King of the Lake 26.09.2015

„Hour of Power“
47.5 km/345Hm

Die Saison 2015 geht mit einem absoluten Highlight zu Ende. Das längste Einzelzeitfahren Europas für Jedermänner/Frauen und als Novum auf total gesperrter Strecke. Kein Showstart mehr, Start und Ziel beim Strandbad Seewalchen- also plus 1.4km und somit neu 47.4km Vollgas.
Das Team sixty-sixers hat sich schon früh für den King angemeldet, well done, denn bald waren alle 380 Einzelstartplätze weg- ausgebucht. Wie das aber so ist mit Hans-Urs und Austria, eine Liebe die einfach nicht erblühen will- prompt erwischte ihn diesmal eine grobe Magen-Darm Grippe- aus der Traum, zum dritten…

Also geht’s Freitagnacht alleine nach Seewalchen bei Salzburg ins Hotel Attersee. Unser reserviertes Doppelzimmer ist um 08.00 Uhr schon bezugsbereit-super-auspacken und ran an das Frühstücksbuffet. Danach ein kurzer powernap und gegen Mittag mit warmer Bekleidung ganz locker auf die herrliche Attersee Umrundung- fast jede Kurve ist mir noch in bester Erinnerung. Am Abend treffe ich Tom den Praying Mantis TT-Racer und seinen Kollegen Simon aus Luzern zum Nachtessen.

Mein Ziel für morgen ist klar-kluges Renn Pacing bis Rennhälfte, dann all out- und zeitlich wieder ein Stückchen näher ran an die Top-Shots meiner Kategorie.
Samstagmorgen nach dem Frühstück gehen wir uns zusammen nochmals für eine Stunde locker einfahren, dann trennen sich unsere Wege. Mein Start ist mit der Nr.384 sehr spät um 15.25 Uhr. Bis dahin verkrieche ich mich ins Hotelzimmer, verzichte auf ballaststoffreiches Essen, drücke Gels und süsses rein, unruhiges Fernsehdösen. Die Anspannung und Nervosität nimmt kontinuierlich zu, viel zu oft schaue ich auf die Uhr- endlich 14.00 Uhr, den Einteiler anziehen, nochmals einen Gel mit Cola reinhauen und runter auf den Parkplatz um mich 30Min. auf der Rolle warmzufahren- aber nicht zu intensiv, es wird noch hart genug werden… Eine Stunde später Schuhüberzüge und Nasenpflaster montieren, Aerohelm auf und ab ins Startgelände. Einstehen in der Schlange- letzter Gel rein-trinken-Puls steigt- rauf auf die Rampe- noch eine Minute- Starthelfer hält mich- Blick auf die Kette- richtiger Gang drin? Count-down und mit Vollgas ins Grande Finale 2015! Schnell in Position runter ins Dorf- höre jemanden mit Austria Dialekt „go Daniel go“ schreien- scharf rechts weg über die Brücke durch Seewalchen über einen kurze Anstieg und runter hin zum letztjährigen Startort-die zusätzlichen 1.4km sind also schon durch, ab jetzt immer ein Blick auf die Leistungsanzeige- maximal im höchsten G2 Bereich bei 90-100 Kadenz, nur nicht überdrehen– das Rennen ist extrem lang-die Beine drehen super sensationell und die Position ist ok- so fühlt es sich also an wenn alles passt-total im Flow- nur du – geiler Sound vom Scheibenrad, Tunnelblick und High-Speed Rausch, mit Ø 48km/h kurvig und kupiert dem See entlang knallen durch Weyregg ,Steinbach und Weissenbach.
pain is only temporary..
Überhole Fahrer um Fahrer- hin zur Umfahrung Unterach bei km 25.4- links weg, runter aufs kleine Blatt und im Wiegetritt mit max. Belastung hoch zur Kreuzung wuchten, leicht ansteigend rechts weg auf die Hauptstrasse, aufs grosse Blatt und sofort wieder in Position. Nun geht’s auf der anderen Seeseite richtig wellig und mit Gegenwind zurück. Noch immer drehen die Beine schlicht sensationell- ab jetzt die zweite Stufe zünden-all out- die letzten 22km im EB Bereich, also mit Ø 20 Watt mehr auf der Kette – Pain is only temporary, it may last a minute or an hour… die Sattelspitze wieder mal fast auf Anschlag im A… und trotz kühlen 13°C läuft der Schweiss in Strömen. Bergab reicht das 53er Blatt nicht. Fahrer um Fahrer aller Kategorien hole ich ein, fahre in den Kurven keinen Meter zu viel, kratze an der Mittel-und Seitenlinie. Über kurze Wellen rein nach Nussdorf weiter nach Attersee hin zur 13% Rampe bei Buchberg km 42.5- nochmals auf kleine Blatt und voll in der Säure rüber wuchten, oben sofort zurück in die Aeroposition auf die letzten schnellen, kurvigen und kurz vor dem Ziel ansteigenden 4km. Vorbei am Hotel Attersee, die allerletzten Reserven freimachen, auf Anschlag komplett ausgepowert im Ziel in 1.03.58 Std

