Trail Hero am Titisee-Neustadt 30.09.2018

„Trail Hero am Titisee“?! Nie gehört, so war meine Reaktion als mich Daniel im Hochsommer angerufen hat. Ein fast unmöglicher „60 % Trailanteil“ soll das erstmalige Bikerennen aufweisen und das im Schwarzwald mit der berüchtigten 2-Meter-Regel. Kaum zu glauben, aber auf der Homepage steht alles genau so geschrieben uns das ganz witzig produzierte Video passt perfekt und macht richtig gluschtig sich gleich anzumelden.

Wahlweise eine oder zwei Runden kann gefahren werden, pro Runde sind 1’250 Höhenmeter zu bewältigen und das Beste: Während dem Rennen kann jeder spontan entscheiden ob man(n) sich die 2. Runde antun möchte…

Kurz entschlossen melde mich sogleich an und konfrontiere Daniel mit meiner Anmeldung. Gehörig unter Druck jetzt, wird noch schnell Ramon überredet das Iron-Bike-Rennen in Einsiedeln sausen zu lassen und mit den „Alten“ den Trail Hero zu befahren. Diesmal sind Pia und Andrea mit dabei und unsere 5’er Truppe bereit für das Helden-Abenteuer bei Neustadt am Titisee. Wir sind am Titisee einquartiert für 2 Nächte, Christen’s können nur eine Nacht buchen, da ist die Suche nach einer passenden Unterkunft nicht ganz einfach. Wegen den beginnenden Herbstferien, haben wohl die Hotels wenig Lust, ihre Zimmer für nur eine Nacht herzurichten – denen scheint es richtig (zu) gut zu gehen…

Plan

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Am Samstag geht zur obligaten Rekoinspizierfahrt, wir treffen uns um die Mittagszeit bei bestem Wetter im Startgelände bei der Hochfirstschanze. Daniel und Ramon treffen nach einem Riesenumweg J vom Hotel zum Treffpunkt mit leichter Verspätung ein und schon geht’s auf einen Teil der Strecke. Die Test-, respektive Trainingsstecke bestätigt die Versprechen des Organisators (Profi Simon Stiebjahn vom Bulls-Bike-Team), super Strecke bergauf und bergab – wir können uns freuen! Das wird ein Bikefest am Sonntag!

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Dann abends gemeinsames Essen in unserem Romantik Hotel Treschers****, wunderbar getafelt und dann zeitig, voller Vorfreude geht’s zu Bett.

Da der Start erst um 10.30 Uhr abgesetzt ist, so kann für einmal das Frühstückbüffet in vernünftigem Mass genossen werden

Kurz nach 10 Uhr treffe ich im Start-/Zielgelände ein und suche den richtigen Startblock für mich, die sind nämlich nach Zeiten für eine Runde beschriftet. Der Bock D mit 1:50 bis 2:00 Stunden scheint mir realistisch, also sofort rein ins Getümmel, der Block ist nämlich bereits gut gefüllt.

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Im 2 Minutentakt geht’s dann schon los, das Rennen beginnt. Das übliche Gerangel und Hektik in den ersten Kurven findet komischerweise nicht statt, alles läuft in geordneten Bahnen ab. Vielleicht liegt es am relativ kleinen Startfeld, knapp unter 300 Fahrer sind gemeldet. Schnell habe ich meinen Rhythmus gefunden, ja nicht auf der ersten Runde „überzocken“, wenn ich schon da bin, will ich zwei Runden absolvieren. Die fiesen Rampen im letzten Drittel der Runden schmerzen gewaltig, schon kommen die ersten (negativen oder vernünftigen) Gedanken „Hans-Urs – Lass es gut sein, eine Runde reicht bei deinem Niveau.“ Jetzt muss ich mich entscheiden, ich fahre die steile Auslauframpe hoch: links zum Ziel oder rechts auf die zweite Runde?! Trotz müden Beinen, die 2. Runde muss einfach sein, selber Schuld, wenn du (zu) wenig trainiert hast. Plötzlich merke ich, da ist keiner mehr. Da waren wohl meine „Mitstreiter“ richtige „Weichbecher“ oder einfach nur vernünftig. Alle wählten den direkten linken Weg ins Ziel. Nun denn, so fahre ich halt nun praktisch mutterseelenallein die zweite Runde ab.

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Nur 36 der 214 gestarteten Hobbyfahrer haben die 2. Runde absolviert, all diese sind die wahren Heros! Ich bin auf der 2. Runde sogar schneller unterwegs gewesen, eher unüblich, aber in der ersten Runde hat es doch ab und zu gestockt. Auch musste kurz nach dem Start den Sattel nachziehen, noch nie passiert, muss beim nächsten Mal vorher die Schrauben checken. Dies zeugt nicht von einer seriösen Vorbereitung, nur mit einer Luftdruckkontrolle ist es eben nicht getan…

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Die 2. Runde macht wirklich Spass, auf der ganzen Runde konnte ich doch noch 5 Fahrer überholen, ansonsten geniessen der Strecke und gegen Ende musst ich aber ganz, ganz hart beissen, die fiesen kleinen Rampen ziehen mir fast den Stecker. Trotz allem einen ganz kleinen Schlusssprint hingelegt, mit 4:45 Stunden im ganzen hinteren Teil vom Feld gelandet. Macht nichts, für mich bin ich der Held. Sehr glücklich und extrem zufrieden geht’s zum Duschen ins Freibad.

