücken die grosse Übersetzung-überholen mehrere Teams und kommen so alleine in den steilen Singeltrail beim Blockhaus- ziemlich schnell knallen wir runter- der aufgewirbelte Staub lässt mich den Trail teils nur erahnen.. alles geht gut- wieder voll drücken runter zum Funtrail vor dem Ziel und shit, der ist von langsamen Teams verstopft- Hektik pur, aber überholen fast unmöglich- hier verlieren wir leider viel Zeit. Endlich vorbei und mit Schlussprint ins Ziel.
stuck in traffic
Masters 7. Cat, 48. GC Zeit 54.24,6
Ein super Auftakt- top ten erreicht und somit auch für Startblock A gesetzt- wir sind total happy
Duschen und Fahrt nach Oak Valley, Elgin. Mit Todesverachtung beziehen wir unsere zerlöcherten und schlecht aufgestellten Micro-Zelte, darin sollen wir eine Woche lang schlafen?? Dann zur wohlverdienten Massage bei Pia unter einer Eiche. Anschliessend ein Rundgang durchs Gelände- erste Zweifel beschleichen mich wenn ich all die Toi-Toi WC`s sehe… Spätestens als wir die Stirnlampen montierten um vom nicht berauschenden Nachtessen zum Schlafsack zu gelangen dämmerte es mir langsam auf was ich mich nebst dem Race eingelassen habe..
auf was lasse ich mich da nur ein..

Stage1 113km/2800Hm
Oak Valley-Oak Valley
Nach einer Horrornacht mit schwitzen und frieren und kaum Schlaf stehe ich ganz steif noch vor der Dudelsack-Pfeiffer Weckordonanz auf um eine saubere Toilette zu ergattern.. hier bin ich heikel, gebe ich zu. Mit Würgen im kalten Essenszelt etwas frühstücken- nochmals die super Toiletten aufsuchen. Anziehen und alles Material in die Trikottaschen stopfen. Pia wird uns unterwegs an einem Waterpoint wieder sehen.
Start um 07.00 ziemlich hektisch, alle sind noch frisch, wollen Stricke verreissen. Marc und ich müssen extrem gut aufpassen, damit wir uns nicht aus den Augen verlieren- wir müssen zu jederzeit innerhalb von 2 Minuten sein-Bis zum Anstieg zum extrem rauen und verblockten Grönlandberg sind wir gut platziert- Huber Urs hat uns noch gewarnt- sehr anstrengende Uphill und äusserst heikle Downhills. So ist es auch, kaum ein Meter der einfach nur so rollt-nein- jeder Meter muss über Steine, Geröll und Sand erkämpft werden, äusserst Kräftezerrend und dann tauchen bei mir wie aus dem Nichts völlig ungewohnt Schmerzen im unteren Rücken auf- der Druck auf die Pedalen nimmt bedenklich ab- ich beisse mich an Marc`s Hinterrad fest- Laufpassagen tun gut- entspannen etwas. Die steile ruppige Abfahrt nehmen wir kontrolliert in Angriff- immer wieder grosse Felsbrocken, Wasserinnen und Löcher- alles unter Kontrolle. Scheibe, nun fängt es auch noch zu regnen an – Gilet montieren um den Rücken nicht noch mehr zu belasten. Durch herrliche Landschaften und zum Schluss über angelegte Biketrails erreichen wir das Ziel- und wieder regnet es.
9. Cat, 47. GC 5:48.58,4
kurz vor dem Regen..
Bikewash-Duschen und ab zum Bike Check bei Scott. Noch immer regnet es und ob es so sein muss- mein Zelt steht unter Wasser, der Schlafsack ist nass, mein Rücken schmerzt, ich könnte kotzen..wir versuchen die Schläfsäcke an Heizstrahler in der Riders Lounge zu trocken. Während dem Nachtessen und nicht definierbarer Lasagne hat Marc bei Booking.com recherchiert und die Bezweni Loge 35`von hier entfernt gefunden- so schnell wollen wir uns aber nun doch nicht geschlagen geben- wir bleiben- Marc interveniert, nochmals Zelten und total krank werden? Die Vernunft siegt, die Lodge wird telefonisch gebucht und Hals über Kopf stopfen wir alles Material in unseren Bus- riskieren sogar noch eine Disqualifikation weil sich Marc nicht an die Anweisung eines Security hält und trotz Verbot mit dem Bus so nah wie möglich an die Zelte fährt. Was für ein Gegensatz dann in der Fynbos Cottage – der Fahrweg hat sich gelohnt- es ist warm, trocken und sauber. Wir entscheiden uns die ganze Woche in Guesthouse oder Lodges zu übernachten

