EZF Gürbetal 23.04.2017

Saisonstart im Gantrischgebiet 26.4km / 324Hm

Schon wieder eine ganze Weile her seit dem letzten Rennen und mit dem Gürbetaler wird meine Saison 2017 endlich lanciert.

Das Ramon als 800m Läufer sich zugleich als Duathlon- Rookie versucht und Pia uns an der Strecke anfeuert und Fotos schiesst macht den Saisoneinstieg noch schöner.

Nach einer Woche mit sehr harten Belastungen gehe ich ohne Resultaterwartungen in das sehr selektive Rennen. Wichtig ist mir die dicken Gänge zu drücken und Bike und Position zu spüren. Das Einfahren auf der Rolle lasse ich aus, fahre stattdessen zur Besichtigung mit Ramon zur sehr schnellen und technisch anspruchsvollen Waldabfahrt. Er startet um 11.58 Uhr – ich um 12.23 Uhr und bin sehr gespannt was die Beine noch hergeben werden.

Einfahren

Bei Sonnenschein und kühlen 10° mit leichter Bise werden wir sicher nicht überhitzen..rauf auf die Rampe und im 30“ Intervall lässt mich der Starthelfer mit der Startnummer 15 rausknallen- mit Highspeed auf die ersten 1.5km mit leichtem Gegenwind- schnell in Position- fühlt sich gut an, nicht überdrehen, zur Kontrolle ein Blick auf den Garmin, aber da steht rein gar nichts..kurz bin ich etwas konsterniert- hilft nichts, dann fährst du halt nach Gefühl- scharf rechts weg auf die nächste 1.5km Gerade –dicker Gang hin zum Anstieg – ganz Optimist mit dem 53er hinein- zu optimistisch- runter schalten und aus der Aeroposition- kurz wird’s flacher, steigt nochmals leicht an- rechts weg im Wiegetritt über die kleine Kuppe auf die Hauptstrasse nach Kirchdorf- leichtes auf und ab und dickem Gang ins Dorf- gelangweilte unkonzentrierte Streckenposten-  rechts weg leicht ansteigend in ein Nebenquartier- wieder scharf rechts weg auf eine kleine Anhöhe und hin zur rasanten Waldabfahrt- mit gegen 70km/h durch das Kurvengeschlängel im Schatten durch den Wald auf die Haarnadelkurve hin- anbremsen- durch-hochbeschleunigen und mit maximalem Schuss in die 90° Linkskurve hinaus in die Fläche zurück nach Mühlethurnen, durchs Ziel auf die nächsten zwei Runden.

 

AeroFahren nach Gefühl- keine Watt, Trittfrequenz und auch keine Pulsangaben, ganz speziell. Ich spüre gute Beine, kann drücken aber nicht die hohen Kadenzen und der Puls geht nicht wirklich hoch-logisch, die letzte Woche zeigt ihre Wirkung, aber die zwei letzten Runden kann ich trotzdem erstaunlich konstant fahren, auch wenn‘s jeweils am Anstieg nun doch sehr sehr weh tut. Die letzte 2km Gerade mit 53/11nochmals ganz bewusst die dicke Mühle treten und auf Tutti über die Ziellinie.

3. 15 Christen, Daniel 1966 Männer sixty-sixers 0:38:13,0 12:52,3 12:45,7 12:34,9 +1:35,3

Team

Fazit:

Ein gelungener Saisonstart- mit müden Beinen und Trainingsmaterial ganze 0.3“ hinter dem zweiten- und eine Welt hinter dem Sieger und Master-Weltmeister zurück, aber das Beste hebe ich mir für die SM (falls noch ein Austragungsort gefunden wird) und die UCI Master WM am 24.08.17 in Albi/FRA auf- hierfür habe ich letzte Woche von Swiss Cycling eine Wildcard zugesprochen bekommen 🙂

No shortcuts – Cool and Clean

Dani

 

EZF Gürbetal 23.04.2017

Ein unerfreulicher Nachtrag zum King of the Lake 2016

Dopingkontrolle beim Asvö King of the Lake | 20.10.2016

Dopingkontrolle beim Asvö King of the Lake6. ASVÖ King Of The Lake 2016

Igor Kopse aus der Wertung genommen!

