King of the Lake am Attersee 30.09.2017

47.5km / 300Hm

Seit Albi ist schon wieder viel Zeit ins Land gegangen- extrem wie die Zeit rast. Die Sommerferien waren voll auf Erholung ausgerichtet- lockere Bike Touren und Wandern mit Pia liessen meine Batterien sich wieder voll aufladen. Danach konnten die letzten drei Wochen vor dem Highlight am Attersee nochmals zielgerichtet genutzt werden um an der Spät Form zu feilen. Mit meiner erstmaligen Teilnahme am Paar-und Einzelzeitfahren in Fulenbach vor einer Woche verlief der letzte Test absolut perfekt- klare Bestzeit mit Michi als Team und zwei Stunden später auch im EZF der Kategorie.

Entsprechend zuversichtlich, gesund und motiviert gings also am Freitag in den ganz frühen Morgenstunden nach Seewalchen ins Hotel Attersee im Salzkammergut. Mit dabei auch Pia und Hans-Urs, der sein Speedbike für diesen top Anlass aus dem Winterschlaf geholt hat..

Nach ruhiger Nachtfahrt geht’s wie gewohnt direkt ans Frühstück Buffet, Queck- in, ein kurzer Power Nap und nach dem Mittag bei herrlichem Herbstwetter auf die See Umrundung. Mit dabei auch MC Taxi Dani, der auch im gleichen Hotel einquartiert ist. Pia als unsere 66er Hof-Fotografin auf dem E-Bike macht wieder super Shots-DankeReko

Reko-Pia

Renntag Samstag 30.09.17

Mit der Startnummer 638 werde ich um 14.55.15 Uhr auf die Strecke gehen. Viel Zeit um gemütlich zu Frühstücken und noch eine halbe Stunde auf die Strecke zu gehen um die Beine schon mal anzuheizen. Auffällig ist der starke böige Wind aus allen Richtungen, die erwartete Kaltfront meldet sich an- wird wohl eine harte See-Umrundung werden.

Gemäss Startliste sind starke Fahrer gemeldet-egal- heuer will ich den König stürzen, die Form passt und der Wind wird das Rennen noch härter machen.

Im 15“ Takt werden wir auf die Strecke geschickt, unglaublich viele Zuschauer im Start-Ziel Bereich- nochmals tief durchatmen und ab geht die Post- habe nun eine gute Stunde Zeit meinen Körper bis in die tiefsten Tiefen zu spüren… die Beine drehen, die Position passt und der Druck ist daRuhig atmen- dann bist du im Flow, wie in Trance- knallst dem See entlang durch Weyregg , Steinbach und Weissenbach- der Wind kommt von allen Seiten, erwartet habe ich Rückenwind.. bis jetzt bin ich nicht überholt worden, das soll auch nach der Umfahrung Unterach auf der anderen Seeseite, richtig wellig und mit dem erwarteten Gegenwind, nicht anders sein. Bemerke das eine oder andere Opfer der eigenen Pacing Strategie am Strassenrand stehend- die Körner schon im ersten Streckenteil verschossen- ja, gute Frage; wo ist dein Limit ?? Für mich gilt „Pain is only temporary“ ich habe ein Ziel, der alte König muss vom Thron runter-es läuft noch immer gut, Windböen verlangen Konzentration, drücke jede Welle auf dem neumontierten 54er Blatt hoch- mit Vollgas hin zur kurzen 13% Rampe, runter aufs 39er Blatt und all out voll in der Säure rüber wuchten, oben sofort zurück in die Aeroposition auf die letzten schnellen 4km, kurvig und kurz vor dem Ziel nochmals schmerzend ansteigend. Vorbei am Hotel Attersee, die allerletzten Reserven freimachen, mit Highspeed runter zur Brücke, sauber um die enge Kurve und ins Ziel in 1.04.26 Std / Ø 44km/h

Nach Luft schnappen, das versabberte Visier weg- ist der ganze Spuk nun echt schon vorbei? Unglaublich

Pia kommt in den Zielbereich (Sie war auf der Strecke und schoss Fotos) super „ du bisch aktuell zweitä hinder ämänä dütschä“- Dammi shit wieder nicht gereicht, aber mehr ging beim besten Willen nicht- der Thron muss leider warten 😦

Nach der Einfahrt von Hans-Urs und Dani zurück ins Hotel, duschen und ab zum Apéro, haben wir uns alle redlich verdient. Noch schnell ein Blick auf die Homepage unsere Platzierungen und den Zeitplan für die Siegerehrungen checken- und da mache ich aber ganz grosse Augen- EZF U60 auf Platz 1 der 66er / Overall Rang 17.. wir haben im Ziel die Overall Platzierung auf der Resultattafel gesehen, nicht die Kategorie – Hammer- der König ist tot, es lebe der König- huerä geil, ich darf endlich auf den Thron steigen 🙂

der König ist tot- es lebe der König

Nun aber ist mein Pulver verschossen, fühle mich leer und so endet mit diesem top Highlight auch meine extrem spannende und wiederum sehr lehrreiche Saison 2017 – danke für alles.