Stage 2 92km/2300Hm
Oak Valley-Oak Valley
Tagwache früh um 04.45 Uhr- aber aus einem warmen trockenen Bett. Mein Rücken fühlt sich gar nicht gut an.
Fahrt nach Elgin, Bike beim Scott Stand abholen. Heute steht nach Beschrieb eine Etappe als interessanter Mix aus tough climbing, fast flat sections and some great singletrack an.
Bereits nach 10km ein langer steiler Anstieg hoch zum Nuweberg und meine Geschichte ist schon fast erzählt- mein Rücken macht sofort zu- mit gefühlsmässig einem Bein schleiche, kämpfe und jammere ich mich hinter Marc hinauf- es geht nicht- jede Laufpassage ist mehr wert als Gold- tausend Gedanken jagen durch den Kopf- Vorbereitung-Kosten-Teampartner und auch aufgeben ist plötzlich eine Alternative- unvorstellbar, irgendwie muss es doch gehen. Ein fast 50jähriger Kerl wird geschüttelt von Emotionen und steht kurz vor Weinkrämpfen- eine total neue und unbekannte Erfahrung für mich. Die geilsten Singeltrails sind eine einzige Plage. Ich bin so unkonzentriert und schwach, dass es mich in einem Trail ohne Grund in die Botanik haut. Für Marc eine schwierige Situation, er kann nicht fahren wie er könnte, muss immer schauen das er mich nicht abhängt, so ist Teamsport. Endlich bei Waterpoint 3, da steht auch Pia um Fotos zu schiessen- ich steige vom Rad und bitte Sie mir mit REIKI den Energiefluss anzuregen- Glaube macht Seelig.
fast tot
Zeit spielt längst nur noch eine untergeordnete Rolle- ins Ziel kommen ist alles. Mit etwas mehr Zuversicht auf die letzten 30km flachen Passagen, was meinem Rücken sehr entgegen kommt und auch wieder einigermassen anständigen Druck auf die Pedalen zulässt. Endlich die letzten Singeltracks vor dem Ziel, was für eine gewaltige Erlösung.
12. Cat, 57. GC 5:06.27,1
was für eine Erlösung
Total kaputt gebe ich mein Bike ab. Marc; danke für deine Geduld- Duschen und ab in die Lodge, in die Wärme.
Pia kann uns massieren und ich geniesse ein warmes Vollbad. Mein Rücken ist nicht muskulär durch Überlast verspannt- ich habe mich in einer einzigen Zeltnacht durch Feuchtigkeit und Zug total erkältet. Mit Wärmesalbe und Wärmepflaster geht’s früh ins Bett.
SMS an Hans-Urs: ich hoffe für morgen auf ein Wunder…