Bei der 6. Austragung des King Of The Lake wurden, um einen sauberen und fairen Sport zu gewährleisten, vom Veranstalter initiierte und finanzierte Dopingkontrollen durchgeführt. Dabei kam es zu einem Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen im Sinne des Anti-Doping-Bundesgesetzes (ADBG).

Dopingkontrollen gewährleisten nicht nur einen sauberen und fairen Sport, sondern heben auch den sportlichen Stellenwert einer Veranstaltung. Wir sehen uns als Veranstalter bei Europas größtem Einzelzeitfahren in der Pflicht, eine Vorreiterrolle im Kampf gegen unerlaubte Leistungssteigerung, gegen Medikamentenmissbrauch und gegen Sportbetrug einzunehmen. Der Asvö King of the Lake steht für einen fairen und gesunden Sport. Deshalb ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, dass Dopingtests durchgeführt werden. Der Fall zeigt, dass diese Tests offensichtlich auch notwendig waren. Schwarze Schafe haben bei unserem Rennen nichts verloren, umso bedauerlicher ist der vorliegende Fall. Gleichzeitig gratulieren wir allen sauberen Sportlern, deren Leistung so einen noch höheren Stellenwert erlangt.

Die Presseerklärung der slowenischen Anti Doping Agentur SLOADO http://www.sloado.si/novice/223

 

Ein unerfreulicher Nachtrag zum King of the Lake 2016

PZF Messen Solothurn, 02.Oktober 2016

Mit dem bis dato für mich unbekannten Paarzeitfahren in Messen Solothurn, organisiert vom RC Olympia Biel, endet eine lange spannende Saison.

Nochmals zwei Runden à 8.2km mit Themann Michi als Team an der Leistungsschwelle kratzen, Laktat von den Zehen bis ins Ohrläppli spüren- nochmals den inneren Schweinehund überwinden um all out abzubrennen.

Dass der Abschluss noch nass und heftig böig werden musste, darauf hätte ich getrost verzichten können, aber mit einem Zeitfahrpartner der wirklich stark aus einer Sturzverletzung zurück kommt und meinen wieder herrlich drehenden Beinen macht unser Sport natürlich einfach nur grossen Spass.

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In 21.35 Min und einem Schnitt von 45.8km/h konnten wir die Kategorie Open als auch Overall gewinnen. Ein toller Saison Abschluss und zugleich höchst motivierend auf der jetzigen Basis aufzubauen- konkret heisst das in den kommenden Wintermonaten gezielt an der zeitfahrspezifischen Position und Kraftentfaltung zu feilen.

Nun hoffen wir auf einen wunderbar schönen und trockenen Herbst für lange und gemütliche Kaffee+Kuchen Ausfahrten mit dem Bike oder Rennrad

Dani

PZF Messen Solothurn, 02.Oktober 2016

King of the Lake 2016 – Das Einzelzeitfahren rund um den Attersee vom 24. September 2016

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Ich kann‘s fast nicht glauben, ich sitze im Auto von Daniel mit Pia nach Austria! Zwar am Freitag in aller herrgottsfrühe um 02.15 Uhr, aber es klappt endlich Mal. Mit Rennen in Austria hat es in den letzten Jahren nie geklappt, immer kam entweder krankheitshalber, arbeitstechnisch oder sonst was dazwischen, hat sich fast zum „Fluch“ ausgeweitet! Aber jetzt scheint es zu klappen….

Das Einzelzeitfahren rund um den Attersee mit 48 km und 250 Hm findet am Samstag statt und dies jetzt zum zweiten Mal auf einer komplett abgesperrten Strecke!