Was für ein geiles Rennen- was für Hammer Beine – an der Zielverpflegung reinbechern und essen was nur geht und schnell zurück ins Hotel- auf der Rolle ausfahren und zugleich ein SMS an Pia; aktuell U50 Rang 1 aber die Top-Shots kommen noch…
Duschen, leicht ausdehnen und sofort zurück in den Zielbereich um die Top Favoriten einfahren zu sehen. Gerade zur rechten Zeit sehe ich diese dann auch wie an der Perlenschnur aufgereiht reinfahren.
Es sollte nicht sein- drei meiner U50 Kollegen belegen Overall die Ränge 1,2 und 4- somit bin ich U50 auf Rang 4, Overall auf Rang 10 klassiert- dennoch bin ich total happy mit meiner Leistung, mehr lag einfach nicht drin und die vor mir platzierten dürfen sich ja nicht umsonst Amateur-Weltmeister, Landesmeister und Kingsieger nennen..
10. 384 CHRISTEN Daniel (4.) EZF U50m sixty-sixers 1:03:58,87 Schnitt 44,36 km/h

Seit meiner ersten Teilnahme am King konnte ich den Rückstand auf den Sieger mehr als halbieren, aber noch immer sind es fast drei Minuten und dies mit einer Durchschnittleistung von 338 Watt- brutal und sehr eindrücklich was die vorne drücken und zugleich höchste Motivation um weiter an meinem TT-Racer Packet zu arbeiten.

So, somit ist die Saison 2015 mit all den unglaublichen und unvergesslichen Highlights bereits wieder Geschichte- ich freue mich auf 2016

Dani

Zitate aus bikeboard.at:
Fallen jegliche externen Faktoren weg, reduziert sich das Endergebnis einzig und allein auf die persönliche Leistung. Fehler bezahlt man in Form von Sekunden, die eigenen Schwächen bekommt man eiskalt und unverblümt aufgezeigt. Niemand ist hier, um dir zu helfen – niemand ist da, um beschuldigt zu werden. Keine schnelle Gruppe rettet dich über die Distanz, kein Fahrfehler eines Konkurrenten reißt dich zu Boden.
bikeboarder.at Bild
Original bikeboard.at Bericht zum obigen Bild:
Dein Pacing, deine Beine, deine Position am Rad ergeben deine Zielzeit, deinen Kilometerschnitt. Was man im Ziel auf der Uhr sah, hat man sich selbst erschaffen, Man konnte stolz darauf sein, oder beschließen, härter an sich zu arbeiten um im nächsten Jahr stärker zurückzukehren.

King of the Lake 26.09.2015

ENDURA Alpentraum 12.09.2015

252km/6078Hm

Das die Zusammenfassung des Organisators:
Nur rund zehn Kilometer nach dem Start in Sonthofen im Allgäu führt die Strecke gleich bergauf – auf den Oberjochpass (1155 Meter). Von dort verläuft die Route weiter auf einem Hochplateau, dem Tannheimer Tal, ehe eine kurze Abfahrt vom Gaichtpass die Teilnehmer ins Lechtal bringt. Nach einer kurzen Flachpassage am Lech entlang wird es erstmals richtig steil. Rampen mit bis zu 15 Prozent Steigung müssen bei der Auffahrt zum Hahntennjoch (1903 Meter) bewältigt werden. Nach einer rasenden Abfahrt ins Inntal kann kurz „Luft geholt“ werden, ehe mit der Pillerhöhe (1559 Meter) und Reschenpass (1507 Meter) die nächsten moderaten Anstiege erklommen werden müssen. Nach knapp 200 Kilometern folgt der Höhepunkt des Events: der Anstieg zum Stilfser Joch (2757 Meter), einem der höchsten Pässe Europas, in dessen Verlauf der Umbrail bezwungen werden muss. Nach der Abfahrt ins Vinschgau beginnt das Finale: der Schlussanstieg ins Ziel nach Sulden am Ortler (1900 Meter).

