Fricktalisches Mannschaftszeitfahren 16.08.2015

110Hm/28.5km

Super Sommer- heiss und trocken ausser ich will an einem Zeitfahren teilnehmen..

Egal, die ganze Woche habe ich mich konsequent auf den Zeitfahrboliden gesetzt um mich wieder an die Schlangenmensch Position zu gewöhnen- werde aber in diesem Leben wohl definitiv kein Beweglichkeitswunder mehr.. Fahrgefühl trotzdem sehr gut, Beine nach den sensationellen Engadin Ferien top. Kurzer Mech-Stopp bei Zeitfahr-Partner Dani von DeinRad GmbH- technisch soweit alles klar. Dani aber hat für das Paarzeitfahren
Sulz leicht bedenken- die anspruchsvollen geschäftliche Aktivitäten liessen sich nicht wie gewünscht mit seinen sportlichen Zielen und Ansprüchen abgleichen, entsprechend fehlt die Erholung und der eine oder andere Kilometer- Jammern auf hohem Niveau?

Sonntagmorgen 08.00 Uhr Abfahrt nach Sulz, mit Unterstützung von Dani`s Frau Olivia und Terrier Siron- da ist der Dauerregen schon nicht mehr so belastend..
Auf Grund der Wetterprognosen habe ich am Samstag schon mal auf Google Earth nach einen möglichen Unterstand gesucht um trocken auf der Rolle einzufahren- kurz vor dem Startgelände war auch tatsächlich eine wunderbare Laderampe mit Überdach- perfekt.
Olivia organisiert die Startnummern, derweil richten wir uns ein, inkl. kurzem Laderampen-Strip bei 15°C um uns in die engen Anzüge zu quetschen. Einfahren auf der Rolle, das gibt schön warm und noch sind wir trocken.
etwas wasserscheu
Start um 11.02 Uhr und der Regen hat kein Erbarmen- Team DEINRAD GmbH+sixty-sixers knallt los runter nach Reinsulz, vor dem Kreisel wie abgemacht der erste Wechsel, ich ziehe hinein und durch-Wechsel- funktioniert auch ohne gemeinsames Training nicht so schlecht-doch unser Highspeed Zug stockt ein wenig-Dani bringt, wie er vermutet hat, nicht den gewohnt brutalen Druck auf die Kette-übernehme nun längere Ablösungen-hin zum ersten Wendepunkt bei Laufenburg- zurück auf der Hauptstrasse in Richtung Leibstadt, anfangs flach dann leicht ansteigend-die Sicht scheisse, müssen aufpassen in der Wassergischt nicht das Hinterrad zu touchieren und zu stürzen- Wechsel- komischerweise kann er nun merklich mehr Druck entwickeln, super, gibt hinten auch etwas Luft.
Da schon der äusserste Wendepunkt Leibstadt mit Fahnen signalisiert-kontrolliert von vorne anbremsen und rum- no risk-Wechsel-nun geht’s wieder leicht runter und mit gegen 60km/h im Windschatten- Danü drückt – ich erhole mich für die nächste längere Ablösung-Wechsel- und mit 53/11 in die Fläche- habe super Beine, es dreht herrlich.
Die Unterführung wieder ohne Risiko von vorne und rein in die 2.5km lange ansteigende Zielauffahrt- nun nicht überdrehen-Dänu ist dran- Wechsel- er leidet- Wechsel- heuer darf ich die Lock sein und er beisst sich fest- kurz vor dem Ziel-geben nochmals alles und mit total abgebrannten Beinen ins Ziel in 37.08 Min. und einem Schnitt von 46.11 km/h , Rang 2 Gentlemen B- wir sind beide ob der Zeit positiv überrascht-also den Umständen entsprechend definitiv Jammern auf hohem Niveau!

Regen hin oder her und das eine oder andere Watt Leistung weniger in den Beinen als 2014-EGAL- es hat auf dieser tollen Rennstrecke und super Organisation wiederum total Spass gemacht.
Grossen Dank auch an Dänu- wirklich nicht selbstverständlich, dass er trotz allem seine Zusage für das PZF Sulz eingehalten hat.