Es stehen 570 km mit einer Fahrzeit von 5:30 Std. an, mit Decke und Kissen bewaffnet machen wir (Pia + ich) es uns im Auto „gemütlich“. Daniel unser versierter Chauffeur bringt uns mit einem kurzen Kaffeestopp in runden 6 Stunden wohlbehalten ans Ziel – SEEWALCHEN AM ATTERSEE. Der Start war zwar harzig, die Autobahneinfahrt STANS-Nord war gesperrt, Auffahrt erst in HERGISWIL, dann Abzweiger RATHAUSEN ebenfalls zu, Umfahrung über ROTHENBURG, anschliessend wegen eines Unfalles in LACHEN SZ, wieder Umleitung auf die Hauptstrasse…….

Kurz nach Acht treffen wir im ****-Hotel ATTERSEE sein und steuern direkt ans Frühstückbuffet. Da die Zimmer noch nicht bezugsbreit sind, kurzer Spaziergang um die Beine zu vertreten. Um Elf können wir die Zimmer beziehen, kurzer Power-Nap und um Eins geht’s mit den Zeitfahrhobeln auf die Rekotour um den See. Selbstverständlich mit Pia als Fotografin auf Ihrem schnellen E-Bike im Schlepptau.

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Wir Nehmens gemütlich, Fotosession mit Pia, geniessen die Landschaft, ab und zu volle Power um die Beine zu kitzeln und der obligate Kaffee-Kuchen-Halt darf auch nicht fehlen. Da ich zum ersten Mal in diesem Jahr auf dem TT sitze, muss ich mich zuerst Mal an das spezielle Fahrverhalten und die Position (wieder) gewöhnen, die Arme und Rücken zwicken schon nach ein paar Minuten und Morgen soll ich diese Positionen fünfviertel Stunden einnehmen……….?!

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Cool –> Kurzvideo der Strecke!

Anschliessend Startnummer abholen, wir sind in der Kategorie U60 eingeteilt – wir werden definitiv Alt! Deren Montage geht fix und dann zum Apéro am See und ein sehr feines Nachtessen im Hotel zum Abschluss. Da der Start bei mir um 15:15 Uhr, resp. bei Daniel um 15.18 Uhr angesetzt ist, ist auch keine Eile bei der Bettruhe von Nöten!

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Der Start-Zielgelände liegt im Nachbardorf Schörfling am Attersee und der ATTERSEE wird im Uhrzeigersinn umrundet.

Am Samstag geht’s erstmal um Elf mal kurz noch auf die Strecke zum Einfahren, ab 12.15 Uhr beginnt die Veranstaltung mit dem 4-er-Mannschaftszeitfahren, wir schlagen derweil bis zum Start irgendwie die Zeit tot.

Meine „Taktik“ auf der ersten Streckenhälfte wäre so um 250 Watt zu fahren und auf dem Rückweg im Modus „All in“ so um 300 Watt auf die Pedale zu bringen!

Jetzt geht’s Schlag auf Schlag, im 15 Sekundenabständen werden die TT-Gladiatoren auf die Strecke gelassen, so jetzt bin ich gleich dran, einklicken und schon geht’s die Rampe runter auf die Strecke. Da gleich eine leichte Steigung ansteht, sofort in den Wiegetritt um den TT-Boliden hinauf zu wuchten, auf der Kuppe sofort die Aeroposition einnehmen und jetzt einfach „geniessen“….

Die 250 Watt kann ich fast nicht halten, die Beine schmerzen und in den Unterarmen stellen sich schnell leichte Krampferscheinungen ein! Gfeller, du bist ein Depp, das ganze Jahr nie auf dem TT-Hobel und gleich 48 km – eine seriöse Vorbereitung sieht (ganz) anders aus!