und so habe ich es erlebt:
So A nach B Rennen sind umständlich und logistisch mit hohem Aufwand verbunden (Rücktransport), da mich aber Pia begleitet konnten wir ganz easy am Freitagmorgen ins herrliche Oberallgäu nach Sonthofen losfahren. Nach dem Mittag bereits da, Check-in im Hotel , zur Registrierung und auf zum gemütlichen Städtchen-Bummel- Das Einfahren lasse ich mal schön aus..
Um 18.00 Uhr in die Markthalle zum Renn-Briefing- was ist mir davon in Erinnerung geblieben ist ? Viele Verbote bezüglich Straßen Gesetz, Kreisel fahren, Ampeln nicht ignorieren und Geschwindigkeit einhalten/überschätzen- Warnungen und Gefahren durch Steine und Kühe oder Absturz auf den Pässen- Polizeikontrollen und letztlich Drohungen bei nichteinhalten verwarnt oder disqualifiziert zu werden- schönes Rennen wünsche ich.

Tagwache sehr früh um 04.30 Uhr- dies weil keine Startblöcke vorgesehen sind und ich keine Lust habe ganz hinten einzustehen. Draußen abtrocknende Straßen aber kühl- der Wetterbericht hat für heute tolles Herbstwetter angesagt. Das Hotel Lunchpaket als günstigst Frühstück-Buffet Ersatz reinwürgen-Beine mit Dul-X präparieren- alle Trikottaschen mit Werkzeug, Food, Handy, Ausweis und Regenjacke vollstopfen und ab 05.45 Uhr mit Mini-Beleuchtung am Velo im Startgelände einstehen..
Start um 06.30 Uhr- mit der Nr.54 ab ins Abenteuer- Pia werde ich am Hahntennjoch, auf der Pillerhöhe und am Reschenpass wieder sehen.
Wie üblich ist bis zum ersten Pass alles sehr hektisch und die Rennleitung mach ernst- nimmt Fahrer raus, verwarnt diese oder was auch immer. Verstecke mich ganz vorne im Feld, fahre keine Ablösung bis zum Oberjochpass- da wird das Tempo sofort angezogen, vier Fahrer ziehen weg- ich bleibe mit Mühe im Verfolgerpulk, will bis zum ersten richtig knackigen Anstieg am Hahntennjoch unbedingt dranbleiben. Bin schon lockerer gefahren, habe das Gefühl nicht genügend Druck aus dem schon schmerzenden Rücken in die Beine zu bringen- wird ja heiter werden!
Hoch zum Hahntennjoch splittet sich unsere ca.25 Mann starke Verfolgergruppe in Einzelkämpfer auf- ich suche meinen Rhythmus. Oben steht Pia und überreicht mir einen neuen Bidon und Gel- rein in die schnelle Abfahrt und hoffe derweil meinen Rücken zu entspannen.
Hahntennjoch
Unten überwacht und eskortiert von der Motorrad-Polizei, mit 30km/h neutralisiert durch Imst, lasse da den Verpflegungsposten aus. In einer dreier Gruppe raus in die Fläche nach Landeck, hin zur Pillerhöhe- da wieder meinen Rhythmus finden, die Sonne brennt mittlerweile, entledige mich bei einem unbekannten Betreuer auf nimmer Wiedersehen meiner alten Beinlinge- sehr schöne Gegend, schmale Strassen und der Rücken zwickt gröber. Ein Lichtblick, Pia steht oben- gibt mir zwei volle Bidon und Seelenbalsam- tut so gut. Knalle ganz alleine in die Abfahrt und unten voll in den böigen Gegenwind-shit- so war das nicht geplant- das kostet mich gewaltig Körner, also Hirn einschalten und etwas rausnehmen und warten bis von hinten jemand kommt. Tatsächlich holt mich kurz vor Pfunds eine 4er-Gruppe ein. Mit stetigem kreiseln geht’s nun wesentlicher zügiger durch den Wind in Richtung Zollübergang Martina und hoch nach Nauders. Da steht erneut Pia- „ du bisch under de erschtä 25“-gibt mir zwei gefüllte Bidon und Gels, wir sehen uns dann im Ziel. Vom Reschenpass her heftige Böen- der Reschensee voller Kitesurfer, die haben echt viel Spaß- für uns aber ist es ein harter Kampf und nicht mehr alle können ordentliche Ablösungen fahren.
Belgisch kreiseln am Reschen
Mittlerweile extrem viel Reiseverkehr- wir machen uns nicht immer sehr beliebt- endlich die Abfahrt.