Stage 3 128km/2300Hm
Oak Valley-HTS Drostdy, Worcester
Die längste Etappe der Woche steht heute an- viele Anstiege und gegen Schluss schnelle flache Passagen, die uns liegen müssten.
Tagwache wiederum 04.45 Uhr- alles packen- die nächste Unterkunft ist 40`weg von Worcester.
Mein Rücken fühlt sich tatsächlich um Welten besser an- die Wahrheit wird sich auf dem Bike zeigen, denn direkt nach dem Start geht’s in den ersten Anstieg und weiter hoch zum Tierhoek. Noch immer starten wir aus Startblock A, wenn auch immer fast von zu hinterst. Wir wollen, wenn`s geht, unseren Rhythmus fahren und in den Flächen mit schnellen Gruppen kooperieren-soweit unsere Taktik. Startschuss und mit Helikoptergetöse preschen wir los- gespannt und mit etwas Angst höre ich in meinen Rücken rein- er hält- nur ein leichter Schmerz ist zu spüren- nichts im Vergleich zu gestern- was für ein tolles erlösendes Gefühl wenn du drücken kannst.
Team TerreActive IT Security making the climbs during the 2015 Absa Cape Epic look easy
Marc dreht es noch immer sehr gut und so schnappen wir uns eine Master Team ums andere- fahren die Downhills kontrolliert schnell- schonen das Material. An den Wasserpoints füllen wir die Flaschen auf und trinken so rasch als möglichst mehrere Becher leer, essen was vom Buffet und schmieren die Ketten und Wechsler.
Kampf um den Anschluss
Nach dem letzten langen Aufstieg zum Aarendskloof eine tricky Abfahrt und rein in die Flächen- hier spielen wir unsere Stärke voll aus- schliessen zu Teams auf- verschnaufen im Windschatten-übernehmen Führungsarbeit, erhöhen das Tempo bis ein Team nach dem anderen rausfällt. Sandpassagen bremsen unseren Speed immer wieder fast auf null ab und kurz vor dem Ziel zerrt ein 2km langer mit Felsbrocken gesäumter Seedamm nochmals gewaltig an den Kräften- wir schliessen zum Australischen Marathonmeister und zwei weiteren Teams auf-gleiches Spiel- im Windschatten erholen, dann ablösen, im starken Wind an der Kante fahren und das Tempo erhöhen- ein Team ist weg- das zweite Team ist weg und kurz vor dem Ziel lassen wir die Australier stehen- was für ein tolles Rennen, kaum zu glauben. Gestern fast tot und heute so eine Leistung- Unfassbar
5. Cat, 31. GC 5:58.06,6
alles gegeben
Nach Duschen und Essen wurde es dann noch super super hektisch- eine SMS vom Scott Tech Zelt; Marc please come back to our tent- your Mainframe has broken!! Mit Unterstützung vom Team Scott Manager wird kurzerhand ein Scott Spark 920 von einem lokalen Händler ausgeschlachtet und alle Teile von Marc`s Bike bis spät in die Nacht umgebaut- und alles wird nur mit Materialkosten verrechnet- das wichtigste aber, wir können die Epic weiterfahren – bad luck und good luck so nahe beisammen.
Fahrt zur Orange Grove Lodge bei Robertson mit eigenem kleine Pool- Beine kühlen, Massage und Rücken mit Wärmesalbe und Pflaster behandeln- Kohlenhydrate bunkern und viel trinken- früh ins warme Bett
Wir leben noch

Stage 4 111km/2000Hm
Worcester-Worcester
Das Aufstehen ging schon wesentlich leichter, der Körper zeigt nun deutliche Ermüdungserscheinungen. Meine Rückenblockade ist zu 99% weg, die Beine fühlen sich noch super an. Doch nun zwickts Marc im Gesäss-und Rückenbereich, wir werden sehen. Im Auto umziehen und zum Scott Stand Marc neues Bike abholen- alles hat geklappt- ab in den Startblock
Und nochmals eine lange Etappe mit roughly climbs and gnarly descend erwarten uns. Die ersten 15km leicht auf und ab mitten im grossen Pulk in einer gewaltigen Staubwolke-Sicht gleich null, die Atemwege werden gepudert- hätte ich nur den Buff angezogen. Endlich geht’s in den ersten langen groben Anstieg und aus dem elenden Staub. Marc kämpft mit Rückenschmerzen, leidet und gibt alles
Marc leidet und kämpft
Ruhig bleiben, schön zusammen bleiben, die teils bis zu 26% steilen Rampen fordern alles ab und die Etappe ist bis jetzt eine einzige Rumpelkiste-wir werden über alle nur möglichen Geröllfelder und Trails gejagt- wirklich brutal hart für Mann und Maschine. Am Waterpoint 1 steht auch Pia- Bidon tauschen, die Funktionärin verweigert mir die Übergabe der leeren Bidon an Pia- I`ll disqualify you- Emotionen kochen hoch- weiter- trinken-essen- schmieren. Irgendwie habe ich Marc aus den Augen verloren, irre hin und her, sehe ihn nicht mehr- Hektik erfasst mich- wie ist das möglich- ich fahre los, schaue nach vorne- no Marc- Scheisse- ich entscheide mich nun Vollgas los zu fahren, entweder hole ich ihn ein oder aber ich warte bei Waterpoint 2 auf ihn und wir kriegen einen Penalty. Da die nächste Gruppe voraus und ich sehe weisse Armlinge.. puah- ich habe ihn wieder!
the other one bites the dust
Das grobe Terrain fordert zahlreiche Opfer- viele Stürze, zerlegte Räder und Platten- bei einem Weingut kriege auch ich eine spitzen Gegenstand ab- es spritzt kurz aus dem Vorderreifen, dann dichtet die Milch. Marc kämpft sich durch, ich gebe ihm Windschatten so gut es geht, dann endlich ist diese wirklich gnarly Etappe vorbei. Ein Blick auf die Rangliste zeigt, dass wohl alle Teams zu kämpfen hatten und wir deshalb nicht allzu viel Zeit verloren haben.
9. Cat, 50. GC 5:10.22,8
Was essen im Zielbereich- viel trinken-duschen-Bikes bei Scott abgeben und ab in die Orange Grove Lodge. Pia erwartet viel Arbeit- mit einer intensiven Massage kommt sie den verursachenden Schmerzen in Marc`s Rücken auf die Spur und kann den blockierenden Piriformis in der Gesässmuskulatur etwas lösen. Beide klagen wir auch über entzündete obere Atemwege vom vielen Staub. Die Epic fordert…