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Nun denn, da muss ich durch, kaum gedacht, flitzt oder besser schiesst Daniel regelrecht an mir vorbei! Wenigstens ein sixty-sixers der sehr flott unterwegs ist. Die Strecke ist unglaublich abwechslungsreich, mit Kuppen, schnellen Kurven, Abfahrten und technische Passagen, immer aufpassen auf die Schachtdeckel, es macht wirklich sehr viel Freude, wenn auch die Beine schnell höllisch schmerzen. Auf dem Rückweg sind es statt 300 Watt nur noch 200 Watt, soviel zum meiner derzeitigen Verfassung.

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Hans-Urs in voller Fahrt……………..

Nichtdestotrotz geht es viel zu schnell vorüber, nach „nur“ 1:17 Std (= 36.6 km/h – Rang 393 von 569) bin ich im Ziel, total abgekämpft,  aber überglücklich – hat trotz allem extrem viel Spass + Freude bereitet! Es kommt einem vor, als sei man an einem Zeitfahren à la „Tour de France“, einfach ein ganz geniales Feeling und Ambiente. An dieser Stelle ein ganz dickes Lob an die Organisatoren – eine Hammer-Veranstaltung!

Mein Fazit:

Eine Veranstaltung durch und durch auf Profi-Niveau in einer wunderbaren Gegend ausgetragen. In dieser lieblichen Seen-Landschaft macht es doppelt Spass und das Leiden ist schnell vergessen. Bei mir ist dabei sein zurzeit sowieso das Wichtigste, ich komme sicherlich im nächsten Jahr wieder. Mit (hoffentlich) einer besseren Form (sprich mehr km in den Beinen) und diversen Materialoptimierungen sollte doch eine Endzeit um 1:10 Std. für mich sicherlich drin liegen! Wir werden sehen………….…………….

Hans-Urs

Austria ist doch gar nicht so schlimm Hans-Urs 🙂  schön hat es doch noch mal geklappt.

Für mich ist dieses TT Race ein absolutes Highlight und würdiger Saisonabschluss- daher war ich auch ziemlich nervös. Nicht wegen der Distanz- nein- die Nachwehen des O-Tour Sturzes und eine leichte Grippe vermittelten mir nicht wirklich ein positives Körpergefühl um den angepeilten Sprung auf den Thron des Kings zu schaffen.

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Umso mehr bin ich nun total happy das meine Beine doch zu 98% drehten und ich mit der Zeit von 1.03.12 Std Ø 45km/h immerhin ganz nahe beim Thron des U60 King of the Lake hin stehen durfte (U60 Rang 2 / Overall Rang 21)

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Nächstes Jahr wird der King gestürzt- der König ist tot-es lebe der König

Dani

King of the Lake 2016 – Das Einzelzeitfahren rund um den Attersee vom 24. September 2016

O-Tour Bikemarathon Alpnach, 11.09.2016

85km/3080Hm

Soll ich oder soll ich nicht- die O-Tour war nie eingeplant, mein Lieblings Rennen ist es auch nicht, doch ein offerierter Startplatz von Deinrad GmbH und die tollen Wetteraussichten lies mich nach 4 Jahren Abstinenz ganz spontan das Heimrennen wieder einmal unter die Räder nehmen.

Sonntagmorgen gegen 07.00 Uhr in aller Ruhe nach Alpnach und mitten im Dorf einen Parkplatz ergattert- ganz kurz einfahren und ab in den Startblock.

Familien Power gibt’s heute nicht- selbst ist der Mann.