Bei Laatsch wird uns bewusst, 200km sind nun vollbracht aber die härtesten 50km stehen noch an! Hoch nach Mustair spüre ich wohl den Heimvorteil und fahre in den moderaten Steigungen bis zum Schweizerzoll eine gute Pace, ziehe meiner Gruppe davon- der Respekt vor den letzten zwei harten Anstiegen zum Umbrail/Stilfserjoch und hoch zum Ziel in Sulden steckt wohl allen in den Köpfen- niemand folgt.
Rein in den 1400Hm Anstieg über Umbrail hoch zum Stilfserjoch- Spass sieht und fühlt sich anders an..Horden von Motorräder und britische Sportcar Racer mit sündhaft teuren Boliden überholen mich teils haarsträubend knapp- wäre ich nicht am Leiden und kämpfen, mein rechter Mittelfinger wäre wohl überstrapaziert worden.. wie in Trance einfach weiter, Serpentine um Serpentine hoch zum Zollhaus auf dem Umbrail und endlich wieder ein Fahrer vor mir- die Nr. 3, Klaus, sieht nicht mehr ganz jung aus-könnte also einer aus meiner Kategorie sein 😉 erweckt den Kämpfer in mir. Auf den letzten 250Hm hoch zum Stilfserjoch schnappe ich ihn mir- Schnee am Strassenrand- gottseidank endlich oben.
700 Kehren runter
Keine Lust das Panorama anzuschauen- der Hospiz total mit Motos und Autos verstopft- arschkalt, ziehe die Regenjacke an und knalle die gefühlten 700 Haarnadelkurven auf schlechtem Belag runter nach Gomagoi – spüre ein Schlag am Oberschenkel- mein Ersatz-Collé,an den Sattel geklettet, hat sich soeben losgerüttelt- weiter- immer wieder Stau, Chaos in den engen Kurven. Nutze jede noch so kleine Chance für teils kritische Überholmanöver- hey ich bin im Race- da wird mein Deluxe Lightweight Hinterrad fast von einem britischen Deluxe Ferrari geküsst- ups-Schwein gehabt- Ferrari Heini sauer- leck mich- im ganzen Chaos holt mich der Klaus wieder ein- so ein verd…shit- zusammen biegen wir in Gomagoi rechts ab in den finalen Aufstieg nach Sulden- 8km / 600 Hm mit 16% Rampen zum Dessert. Das Dessert scheint mir etwas besser zu bekommen- finde irgendwie eine respektable Pace, wenn auch in den zwei allerkleinsten Gängen- kann mich lösen- mehrmals ein Blick zurück- bin weg- einfach schnell ins Ziel- schliesse zu einem weiteren Fahrer auf, der steht beinahe- Parkschein gelöst-brutal- ziehe durch- der letzte Kilometer, es wird etwas flacher, pushe nochmals- da steht Pia mit Fotoapparat, ein erlösender nicht ganz jugendfreier Schrei aus meinem trockenen Mund und endlich im Ziel.
Zeit 9.38 Std Master Rang 3 / Overall Rang 18
Doch dann Konfusion durch den Speaker, ich bin doch nur vierter, anscheinend wegen der neutralisierten Zone in Imst- wie bitte? schade, ist mir aber nun echt egal.
Geschafft aber heil im Ziel
Ab ins Hotel und mit Pia rein in den Wellnessbereich- Sprudeln und Dampfbad- was für eine Erlösung. Kurz vor dem Nachtessen wollte ich es dann aber doch genau wissen und schaute mir die Rangliste auf Datasport an- doch dritter geworden!? und das vor Klaus..

Die Abschluss Party und Siegerehrung war um 20.00 Uhr angesagt, so fuhren wir nach dem Nachtessen im Hotel runter in die Sporthalle um einen schönen Rennabschluss mit gleichgesinnten zu erleben- hin zum Parkplatz Getto pur- wir kommen, aber viele gehen?
Transponder abgeben und Finisher Trikot abholen. Kurze Nachfrage beim Race-Office. Sorry, die Rangverkündigung war schon um 19.00 Uhr weil bla-bla-bla und drückt mir die Preise in die Hand, ich soll noch aufs Podest, ein Foto für die Homepage/Facebook..
Pseudo Podest

Fazit:
Alb(pen)traum
Körperlich gelitten wie schon lange nicht mehr und doch einmalmehr unglaublich faszinierend zu erleben wie belastbar unser Körper ist, wenn du`s mental hinkriegst die Probleme auszublenden und das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