Dani

Fricktalisches Mannschaftszeitfahren 16.08.2015

Kantonales-Bernisches Einzelzeitfahren BLEIENBACH – 1. August 2015

In BLEIENBACH an unserem Nationalfeiertag soll ich nun also meine Premiere als Zeitfahrer erleben, ob es was zu feiern gibt, wird an dieser Stelle noch nicht verraten.

Zuerst einmal geht’s mit meinem fast ganzen Fuhrpark ins ENGADIN in die Ferien oder doch in ein Sommertrainingslager?! Daniel ist mit seiner Familie auf dem TCS-Camping in PUNT MURAGL einquartiert, ich logistisch optimiert nur rund 500 m entfernt in einer heimeligen Ferienwohnung in PONTRESINA.

Am vorletzten Sonntag daher relativ früh auf den Beinen, der TT-Tiefflieger muss jetzt endlich getestet werden, da infolge „VordenFerienDruck“ keine Zeit dafür war! Nun denn, die ersten Kilometer sind ein kleines Desaster: Die Sitzposition na ja, der Sattel völlig unbequem, beide Arme schmerzen nach ein paar Kilometer höllisch, sogar mit Krampferscheinungen in den Unterarmen muss ich mich herumschlagen, wegen dem Wind und Verkehr ist an ein vernünftiges Fahren nicht zu denken, ich kann kaum die Spur halten , habe fortwährend immer das Gefühl im angrenzenden Strassengraben zu Enden!!!

So nicht, Abbruch der Übung und ich will es am Montag nochmals versuchen. Daniel hat natürlich gemeint, dies sei ganz normal am Anfang und ich gewöhne mich an dieses „unstabile“ Fahrverhalten…
Am Montag mit noch (viel) mehr Wind und jetzt starkem LKW-Verkehr geht’s im gleichen Stile weiter, ich versuche mich sogar als Bergfahrer um dem Verkehr und Wind ein wenig auszuweichen, mit mässigen Erfolg zwar!

Die beiden Aufleger für die Unterarme sind einfach viel zu eng beieinander montiert, aber ich kann diese nicht mehr weiter nach aussen schieben. Daher sofort ein SMS mit Foto an meinen „Werksmechaniker“ Daniel (DEINRAD , Stans) mit der Bitte um Abhilfe, seine (positive) Antwort erfolgt zum Glück umgehend, so eine Teil ist sofort lieferbar! Der erste Lichtblick in meiner Zeitfahrerkarriere. Für den Rest der Woche stelle ich das Teil auf die Seite, zwei Fahrten müssen reichen, ich geniesse lieber die Trails mit dem Bike oder die Pässe mit dem Renner…

Am Freitag fahren deshalb die sixty-sixers ins Unterland retour, am frühen Nachmittag kann ich nun den Lenker, resp. Auflieger anpassen und nur hoffen, es bringt den gewünschten Erfolg! An dieser Stelle herzlichen Dank an Daniel Strassmann für diese Feuerwehrübung!

Am Samstag kommt Daniel wie immer pünktlich um Acht vorbei und ich fahre mit gemischten Gefühlen nach BLEIENBACH. Trotz mehreren gegenteiligen Wetter-Apps regnet es halt trotzdem schon am Morgen relativ stark! Ich als bekennender Warmduscher muss jetzt halt da durch, zum Glück ist es nicht allzu kühl. Wegen dem Feiertag sind fast alle Beizen zu, nur in BLEIENBACH selber finden wir ein Restaurant. Die Begrüssung vom Wirt ist etwas gar speziell, im ersten Satz werden wir noch als Sportler begrüsst, nach der Kaffeebestellung erfolgt bereits der subtile Hinweis zum Doping! Schöne heile Welt, etwas konsterniert „schletzen“ wir den Kaffee herunter und verlassen so schnell als möglich diese Landbeiz mit einem frustrierten Wirt – einmal und nie wieder!!!