Start um 08.01 Uhr und sofort ganz nach vorne zur Spitze, welche ich lange gerade so halten kann, doch nach dem ersten von noch mehreren Kettenproblemen ist der Zug abgefahren- ist mir recht, so überdrehe ich nicht und fahre nun meinen Rhythmus über die knackige mit Steinen bespickte Polenstrasse zum Schrotenegg und über die Lochalp zum Langis. In den flachen Passagen zum Kaltbad lutscht ein Junger ständig im Windschatten, will ihn vorbei lassen, was er aber partout nicht will-„warum du mich hesch überholed?? jetz du fahre“- ich bremse voll ab- Kraftausdrücke werden ausgetauscht, dann lässt er abreisen…Soweit alles geregelt, alleine weiter zum Langis, dann über teils kiesbedeckte Abfahrten in Richtung Schneeloch- sehe einen Fun 3 vor mir- den hole ich mir zurück- kaum gedacht mit viel zu viel Speed in eine zumachende leicht kiesige Linkskurve- das reicht nie- bremsen-driften-Bein raus- zu spät- Highspeed Abflug über die Strassenkante in die Bäume- Bum- überall Schmerzen- leicht desorientiert Bike packen und rauf auf die Strasse kraxeln- der linke Arm ist wie elektrisiert, spüre die Hand kaum- rauf aufs Bike- alles funktioniert noch- Prellungen und Schürfungen all over – from Hero to Zero- sehr kontrolliert über die Schoried Trails runter nach Alpnach. Kurz denke ich über eine Aufgabe nach, doch die Beine fühlen sich sehr gut an und behindernde Schmerzen spüre ich (noch) keine- also weiter. Alleine über den Flugplatz, Kernwald und mit guter Kadenz hinauf zu Ächerli. Im Ächerli Wiesentrail muss ich die vor der Passhöhe überholte Damen Leaderin wieder vorbei lassen…schon extrem was ein angeknacktes Selbstvertrauen ausmacht- aber nochmals abfliegen will ich nun wirklich nicht, Ego hin oder her. Spätestens aber als ich das Fun Leader Trikot sehr unsicher fahrend vor mir in einem Trail sehe und umgehend stehen lassen kann, wittere ich die Chance doch noch ein gutes Resultat rausfahren zu können. Die Motivation ist zurück, jede Welle wird voll durchgezogen und die letzten Trails runter zum Flugplatz machen sogar echt Spass. Nochmals richtig über die Fläche drücken und in 4.25 Std. im Ziel.

Fun 3 Rang 3 / Overall 33

Schnell unter die Dusche um Dreck und verkrustetes Blut loszuwerden, dann zur Sanität- sehr viel Glück gehabt, nur Schürfungen und viele Prellungen von der Hüfte bis zum Nacken.

Nicht ganz optimal für das lange Einzelzeitfahren King of the Lake im Salzburger Land in zwei Wochen- schmirä und salbä hilft allenthalbä

Dani

Statusmitteilung

WMCF Master Cycling Classic-Time Trail St.Johann 24.08.2016

20km / 100Hm

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Wer würde nicht gerne mal an einer WM teilnehmen, auch wenn es „nur“ eine Parallelorganisation zur offiziellen UCI ist? Schon letztes Jahr wurde ich auf diese Veranstaltung vor den Toren von Kitzbühel aufmerksam, aber nicht weiter verfolgt. Am 1.August Rennen in Bleienbach wurde ich dann von einem arrivierten Master Zeitfahrer wieder auf diesen Anlass aufmerksam gemacht und als dann Anfang letzter Woche noch ein Fahrer mich auf die Teilnahme angesprochen hat , war der Anker gesetzt und die Homepage www.masterswm.org nun ziemlich intensiv studiert.

Eine E-Mail an Swiss-Cycling gab mir die Gewissheit auch ohne nationale Lizenz aber mit Tageslizenz „um 10 €“ da starten zu können. Nun noch familiär und geschäftlich checken ob so eine kurzfristige Absenz überhaupt machbar ist und akzeptiert wird, und auf den Meldeschluss hin ist der 66er für die inoffizielle Master WM bei den Herren 4 angemeldet.

Hotel buchen, Treffpunkt mit Kollegen die schon vor Ort sind vereinbaren und ab in die Garage um den TT-Flieger gemäss UCI Reglement innerhalb der +/- 5cm Toleranzen einzustellen und noch paar Trainings in der neuen Aeroposition absolvieren.