Wer Pässe liebt kommt voll auf seine Rechnung, aber ein Rennen auf nicht abgesperrter Strecke und dies an einem tollen Herbstwochenende – verkehrstechnisch absolut kriminell. Natürlich bin ich als Athlet voll für mein Verhalten verantwortlich, aber mit Nummer am Lenker, Ambitionen und etwas Ego eine zu gefährliche Mischung.
Dies musste auf der engen Pillerhöhe auch Pia erfahren- bei Gegenverkehr wurde sie noch von einem Endura-Racer überholt, versucht ihm Platz zu machen und verschönert dabei als Belohnung an der Leitplanke die rechte Fahrzeugseite…hätte schlimmer enden können.

Die Organisation hat noch viel Luft nach oben- kein Vergleich zum Ötztaler!

Den ENDURA habe ich nun erfahren, es wird aber definitiv kein zweites Mal geben.

Dani

ENDURA Alpentraum 12.09.2015

2.Lauf EZF Laufen-Delsberg 06.09.2015

28km/120Hm

Seit Mitte August nach dem PZF Sulz, war mein Fokus ganz auf den Endura Alpentraum ausgelegt, konkret hiess dies Kilometer und Höhenmeter mit dem Rennrad fressen. Trotzdem, einmal pro Woche aber wurde der Zeitfahrbolide aus dem Keller geholt und eine Stunde intensiv Intervalle an der Schwelle gelitten.. ab letzter Woche habe ich nun Umfang und Intensität um 50% reduziert um das Training wirken zu lassen, in der Hoffnung, dass am Endura vom 12.09.15 dann alles abgerufen werden kann..
Mit dem 2.EZF Lauf über 28km von Laufen nach Delsberg nun nochmals ein letzter Test im hohen Bereich, aber die Vorzeichen sind leider nicht optimal. Nach dem letzten sehr heissen Wochenende und Teilnahme an der Jura Challenge erwischte mich eine Halsinfektion- Basenbäder und Tee brachten etwas Linderung.
Trotz allem ziemlich zuversichtlich und motiviert Fahrt am Sonntagmorgen sehr früh nach Laufen bei Basel- bei kühlen 12°C und ein paar Regentropfen die Rolle unter einem Vordach einrichten und einfahren- die Beine drehen, der Puls etwas gar träge. Das obligate halbe Mars, ein grosser Schluck Cola und ab an den Start.
Ein junger belgischer Top Athlet aus Luzern mit der speziellen „praying mantis“ Position (von der UCI verboten) direkt vor mir- ein guter Anhaltspunkt.
09.31 knalle ich mit Nummer 59 aus den Starterhänden auf die Highspeed Rouleur Runde entlang der Birs- schnell in Position und hohem Leistungsbereich-spüre unangenehmen Gegenwind, drücke 53/13 aber die Kadenz ist zu tief, passt nicht- habe und komme nicht in den gewünschten Rhythmus- schalte hoch und runter wie ein irrer- die Geschwindigkeit müsste doch auch viel höher sein- streift was oder gar ein Schleicher? Immer wieder ein Blick auf die Räder- sehe aber nichts- logisch- es liegt an mir, die Kadenz ist viel zu tief und der Puls kommt nicht hoch. Schon der Wendepunkt vor Delémont- habe gerade die „praying mantis“ entgegen speeden sehen- bin ich trotz allem näher an ihn ran gekommen? Rum um die Insel und all the way back to Laufen- kämpfen, würgen und drücken- Wattwerte wie ein Jo-Jo- retten was zu retten ist- Mental nicht wirklich einfach. An Liesberg vorbei, zwei kleine Wellen und schon sehe ich das Ziel, komme rein und bin nicht wie gewohnt total blau und ausgekotzt-speziell!

Zeit 00:37:59.61 / Schnitt 44.6 km/h – Männer M40 Rang 2 / Overall Rang 4
Auf den Kategorien- und Overall Sieger M40 fast eine Minute verloren, auf die Gottesanbeterin knappe 30 Sec.- ja, das ging definitiv schon viel besser.

Ich gestehe, dieses Rennresultat hat mich nun doch sehr entäuscht und länger als gewohnt beschäftigt- zu Gut war die Vorbereitung und das Gefühl im Vorfeld, aber wenn der Körper nicht will gilt es dies zu akzeptieren. Nun gut erholen und mit Zuversicht an den Endura Alpentraum

Dani

2.Lauf EZF Laufen-Delsberg 06.09.2015