Stage 5 117km/2500Hm
Worcester-Wellington
Und täglich grüsst das Murmeltier- früh auf, alles packen und auf an den Start zur letzten langen Etappe. Wir werden sehen wie gut sich Marc erholt hat, mir geht es wieder gut. Die ersten 10km wiederum im grossen Pulk sich nicht aus den Augen verlieren, jeder Karambolage ausweichen und den Buff schon von Anfang an bis weit über die Nase gezogen. Die lösende Massage hat Marc anscheinend sehr gut getan, unser Rhythmus in den folgenden teils sackbrutalen steinigen Rampen ist sehr gut- nach einer sehr groben Passage spricht mich ein Fahrer an; your partner has a technical problem- sofort halte ich an und sehe Marc am Hinterrad rumhantieren- Speichenbruch. Wir wickeln die defekte Speiche um die nächste und preschen wieder los- das Rad wird wohl halten… bis Km60 holen wir immer wieder Gruppen ein, dann geht’s in die Fläche- Gottseidank mit Rückenwind
in die Fläche
In der 8er Gruppe will niemand richtig die Führung übernehmen- chum, mier gand- wir ziehen schnell davon, erreichen die Teerstrasse hoch zum Bainskloof Pass- wie schön das plötzlich rollen kann, moderate Steigung- gut für uns. Hinten haben sie sich anscheinend doch zusammengerauft und arbeiten nun zusammen- wir nehmen leicht raus, lassen uns einholen drücken aber sofort von vorne wieder aufs Gas. Ein Südafrikaner Team macht mit und sukzessive müssen Teams, auch direkte Konkurrenten, abreissen lassen. Bis oben zu Waterpoint 3 sind wir noch drei Teams. Nochmals ein ruppiger Aufstieg dann geht’s in die flüssigen und spassigen Cool Running Trails 1+2 runter ins Ziel.
6. Cat, 38. GC 6:12.16,4 Master Rang 5
selten so braun..
Man lief das aber super- hätten wir uns am Morgen nicht zu träumen gewagt. Marc hat sich prächtig durch gekämpft und als Team haben wir erneut super zusammen gearbeitet. Und wieder zum Scott Zelt-Speiche ersetzen und total Check an beiden Bikes bitte. Dann ab zum Hoopenburg Guest House- Pia`s Massage erwartet unsere müden Körper- danach ein gutes Essen in der Weinkellerei Eaglesvley und früh ins Bett. Am Himmel zeigen sich Regenwolken…
Mein Hals und Arsch ist von dem sch… Staub ganz Wund