Fazit: Eine absolute „geile“ Strecke bergauf und auch bergab, für richtige Biker mit Renngenen einfach ein Muss! Ein kleines Verbesserungspotential gibt es nur bei den Verpflegungsstellen, im Startgelände gehört noch ein zusätzlicher Posten für 2-Runden- Racer hin, ohne meinen Notprivat wäre ich direkt in einen Hungerast „gerast“…

Ich freue mich auf jeden Fall schon auf’s 2019!

Hans-Urs

Nachtrag: Besonders toll ist das Goodie – die Foto’s des Sportfotografen können sich die Heroes kostenlos downloaden – Super Sache!

Dank einem Tipp von Bike-Kollege Michi aus DE wurde ich auf dieses erstmalig ausgetragene Bike-Race am Titisee aufmerksam gemacht- und das Format mit vielen Trails und nicht zu langen Aufstiegen hat mir sogleich total zugesagt. Nun wäre es natürlich toll als Family Race-Team da teilzunehmen-für Ramon eine nicht ganz einfache Entscheidung, hat er doch noch eine Rechnung mit IRB Einsiedeln offen der zur gleichen Zeit stattfindet- aber mit oder gegen den „Alten“ zu fahren hat ja auch seinen Reiz , so war die Gegenwehr nicht allzu heftig 🙂 (unser jüngster Fäbu hatte einen betrieblichen Lehrlingskurs zu besuchen- ist def. wichtiger als go umä bikä)

Einquartiert sind wir auf der gegenüberliegenden Seite von Titisee-Neustadt, dazwischen der Hochfirst, in Gaich in der heimeligen Pension Hochfirst- schön gelegen und nur knappe 7km vom Startgelände weg…wenn man richtig fahren würde!  Sorry Jefe für die Verspätung zur Reko Runde.

Sonntagmorgen kurz vor 10.00 Uhr geht’s über die Hochfirststrasse (und wieder mit Orientierungsproblemen und schon leichtem Anflug von nervöser Hektik..) rechtzeitig schaffen wir‘s hin und stehen im ersten Startblock ein, das Wetter einfach perfekt !

Für Ramon und mich ist klar, wir fahren zwei Runden- bin echt gespannt wie sich unser 800m Läufer auf 64km/2500Hm schlagen wird. Auf kurzer Distanz und Anstiegen habe ich null Brot gegen Ihn- ist zu spritzig und explosiv gegen meinen (immerhin) Euro 6 HDI-Diesel… Startschuss und sofort preschen wir nach vorne und hängen uns dem Spitzenquintett an. Das Tempo auf den ersten 8km und moderat steigenden Waldstrassen hin zum ersten Hügel ist hoch- die führenden werden vermutlich nur eine Runde fahren- also möglichst im Windschatten bleiben, was aber sobald es steiler wird nicht mehr klappt.Schon oben, heizen den flowigen schmalen Singel-Trail runter, wollen aufholen, werden aber bald vom schnellsten Bergfahrer blockiert- shit-der sitzt voll auf der Bremse, kommen dann aber doch irgendwie vorbei. Leider überholt uns dieser aber hinauf zum Hochfirst wieder, doch oben zwänge ich mich energisch vor Ihm in den nächsten schnellen Trail und lasse es laufen- Ramon hat da weniger Glück und muss sich im Trail vorbei kämpfen/würgen- ich warte nicht und fahre zu, spüre ab bald jemand im Rücken und tatsächlich holt er mich noch vor den steilen Schotter-und Waldpassagen wieder ein. So fahren wir als Team die verwinkelten, mit Rampen gespickten 12km zurück zum Ziel und biegen gemäss Speaker als die zwei führenden Fun Fahrer auf die zweite Runde ein 🙂  nun wird es sich zeigen, ob wir zusammen die Pace durchziehen können, doch kaum über die Zeitmessungs-Matte gefahren beendet ein lautes „OU NÄI“ alle Spekulationen und Freude schlagartig- „han ä Plattä“ ruft Ramon- huerä shit mein Feedback – ich kann nicht warten und ziehe leider alleine durch 😦 wirklich sehr schade- so wird es nun eine einsame zweite Runde, zwar immer noch zügig und biketechnisch nicht minder schön, aber ziemlich emotionslos- zu gerne hätte ich die zwei Runden mit Ramon durchgeheizt- so habe ich keinen Druck und geniesse die vielen roten Fliegenpilze entlang der Waldtrails und den Mini-Wasserfall, eingebettet im herrlichen grün von Moos und Farn. Da stehen Pia und auch Ramon, feuern mich an und schiessen Fotos- Danke- nochmals einen Teil der verwurzelten Cross Country Strecke hochfahren, durch den Schanzentisch-Tunnel und runter ins Ziel in 3.18.25 M3 Rang1 und Overall Rang 1

Ramon reicht es trotz dem unglaublichen Pneuschlitzer auf 1 Runde 32km/1250Hm in der Kategorie Männer zum tollen 2.Rang und Overall Rang 4- herzliche Gratulation- super Leistung, bin mächtig stolz auf Dich, hast mir nichts geschenkt- freue mich auf unser nächstes gemeinsames Rennen 🙂

Wirklich eine tolle Strecke, kaum Asphalt und tatsächlich viele herrliche Singel-Trails mit Wurzeln und Steinen versetzt, aber technisch nicht schwierig. Dass nur 36 Fahrer (davon 11 Lizenz Fahrer/innen) die zwei Runden absolviert haben ist überraschend, aber ich hoffe das all die positiven Feedbacks für 2019 mehr Teilnehmer motivieren an diesem genialen Bike-Race teilzunehmen.

Wir kommen sicher wieder

Ride on

Dani

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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