Keine fünf Minuten später im Parkgebäude vom Flugplatz ein Doppelplatz in Beschlag genommen, das Startgeld (Fr. 25.-) bezahlt und die ID als Pfand für den Zeit Transponder hinterlegt. Daniel als alter „Zeitfahrhase“ fährt sich auf der Rolle warm, selbstverständlich im Trockenen. Ich als „Zeitfahrhamburger“ muss halt jetzt in die Nässe raus, also Regenhose- und –jacke montieren und die Strecke abfahren. Es regnet immer noch, die Schuhe sind nach 5 Minuten komplett nass. Da ich (immer) noch kein zweites Paar besitze, wird dann halt mit feuchten Schuhen gestartet!

Daniel beim Aufwärmen....
Daniel beim Einfahren…..

Sei’s drum, die Strecke ist praktisch flach, ein paar Wellen sind drin, auch die Kurven sind nicht allzu technisch, zweimal geht’s mittels Brücken über die parallel verlaufende Bahngeleise. Auf der Schlaufe ist der Belag ziemlich rau und die Streckenverlauf stellenweise ein wenig unübersichtlich. Die neue Zielankunft mit einer moderat ansteigenden Gerade schenke ich mir, was sich im Nachhinein als Fehler herausstellen sollte. Aber die Zeit wird knapp, in 20 Minuten geht’s los.

Auf den vielzitierten „Aeroschnickschnack“ verzichte ich fast vollständig, mein BMC-TT-Racer ist aber Profimaterial: aber kein Scheibenrad, Schuhüberzüge, Einteiler, neu rasierte Beine, abgeklebter Helm…
Der Aerohelm von Daniel „zwickt“ an den Ohren, daher muss halt mein normaler Strassenhelm auf den Kopf. Eine Todsünde habe ich gemäss Daniel mit dem verstauen der Regenjacke in meiner Trikottasche begangen!

Kurz vor dem Start....
Unmittelbar vor dem Start….

Jetzt auf die Rampe, wie bei den Profis wird die Maschine gehalten, einklicken und schon läuft der Countdown auf Null – Los geht’s! Im Wiegetritt herauf beschleunigen, rechts auf die Hauptsrasse einbiegen und sofort die Aeroposition einnehmen. Kurzer Kontrollblick auf den Computer – 363 Watt – viel zu hoch – sofort rausnehmen! Eigentlich muss ich mich in der Grössenordnung von 280 bis 300 Watt bewegen. Komischerweise kann ich sowohl die (vernünftigen) Wattzahlen, wie auch die Aeroposition ohne Probleme halten, keine Krampferscheinungen oder dgl.

Das Ganze ist schon „fast“ Meditativ: nur ich, mein Rad und die Strasse – es fängt sogar an ein wenig Spass zu machen! Schon kommt der Wendepunkt, scharf rechts, über die Brücke, kein Risiko, die Strasse ist immer noch nass und zum Teil schmutzig. Auf einem Nebensträsschen geht’s wieder retour, der Belag ist unruhig und stellenweise ist die Strecke im Bereich der Streusiedlungen recht unübersichtlich. Die Strecke ist nicht komplett abgesperrt, aber an den meisten neuralgischen Punkten steht immer ein Steckenposten!

Auf dem Rückweg macht es nicht mehr soviel Spass, die Beine brennen und der „Saber“ aus dem Mund versaut den Lenker. Das einzige Highlight ist die Begegnung mit Daniel, ein kurzes „Hopp-Dänu“ muss daher sein.

Schon kommt die Abbiegung zur Zielgerade, viel zu spät gebremst, Mist, vor lauter auf den Compi starren verpasse ich beinahe den Abzweiger. Zum Glück schwenkt der Streckenposten seine roten Fahne ganz wild, mit Hilfe der Gegenfahrbahn kriege ich die Kurve dennoch und jetzt beginnt das „moderate“ Finale. Das Ziel liegt nur 2 km vor mir, aber die Strasse ist kupiert und schlecht einsehbar, ich bin eigentlich platt und das Ziel will und will nicht kommen. Da eine weisse Tafel am Streckenrand, Ohhh nein, immer noch einen Kilometer bis ins Ziel, Scheisse. Mein Ofen geht langsam aus, ich trete was die Beine noch hergeben, 500 m, 150 m, 50 m, im Ziel! Ich hab’s geschafft, völlig fertig muss ich zuerst einmal ein paar Minuten verschnaufen!

