Bike Transalp 15-21.July 2018

7 Etappen 506km / 18167Hm

Team bikeholiday.ch / terreactive IT security

Nach der Schlussetappe 2017 war für mich lange nicht klar, ob ich die Transalp nochmals fahren werde-oder ganz konkret, ob ich mich nochmals von Hansjürg über 7 Etappen quälen lassen möchte. Ich war ab der zweiten Etappe immer am Limit und so macht es natürlich keinen Spass und keinen Sinn. Warum dies so war lag glasklar auf der Hand und mit dem Ziel an diesen Schwächen zu arbeiten gab ich Hansjürg im Herbst die Zusage nochmals mit Ihm die Transalp zu fahren.

Anreise am Samstagvormittag nach Imst. Dieses Jahr begleitet mich Pia, wird mit Beatrice an den Strecken verpflegen und nach den Etappen die müden Muskeln massieren- perfekt. Auch die Wetteraussichten sind gut, versprechen trockene Trails.

Das diesjährige Teilnehmerfeld in der Grand Master Kategorie ist wirklich  sehr stark besetzt- aufs Podest zu fahren wird nicht selbstverständlich werden, aber unser klares Ziel sein.

Etappe 1 Imst-Nauders 89km / 2942 Hm

Bewölkt aber noch trocken. Aufruf für in den ersten Startblock, der Countdown, der Puls steigt, der Startschuss und ab geht die Meute hin zur Pillerhöhe. Mit gutem Rhythmus im Pulk gehts hoch, dann ziehen die GM Favoriten Claudius und Thomas Team Stoll-Bikes  davon. Die auf Papier zweitstärksten KTM Fahrer sehen wir in einer Waldabfahrt mit Platten am Rand stehen. Im leichten Nieselregen über das Pfundser Tschey, das lange Flachstück nach Martina und über die Norbertshöhe nach Imst. GM Rang 2- ein sehr guter Start

Etappe 2 Nauders-Livigno 102km / 3512 Hm 

Die Königsetappe am zweiten Tag- ein eindrückliches Höhenprofil, teils bekannt vom Engadiner Bikemarathon. Schnell setzen sich das Stoll und KTM Team ab. Ich fahre meine Pace, lasse mich hoch zum Bergkastel nicht stressen- in den Downhills sind wir nicht die langsamsten…entlang dem Reschensee mit drei anderen Teams, fahre im Windschatten, spare Kraft den ab Laatsch gehts nun 20 km immer steiler werdend hoch zur Döss Radond- zu steil für mich, kostet viel Kraft und bin nicht wirklich schnell. Durchs flowige Val Mora lassen wir’s aber wieder krachen, bis ein komisches Geräusch in meine Ohren gelangt- sehe und spüre nichts- kein Geräusch mehr, aber nun sehe ich was runterhängen- die linke Umwerferschaltung hat sich los vibriert und baumelt gefährlich nahe am Vorderrad- ziehe das Kabel mit Schaltung zum Lenker hin und versuche es so gut es geht mit zwei Finger zu fixieren und mit dem Mittelfinger die HR Bremse zu betätigen. Vor dem Alpisella beidhändig die Schaltung fassen und aufs kleine Ketteblatt schalten. In Livigno schicken Sie uns noch auf eine Zusatzschlaufe mit kurzen aber sehr steilen Rampen. Ziemlich geschafft im Ziel –  GM Rang 3

Etappe 3 Livigno-Bormio 68km / 2239 m

Steil ist geil- eher nicht für mich ,

aber die Etappe geht durch  das Val Fedeia mit sehr steilen Schotter-Rampen hoch zum Carasello 3000 zu der 10km langen Flowtrail Abfahrt runter nach Livigno. Weiter durch das Val Torto geht es auf einem coolen Waldpfad nach Trepalle, von da über den Passo Trela zur Alpe Trela und schließlich über die Bocchetta di Trela mit herrlichem Blick in die Gletscher der Cima Piazzi hinab zum Almgelände von Vezzola. Mit guten Beinen hoch zum Passo Fraele und 5km vor Bormio ist die Ziel Linie erreicht. Viel besser als ich es erwartet habe- GM Rang 2

Noch immer fühle ich mich sehr gut- keine körperlichen Beschwerden die den Kraftfluss vom Rücken in die Beine abwürgen- die unumgänglichen Verspannungen in der Muskulatur löst Pia mit einem Hauch von Sado-Maso Triggermassagen..

Etappe 4 Bormio-Ponte di Legno 58km / 2393Hm

Und wieder eine kurze und knackige Etappe und gemäss Race-Briefing eingeteilt in zwei Sektionen. Im ersten Teil hinauf zum Passo Gavia sind fast 1.800 Höhenmeter zu bewältigen, ab dem Lago Nero wird’s anspruchsvoll technisch.