Ich freue mich schon wieder auf 2018, wo bereits wieder das eine oder andere Highlight auf dem Programm steht.

Dani

Rückblick des Veranstalters:

Zum bereits 7. Mal lud der Radsportverein Atterbiker.at am 30. September zum europaweit einzigartigen Einzel- und Mannschaftszeitfahren rund um den Attersee ein. Auch 2017 kämpften wieder 1.200 Rennradfahrer, darunter Profis wie Georg Preidler und Race-Across-America-Gewinner Christoph Strasser, aber vor allem auch die österreichische Bundesliga, unter perfekten Rennbedingungen um die „Krone“ am Attersee. Dank der für den Verkehr komplett gesperrten Straße konnten sich selbst Amateure einmal wie richtige Profis fühlen.

Nachtrag: die Atterbiker reden nicht nur, Sie setzen um ! Insgesamt wurden durch die NADA sieben Fahrer/innen zur Dopingkontrolle gebeten ! Ein Beispiel für viele andere Veranstalter- Danke für Eure Bemühungen für ehrlichen und sauberen Sport

 

Hans-Urs:

Es ist genauso. Mein T-T-Racer habe ich tatsächlich aus dem „Winterschlaf“ oder besser aus dem „Jahresschlaf“ geholt. Seit dem letzten „King of the Lake 2016“ zierte das Velo nur mein Velokeller, aber ich habe immer noch Freude an diesem schönen Teil. Leider ist der BMC-Hobel für eine gemütliche Runde weniger geeignet und daher muss er unter dem Jahr eben immer ein bisschen hinten anstehen.

Sei‘s drum, in aller Herrgottsfrühe geht’s am Freitagmorgen in Richtung Austria los. Wir wollen alle möglichen Stau’s umfahren und so kommen wir problemlos in Seewalchen am Attersee an und sitzen schon kurz nach acht Uhr bei einem herzhaften Frühstück und stärken uns für den Tag.

Nach einer kurzen Erholungspause geht es los mit der Rekofahrt. Schon hier merke ich, dass meine Yogastunden bei Tanja sehr gut investiert sind, meine Unterarme schlafen nicht ein oder zeigen Krampferscheinungen – im letzten Jahr war dies noch ganz anders. Auch spüre ich schnell, in welchen Wattbereich ich mich bewegen muss, damit ich mein „kraftlos-leere- Beine-Fiasko“ vom letzten Jahr umgehen kann. Die Wattwerte sind beschämend tief, aber was soll’s. Das Wichtigste ist doch trotzdem Freude haben und die 48 km Runde um den Attersee-See geniessen.

Am Samstag dann das eigentliche Rennen. Ich fahre die mir vorgenommenen Watt, aber natürlich schmerzen die Beine gegen Ende des Rennens trotzdem ganz heftig. Das darf und soll es aber auch sein. Es gelingt mir sogar ein paar Fahrer zu überholen – ein gutes Gefühl! Der Gegenwind auf dem Rückweg macht mir dann doch gehörig zu schaffen. Aber die Aeroposition muss ich nur 2 – 3 Mal bei den Anstiegen verlassen und im Wiegetritt die kurzen Anstiege „heraufwuchten“, ansonsten gelingt es mir immer schön „unten“ zu bleiben, das freut mich wirklich ausserordentlich. Im letzten Jahr musste ich doch noch wegen Krampfgefühlen rund ein Drittel der Strecke die Aeroposition verlassen!

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Mit einer Zeit von 1:18 Std. bin ich als 370 von 543 gestarteten Fahrer im hinteren Drittel platziert, aber in Anbetracht meiner äusserst minimalen Vorbereitung nicht so schlecht. Mehr „Punch“ geben die Beine momentan einfach nicht her, daher kann ich mit der Schlussrangierung sehr gut leben…

Die sixty-sixers haben den King in ihrer Reihe! Und so fühle ich mich jetzt halt als kleiner Kronprinz.

Die beeindruckende Leistung von Daniel wunderbar geplant, zielstrebig trainiert und genial umgesetzt – darum jetzt einfach…

—> Es lebe der „King of the Lake‘17“ aus Ennetbürgen!!!!!!!

Ich bin unheimlich stolz auf dich, wie du das geschafft hast!

Es war eine wirklich super-hammerhaften Veranstaltung und deren Inszenierung – also diese Krönungszeremonie ist einmalig – Wir kommen sicher wieder im 2018!

 

King of the Lake am Attersee 30.09.2017