Fahrt in der Nacht auf Dienstag nach St.Johann im Tirol. Check in um 07.30 Uhr und ab ans Frühstücksbuffet. Treffpunkt 11.00 Uhr auf dem Flughafen zum Airport-Sprint, wo Nicole schon mal den ersten Pokal abräumt. Dann geht’s zusammen zur Streckenbesichtigung- Michi als mehrmaliger Teilnehmer gibt Tipps und ich versuche mir die Strecke zu verinnerlichen und entsprechend die Pacing-Strategie zurecht zu legen- eine kurze 8% Steigung vor dem Wendepunkt, wenige sanfte Kurven, dann lange Geraden und der Rückweg ganz leicht ansteigend- Fazit- maximale Dauerleistung ist gefragt- all out- auf keinen Fall die Beine hängen lassen.

Gegen 16.00 Uhr die Nummer holen und Konsultation der Startliste, ich starte als 4.letzter M4 um 11.27.30 Uhr. Da die offizielle UCI Master WM vom 1.-4. Sept.2016 im fernen Perth Australia stattfinden wird, ist unser Teilnehmerfeld mit namhaften Fahrer vertreten, die sich den weiten und teuren Ausflug nicht leisten wollen/können.

Im Hotel beim üblichen Rennvorbereitungs-Ritual fällt mir auf, dass die Zahl auf der Startnummer komisch auf mich wirkt- tatsächlich, anstelle der 296 bekam ich die 269- schnell zurück ins Race-Büro und tauschen. Mein erstes WM-Rennen kann kommen 🙂

Tagwache früh um 07.00 Uhr, leichtes Frühstück, dann nervöses rumhängen bis ich kurz vor 10 Uhr nach Erpfendorf zum Start fahre- will da gemäss Wettkampf Info den Racer eine Stunde vor dem Start in der Lehre überprüfen lassen- weit gefehlt- O-Ton; geht nicht, gibt’s nicht, dein Radl musste ja schon vorher nach UCI sein! ich bin aber Hobbyfahrer mit Tageslizenz, musste mein Rad neu einstellen- was? Tageslizenz gibt’s bei uns überhaupt nicht ! Da hat es mir kurz die Sprache verschlagen 😦  Der Funktionär kennt anscheinend die Veranstalter Rennausschreibung nicht- ich verzichte auf eine weitere Konfrontation und verziehe mich leicht agro- hoffe die Einstellung mit Lot und Meter unter Mithilfe von Sohn Fäbu stimmen..

Mental schon leicht „angeheizt“ fahre ich mich nun auf der Rolle richtig warm- Heavy Metal im Ohr- Gel rein, trinken- Beine fühlen sich von der VAUDE gut erholt an- äs chund guet

Helm und Brille auf und 10‘ vor dem Start leicht nervös zur Radkontrolle…Der Funktionär nimmt sich Zeit und stellt mein Bike  erst 4‘ vor meinem Start in die Lehre- alles ok- gottseidank, hätte wohl kaum noch Zeit gehabt was zu ändern!