Nach einem wiederum schnellen Start reihen wir uns bald als dritte der GM ein- auf Forststrassen bis St.Katarina die Valfurva und die nächsten 900 Hm hoch zum Gavia mit guten Beinen, auch ein Blick in die grandiose Landschaft lasse ich mir nicht nehmen-Verpflegung durch Pia am Fusse des Passes und oben nochmals durch Beatrice-kurze Abfahrt auf der Passtrasse, dann zweigen wir in die zweite und somit technische Sektion ein-steil, eng, steinig verblockt- also alles was anspruchsvoll macht- gut habe ich trotz Mehrgewicht eine Dropper-Seatpost- die Cross-Country Spezialisten lasse ich vorbei-so sollte man runter huntern können-eindrücklich. Ohne Sturz und Panne schaffen wir es runter-noch eine lange eklig steile Wald-Schiebepassage, dann knallen wir in den mit Steps und Rockgarden gespickten Pegrà-Flowtrail runter ins Ziel. GM Rang 3

Etappe 5 Ponte di Legno- Val di Sole 50km / 1967Hm

Man glaubt es kaum, aber diese Etappe wurde so als quasi Erholungsetappe angepriesen! Wohl kaum – konzentriert auf dem steinigen Säumerpfad hoch die Ideal-Linie suchen und hinein in den schmalen Alta Via Camuma Pfad in den Bergwiesen auf 9 Kilometern hin zum Passo Tonale. Da distanzieren wir die letztjährigen GM Sieger, einen Blick in die Adamello-Gletscher aber ist ein Muss. Über den Passo Tonale, wo uns Pia verpflegt, hinüber ins Val di Sole.

Auf schnellen Forstwegen und kleineren Waldwegen 900 Höhenmeter hinab, vorbei am Forte Strino, einer Festung aus dem 1. Weltkrieg nach Ossana und zum nicht enden wollenden Schlussanstieg hinauf nach Valpiana und endlich in den finalen Trail ins Tal nach Pellizzano. GM Rang 2

Etappe 6 Vale di Sole-Vale del Chiese 79km / 2805 Hm

Eine Schlechtwetterfront ist im Anmarsch. Am Morgen aber noch Sonne pur.

10km neutralisierter Start, vorne mehr oder weniger stressfrei, dann wird das Rennen freigegeben und ein fast 15km langer Anstieg reiht das Feld ein- die KTM Brüder wollen es wissen und attackieren die GM Leader- wir kämpfen wie meistens mit den letztjährigen Sieger um den dritten Platz die bis zum zweiten Berg Bregn da l’Ors mit Schiebepassage dran bleiben, dann aber schütteln wir Sie endlich ab und ziehen unsere Peace konstant durch. Im letzten Anstieg fahren wir in ein richtiges Gebirgsgewitter mit Blitz und Donner, kühl ist es aber nicht. Einmal mehr sind die Wald-und Schotterabfahrten extrem schnell, Hansjürg sieht eine Wasserinne zu spät und kassiert einen heftigen Schlag aufs Hinterrad-unten, 8km vor dem Ziel, bemerkt er Luftverlust, anhalten und hoffen das Loch zu finden um mit einem Wurm abzudichten- wir sehen nichts- nachpumpen und weiter- dieses Prozedere wiederholen wir noch zweimal- immer nervöse Blicke nach hinten ob wir noch vom dritten Platz abgefangen werden, dann sind wir im Ziel. Glück gehabt-GM Rang 3.

Mein Bike übergebe ich wie jeden Tag dem Scott Service Stand, Hansjürg muss den Pneu wechseln und ich brauche nun eine gute lösende Massage- alle sind nun müde aber noch steht eine Etappe an.

Etappe 7 Vale del Chiese-Arco 60km / 2309 Hm

Die letzte Etappe und eindringlich wird nach den abendlichen Siegerehrungen beim Race-Briefing an die Konzentration appelliert-noch sind wir nicht am Ziel. Overall sind wir knapp hinter KTM auf dem dritten Platz- mit dem kann ich gut leben. Am Vorabend und bis in die Nacht hinein hat es heftig geregnet, gar nicht mein Ding- also no risk aber nochmals mit guter Pace die letzten drei Anstiege in Angriff nehmen. Am Start ist es noch trocken wird aber definitiv nicht so bleiben. Bereits nach 12km im Aufstieg zum Passo di Giovo werden wir gründlich von Oben vom Waldschlamm gereinigt. Die GM Leader haben wir immer im Blickfeld, die KTM Truppe ist wie immer gesplittet, einer fährt voraus und der andere ist hinter uns und hofft mit Kamikaze Downhills wieder zu uns aufzuschliessen.. Nochmals 800Hm am Stück hinauf zur Bocca di Trat, dann in den steilen Bremsenmordenden Geröll Karrenweg, genannt Adrenalina- ein low light, aber extrem anstrengend und höchste Konzentration fordernd, immer die richtige Linie finden um nicht noch eine technischen Defekt einzufangen. Da lassen wir nun auch den vorne fahrenden KTM Biker stehen und ziehen voll über die letzten Dörfer und  Olivenplantagen durch ins Ziel in Arco.