Stage 6 71km/2000Hm
Wellington-Wellington
Heute steht die kürzeste Etappe der Epic 2015 mit 30km Singeltrails an- von Schonung kann beim Blick auf das Höhenprofil allerdings nicht die Rede sein. Wir wissen, es ist heute extrem wichtig möglichst weit vorne in die Trails zu fahren, denn Überholen wird im Up-und Downhill in den schmalen Trails kaum möglich sein. Leider sind die Regenwolken über Nacht nicht verschwunden- es regnet- ok, dafür ist es nicht staubig- immer das Positive sehen.
Regen und Schlamm
Pünktlich um 07.00 der Startschuss- es geht direkt in einen Anstieg- aber leider können wir nicht ganz mithalten- Marc zahlt nun doch für seinen gestrigen Effort und muss rausnehmen- ruhig bleiben auch wenn es bei jedem der dich überholt mächtig juckt- wir sind ein Team und erreichen nur zusammen das Ziel. Beim zweiten Zuschauer Hotspot sehen wir Pia und werfen ihr die Regenjacken zu- noch sind wir trotz allem nicht so schlecht im Rennen-unser Ziel ist es den Schaden in Grenzen zu halten und so unseren sensationellen 5. Rang bei den Master halten zu können. Aber da hat unser Schicksal wohl was anderes mit uns vor- auf einmal ruckt meine Kette- ein hässliches Geräusch und alles ist total blockiert- ich springe vom Bike, ein Blick genügt- der Umwerfer ist komplett zerstört, einfach abgerissen! Ungläubig schaue ich mir das Debakel an und schreie nach Marc. Erstes Fazit- nicht reparierbar !! Ein Schock- Marc reagiert sehr schnell und kürzt die Kette um aus meinem Fully ein Fixi zu machen- das erste Kettenschloss verbiegt sich-Scheisse- nochmals von vorne- kaum fahre ich an springt die Kette aufs nächst höhere Ritzel und verspannt sich total- ich bin frustriert und will zum Zuschauer Hotspot zurück- Marc hält mich davon ab-nächster Versuch-Dämpfer voll blockieren um ein Wippen möglichst zu unterbinden, damit die Kette nicht höher springen kann- es funktioniert, nach unendlich langer Zeit und fast bis ans Ende aller Teilnehmer durchgereicht erreichen wir Waterpoint 1 mit SRAM Tech-Stand- Marc zückt das Reserve Ausfallende und die SRAM Jungs mechen mir einen neuen Wechsel hin- frustriert über den riesigen Zeitverlust und doch glücklich das Rennen finishen zu können jagen wir nun die langsameren Fahrer vor uns her und überholen wo kaum überholt werden kann- sorry all denen die ich im Eifer des Gefechts in die Büsche abdränge. Mein Gott wären das geile Trails gewesen, aber im Schneckentempo hoch und wieder runter einfach nur langweilig.. jeden breiteren Weg wird gepusht und überholt was geht, leider waren es deren zu wenige um wirklich noch nach vorne zu kommen.
Berge voll mit geilen Trails aber..
Wir erreichen das Ziel- sind mental leer und frustriert. Unglaublich was wir diese Woche nun schon alles durchlebt haben- bad luck und good luck wechseln sich stetig ab- jede Etappe mit einer geraden Zahl fordert uns aufs heftigste- ABER- wir leben noch und sind dabei. Vielen Dank an Marc, dank deiner Ruhe, Übersicht und Gelassenheit haben wir es doch noch ins Ziel geschafft und werden diese Epic trotz allem erfolgreich finishen.
Was ich nicht mitbekam- in den letzten Trails vor dem Ziel ist am Karbon HR von Marc erneut eine Speiche ausgebrochen und zugleich die Felge massiv angerissen… doch good Luck, dass wir ins Ziel gekommen sind?
Ursache für meinen kapitalen Defekt war übrigens ein gebrochenes Wechselrädchen das die Kette blockiert hat und dann… kaum zu glauben
53. Cat, 195. GC 4:55.26,1 Master Rang 12