Keine Ahnung was die Zeit wert ist, eingeholt wurde ich schon mal nicht. So ein Mittelfeldplatz wäre schon super, aber Wunsch und Wirklichkeit klaffen bei mir in der Regel immer weit auseinander. Retour zum Startgelände, Transponder angeben, kurz Duschen und im Flugplatzrestaurant den obligaten Kaffee + Kuchen geniessen.

Kurz vor der Rangverkündigung konsultieren wird die Rangliste: Daniel auf Rang 1 (herzliche Gratulation meinerseits) und in welchen Niederungen der Rangliste befindet sich der zweite sixty-sixers?! Komplett perplex und sprachlos stellen wir gemeinsam fest: Mein Name steht auf Rang 3!!!! Der absolute Wahnsinn, aber in diesem Moment fehlen mir die Worte → einfach ein supergenialer Moment, denn ich sicherlich im ganzen Leben nicht mehr vergessen werde. Der 1. Podestplatz in meiner „Velokariere“ und dies ausgerechnet im Zeitfahren. Wer hätte dies gedacht, ich am allerwenigsten….

Schon werde ich ausgerufen, die Siegerehrung beginnt: Ein schöner Blumenstrauss und ein Barpreis in die Hand gedrückt, aber dieser emotionale Moment bleibt unvergesslich → einfach der absolute Hammer!

Bei der Heimfahrt, resp. Rückkehr ins Engadin reden wir extrem wenig, keine Analysen oder technische Verbesserungen werden diesmal diskutiert. Wir schauen uns an und kommen umgehend ins „Grinsen“, was da gerade abgelaufen ist können wir Beide ebenfalls nicht ganz begreifen. Aber extrem motivierend für mich und ein wenig Stolz stellt sich ein….

Ohne Worte....
Ein schönes Bild, gerne mehr…..

Hobby/Fun 2: Rang 3 – 27:34:69 – 40.9 km/h

Fazit:
Am heutigen Tag hat einfach alles gepasst, das sogenannte „Momentum“ war zu 100 % oder mehr auf meiner Seite → so wird es (leider) sicherlich nicht weitergehen. Dies spielt jetzt absolut keine Rolle, ich geniesse den tollen Erfolg! Wer weiss schon was die Zukunft bringen wird?!

Hans-Urs

PS. Sorry, für den langen Bericht, das nächste Mal versuche ich mich kürzer zu fassen. Aber diesmal sei es mir verziehen!

Dani:
Also wirklich, als Hamburger gleich aufs Podest zu fahren und dies erst noch bei miesen Bedingungen- ich habe absolut nicht damit gerechnet, aber anscheinend ist die Leidensfähigkeit von Hans-Urs bis dato einfach unterschätzt worden.. Respekt und herzliche Gratulation zu Deiner Leistung.
Der äussert erfreuliche Einstieg ist gemacht, nun kannst du die zweite Stufe zünden, wird extrem spannend werden bez. Aeroschnickschnack und so..

Mein Rennen verlief bis auf einen beinahe Stillstand infolge eines abgelenkten Streckenposten super. Das Einfahren auf der Rolle ist in der Zwischenzeit ein fester Bestandteil in der Vorbereitung und lässt mich hellwach und mit „offenen“ Beinen von der Rampe schiessen. Auf regennasser und teils verschmutzter Strecke ging ich kein Risiko ein (es gab Stürze), bremste früh an und erweiterte den Kurvenradius sicherheitshalber auch mal auf die Gegenfahrbahn..
Die letzten 2km hoch zur neuen Zielankunft konnte ich nochmals wie geplant ordentlich Druck machen und auf Anschlag finishen (Michi gab mir vor dem Start noch den entscheidenden Tipp um beim Abzweiger nicht schon blau anzukommen).
Gefühlt ein super Rennen- alles gegeben- mehr ging nicht

Hobby/Fun 2: Rang 1 – 26:24:00 – 42.7km/h

Das nächste Rennen ist das Mannschaftszeitfahren am 16.08.15 in Sulz- leiden über 110Hm/28.5km als 2er-Team mit Strassmann Dani ist mir noch bestens in Erinnerung…

Kantonales-Bernisches Einzelzeitfahren BLEIENBACH – 1. August 2015