Rauf auf die Startrampe, tief durchatmen- im 30“ Takt lassen Sie uns auf die Strecke- schon ertönt mein Count-Down und ab geht’s ins WM Abenteuer  – sofort im Wiegetritt kurz aber heftig über der Schwelle hochbeschleunigen und in die Aeroposition- nun gibt es nichts mehr zu studieren- nur Druck, Trittfrequenz und Position ist wichtig- die Beine drehen super-Übermotivation ist aber fehl am Platz, nur nicht überdrehen- es ist brutal heiss und schnell läuft der Schweiss in Strömen- jeder Kilometer ist mit einem Schild markiert- ab Km5 brennt‘s schon ziemlich heftig, da sind die Km Markierungen keine Motivation mehr, nein- du siehst deinen noch ausstehenden Leidensweg! Da kann ich den ersten Fahrer ein-und überholen- nur nicht im Windschatten fahren und ja keine Mittellinie überfahren- überall stehen Funktionäre oder fahren mit Auto oder Moto hinterher- bei Km8 die Steigung- hoch wuchten und oben sofort mit Extrapower über der Schwelle weiterdrücken um mit viel Schwung zum Wendepunkt zu fliegen- da die Fahne und ein Funktionär- volle Kanne bis kurz vor den Scheitelpunkt- heftig anbremsen, in einem Zug rum und sofort hochbeschleunigen, nur keinen Schwung verlieren hin zur kurzen Abfahrt- bei knappen 67km/h lasse ich da erstmals die Beine gaaaanz leicht hängen, will durchschnaufen, aber das kostet Zeit-no way- du bist an einer WM- nid lugg la, tammi- aber es tut nun wirklich brutal weh und die verdammten Schilder zeigen noch unendlich lange 8km bis ins Ziel. Kopf runter, Blick durch schweissverschmierte Brille auf den Garmin, Pulsschlag bis hinter die Ohren und trotzdem drücken was noch geht- die letzten 2km- ich bin total Anschlag und das Erbrechen-Gefühl steigt immer höher- der letzte Kilometer- es wird um Sekunden gehen- los gib alles was du noch hast! Mit Stöhnen und total abgebrannt im Ziel- Blick auf die Anzeigetafel 25.37.21 Ø 46.6km/h , aber 4 Fahrer kommen noch.

Die nächsten paar Minuten versuche ich wieder zu Atem zu kommen und die zittrigen Beine etwas auszudrehen- schnell zurück zum Ziel und da höre ich den Speaker gerade das Klassement M4 ausrufen; und im dritten Rang der Schweizer- wow- unglaublich-Hammer- Euphorie

Locker ausfahren, essen trinken und schnell ein phone call back home zu Pia und den Jungs-Sie haben im Liveticker bereits gesehen was abging und es war wie vermutet verdammt knapp- ganze 1.33 Sekunden Vorsprung auf den vierten- nur eine Pedalumdrehung weniger mit richtig Druck und weg ist die Medaille! Nach ganz vorne fehlte eine Welt, zum zweiten knappe 16“.

Die Siegerzeremonie am Abend ein tolles Erlebnis- total echt und sehr wertschätzend den Athleten/innen gegenüber- mit allem drum und dran- National Flaggen Aufzug für jeden Podest Fahrer und Nationalhymne für den Sieger- Pokal und Medaille, zwei Flaschen Wein von Radlegende Francesco Moser-diese Eindrücke und Gefühle werde ich nie vergessen.

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Jeder Schweisstropfen bei den harten Ergo Wintertrainings Suicide-Intervallen ist vergessen und voll und ganz zurück bezahlt- Danke für alles

Nachtrag:

Was mich leider sehr nachdenklich und wütend macht, ist die Tatsache, dass ich auf dem Weg zur Siegerehrung mit einem mehrfachen TT Master Weltmeister (wir kennen uns von einem gemeinsamen TT-Material Test-Event) aus Deutschland gesprochen habe und er mich über unseren M4 Sieger aus DE aufgeklärt hat- Gesperrt im Juli 2015 wegen Dopingvergehens – ich hatte echt Mühe diesem auf dem Podest die Hand zu reichen.

Als wäre das nicht genug, ruft mich unser Sohn Ramon am Donnerstag nach dem Mittagessen an den PC- er hat den Namen des zweitrangierten M4 Fahrer aus RUS gegoogelt- Resultat auf der offiziellen UCI Seite: Sperre wegen EPO bis 24.03.2016 ! Der ist nun auf dem Weg an die Bahn Master WM in Manchester..

Rennausschreibung des Organisators: Dopingkontrollen: Es finden Dopingkontrollen statt, bitte beachten Sie die Aushänge im Zielraum.

Ich habe keine Aushänge gefunden..

Schöne heile Welt – trotz allem aber lassen wir uns die Freude und Begeisterung für unseren tollen Sport nicht nehmen

Mein nächstes Ziel ist nun die Qualifikation zur offiziellen UCI Weltmeisterschaft 2017 in Frankreich- Keep on going

Cool & Clean

Dani

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