Stage 7 87km/1500Hm
Wellington-Meerendal Wine Estate
Fast nicht zu glauben, aber die letzte Etappe steht auf dem Plan und gemäss Streckenprofil auf schnellen Tracks über Farmland und zwei steilen Anstiege die es nochmals in sich haben sollen.
Leider müssen wir auf Grund des Zeitverlustes in der 6. Etappe aus Startblock B starten, wird also nochmals sehr hektisch werden, da die ersten 25km ziemlich schnell sein werden und nochmals alle was raushauen wollen.
mit Optimismus aus Block B
Nach dem gestrigen Schock haben wir unsere Ausgangslage analysiert und unser Ziel für heute ist klar, wir wollen unbedingt zurück unter die Top Ten der Master Kategorie, da gehören wir auch hin. Wenn alles wieder mal für uns läuft ist der 9.Rang absolut realistisch. Nochmals ertönt der Cape Epic Song „we are indestructible“ und ab geht die Post. Wir reihen uns ein und müssen leider sehen wie ganz vorne die Post ohne uns abgeht, wir sind zu weit hinten um die Lücke zu schliessen. Auf dem Weg zum 6km langen und wiederum brutal steilen und ruppigen Paardenberg Anstieg lassen wir Waterpoint 1 aus und ziehen durch, dann muss jedes Team für sich schauen, wir halten uns sehr gut- wir haben ja auch gestern nicht wirklich viel Kraft verbraucht… nach einer steilen und wilden Abfahrt, verfolgt vom TV Helikopter gelangen wir u.a. mit den Leader Damen in die 45km Fläche.
wir drücken auf die Tube
In der Gruppe lösen wir uns bei hohen Tempi ab, dann bremst uns eine Sandpassage aus und zersplittert unsere Gruppe, die Damen fallen raus-auch gut, die wollten eh nichts machen. Wiederum holen wir Teams mit blauen Nummern der Master Kategorie ein und stachelt uns noch mehr an alles zu geben um unser Ziel zu erreichen. Nochmals steht ein verdammt steiler Aufstieg hoch zum Dorstberg an. Nichts wird geschenkt, keine Champagner Fahrt. Wer ins Ziel kommen und finishen will muss bis zuletzt alles geben und in den technischen Abfahrten 100% konzentriert bleiben. Wir glauben oben zu sein aber nochmals geht’s leicht runter und wieder möglichst steil hoch zum Bergpreis. Endlich oben und ab geht’s in die 5km lange Trailabfahrt über die Finish-Line ins Ziel.
6. Cat, 36. GC 4:02.23,1 Master Rang 9
Wir mögen gar nicht schreien oder gross Jubeln- wir sind einfach nur stolz und glücklich das Ziel trotz allem erreicht zu haben. Zum Lohn schaffen wir es auch tatsächlich wieder unter die Top Ten der Master- ein versöhnliches Ergebnis.
ein versöhnlicher Abschluss
Mit Stolz und grossem Glücksgefühl habe ich die Finisher Medaille entgegen genommen. Stolz auf unsere grossartige Teamleistung mit Marc und Pia, wie wir mit all den widrigen Umständen umgegangen und irgendwie immer aus den Tiefen des bad luck heraus gekommen sind „we are indestructible“

Nun noch zwei Tage in Kapstadt die Seele baumeln lassen und dem Körper die verdiente Ruhe geben.
Danke Pia- ohne dich, wer weiss..
Gruess
Dani

Cape Epic 2015 review

Daniel macht Werbung…..

Unser aktueller Kleiderlieferant DOWE SPORTSWEAR hat uns angefragt, ob ein Foto in Action vom Zeitfahranzug der sixty-sixers (= Daniel) zur Werbezwecken verwendet werden darf!
Nicht schlecht, die sixty-sixers im TOUR, notabene die grösste Monatszeitschrift für „Gümmeler“ in Europa!

Daher hat Dänu selbstverständlich sein Einverständnis gegeben, man(n) kommt ja nicht alle Tage als Werbeträger in Frage….

Mit den farbigen Rennvelohosen sind wir noch immer nicht ganz zufrieden, der seitliche rote Streifen dehnt sich beim Anziehen zu stark aus. Daher wirkt das Rot eher wie „pinkrot“, dass geht gar nicht!

Aber die Lösung ist mit tatkräftiger Unterstützung von Olivia Peter Strassmann – DEINRAD, Stans und einem Testmuster (endlich) gefunden, bezeichnenderweise in der Schweiz –> WAM’S aus Uster. Anstatt Eier sollten bei uns jetzt Kleider im Osternest liegen……

TOUR_Werbung
Ganzseitige DOWE-Werbung im nächsten TOUR

Daniel_einzeln
Daniel im „Einteiler“

Daniel macht Werbung…..