Wiederum nur knapp hinter dem sehr starken und sympathischen Stoll-Team auf Rang 2-und auch Overall zurück auf dem zweiten Platz 🙂 was das KTM Team wohl  dazu veranlasste nicht an der Rangverkündigung teilzunehmen- wirklich sehr schade 😦Overall Ranking Grand Master

1. Stoll Bikes Thommen Claudius 1966 SUI Girardi Thomas 1968 SUI 26:20.09,5 (7) Teams/14. 4:04.35,1 1. ¦ 5:09.40,6 2. ¦ 3:27.41,5 1. ¦ 3:25.01,1 1. ¦ 2:44.06,4 1. ¦ 4:13.39,4 2. ¦ 3:15.25,4 1. ¦

2. bikeholiday.ch/terreActiv Christen Daniel 1966 SUI Gerber Hansjürg 1966 SUI 26:50.59,3 (7) Teams/17. 4:08.16,8 2. ¦ 5:22.52,9 3. ¦ 3:32.57,8 2. ¦ 3:26.31,7 3. ¦ 2:44.36,8 2. ¦ 4:19.47,0 3. ¦ 3:15.56,3 2. ¦

3. TEAM KTM RAD.SPORT.SZENE Warter Anton 1972 AUT Zörweg Heinz 1962 AUT 26:58.59,9 (7) Teams/18. 4:22.25,4 5. ¦ 5:07.36,6 1. ¦ 3:36.38,5 3. ¦ 3:25.44,7 2. ¦ 2:48.25,7 4. ¦ 4:12.20,3 1. ¦ 3:25.48,7 4. ¦

Fazit:

Eine erlebnisreiche und erfolgreiche Woche ist mit extrem grosser Unterstützung durch unser Frauen Pia und Beatrice bereits wieder vorbei-kaum zu glauben. Nach der zweiten Etappe hatte ich noch das Gefühl diese Woche werde nie enden, auch der Druck möglichst schnell zu fahren um meinen Partner nicht hängen zu lassen war bis dahin sehr belastend, bis ich nach einem abendlichen Gespräch mit Pia mich wieder auf meine Stärken besann, diese so auch akzeptierte und beschloss niemandem mehr etwas beweisen zu müssen.  Dann jeder Tag „und täglich grüsst das Murmeltier“ das selbe Prozedere- Aufstehen um 06.15 Uhr-Frühstücken-packen und sinnlos rumhängen im Hotelzimmer bis 08.00 Uhr- Einfahren ab 08.15 Uhr und zum namentlichen Call-In für den Startblock A1 um 08.40 Uhr-Start Rennen 09.00 Uhr- Zieleinfahrt-Bike Service- viel Essen und Trinken-Massage durch Pia- fades geschmackloses Pasta-Essen und Rangverlesen- dann mit unseren Frauen die Verpflegungsposten der nächsten Etappe planen- Spaziergang zum letzten Cappuccino oder Radler und Nachtruhe ab 22.00 Uhr- und nun ist es vollbracht. Ich bin absolut happy mit meiner Leistung, das harte Wintertraining und die täglichen Dehnübungen haben sich bezahlt gemacht- die Therapie beim Osteopathen haben die schmerzende Energieblockaden im Rücken lösen können und auch Materialtechnisch hatten wir 2018 alles Glück auf unserer Seite. Aber mehr ist für mich nun nicht mehr möglich, zu stark ist das Gewichtshandicap am Berg. Hansjürg ist nach wie vor klar stärker als ich und kann somit nicht sein volles Potential abrufen. Daher ist für mich nun klar, dass die zweite auch die letzte gemeinsam Bike Transalp war. Ich habe mein Leistungslimit erreicht und kann dies so sehr gut akzeptieren- es werden andere coole Rennen kommen, vielleicht mal ein Etappenrennen mit unserem Sohn Ramon- wer weiss.

Ride on

Dani

Bike Transalp 15-21.July 2018

Ein Gedanke zu “Bike Transalp 15-21.July 2018

  1. Thommen Claudius schreibt:

    Hoi Dani!
    Toller Bericht-du warst ein fairer Sportsmann und hast meinen ganzen Respekt! Ich drücke dir die Daumen für dein grosses Ziel!
    Claudius

    Gefällt mir

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